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Schöneck: Auch nach Bürgerversammlung weiter Kritik an Rechenzentrum

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Von: Jan-Otto Weber

Mitglieder des „Bündnis lebenswertes Schöneck“ machen auf die Infoveranstaltung zum geplanten Bau eines Rechenzentrums im Gewerbegebiet Kilianstädten-Nord aufmerksam, das nach Ansicht der inzwischen über 50 Aktiven nicht gebaut werden sollte.
Mitglieder des „Bündnis lebenswertes Schöneck“ machten vor Kurzem auf eine Infoveranstaltung zum geplanten Rechenzentrum im Gewerbegebiet Kilianstädten-Nord aufmerksam, das nach ihrer Ansicht nicht gebaut werden sollte. © Thomas Seifert

Das Bündnis lebenswertes Schöneck, das sich gegen die Ansiedlung eines Rechenzentrums nach aktueller Planung in Kilianstädten einsetzt, hält auch nach der Bürgerversammlung von Montagabend an seinen Kritikpunkten fest.

Schöneck – So sehen sich die Mitglieder laut Mitteilung von Dienstag in den Berechnungen der Gewerbesteuer bestätigt, wonach aufgrund des kommunalen Finanzausgleichs ein Anteil von ca. 15 Prozent in der Gemeindekasse verbleiben würde, „wobei hiervon noch die Kosten für Bau und Unterhaltung der Infrastruktur abzuziehen wären“, so die Mitteilung.

Auch die Ankündigung der Firma Hetzner auf der Bürgerversammlung am Montagabend, die Abwärme der Gemeinde kostenlos zur Verfügung zu stellen, überzeugt die Gegner nicht. Ob die Abwärme tatsächlich zur Verfügung gestellt werde und ob sie dann genutzt werden könne, sei offen.

Das Bündnis bleibt bei seiner Forderung an die Bürgermeisterin und die Fraktionsvorsitzenden, „die anstehende Offenlage des Bebauungsplans zu verschieben und zunächst neutrale Beratung unabhängig von der Firma Hetzner einzuholen“. Bisher habe sich die Gemeinde auf Beratung durch die Firma beschränkt, da laut Bürgermeisterin alle Fragen des Gemeinderats vom Investor zufriedenstellend beantwortet worden seien.

In offenen Briefen, die Bündnis-Vertreterin Barbara Schöller zur Versammlung am Montag an Bürgermeisterin Conny Rück und an Vertreter der Firma Hetzner übergeben hatte und die auf der Internetseite des Bündnisses veröffentlicht sind, werden weitere Argumente vorgebracht. „Sicherlich werden Rechenzentren gebraucht“, räumt das Bündnis gegenüber dem Unternehmen ein, „doch viel sinnvoller erscheint es uns, sie dort zu bauen, wo schon versiegelte Fläche vorhanden ist. Bestimmt ist Ihnen bekannt, dass es deutschlandweit mehrere 100.000 Hektar zubetonierte und brachliegende Flächen gibt, die für den Bau von Rechenzentren genutzt werden könnten“, so das Bündnis.

Die Initiative weist auf ihr neues „Markenzeichen“, ein sonnengelbes Halstuch, hin. Solche Tücher könnten bei Schreibwaren Hellack in Kilianstädten oder am Evangelischen Gemeindehaus in Büdesheim kostenfrei abgeholt und als Zeichen des Protestes getragen werden. (jow)

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