LGS-Schulleiter Dr. Kurt Herget (rechts) und Professor Ralph Stengler, Präsident der HDA, wollen künftig eng zusammenarbeiten. Foto: Bergmann

Hanau

Schnuppern garantiert: LGS startet Kooperation mit Hochschule

Hanau. Die Hanauer Ludwig-Geißler-Schule und die Hochschule Darmstadt wollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. Um die Rahmenbedingungen festzulegen, unterzeichneten Vertreter beider Bildungseinrichtungen am Donnerstag einen Kooperationsvertrag.

Von Per BergmannDer neue Kooperationsvertrag eröffnet Schülern die Möglichkeit, an der Hochschule Darmstadt (HDA) ein sogenanntes „Schnupperstudium“ parallel zur Technikerausbildung aufzunehmen.

Dabei sammeln sie nicht nur wichtige Erfahrungen, wie ein Studium tatsächlich abläuft. Die auf diesem Weg erworbenen Creditpoints, die sie für bestandene Prüfungen erhalten, können sie bei der Aufnahme eines regulären Studiums anerkennen lassen.Durchlässigkeit im Bereich Schule-Hochschule soll optimiert werdenLGS-Schulleiter Dr. Kurt Herget zeigte sich bei der offiziellen Vertragsunterzeichnung „glücklich und froh“ über die zukünftige enge Zusammenarbeit. Er bedankte sich bei allen Beteiligten, „die sich für die Kooperation stark gemacht haben“. Gemeint waren unter anderem Bürgermeister Axel Weiss-Thiel als Vertreter der Stadt und Hanaus Schulamtsleiterin Sylvia Ruppel, die am Donnerstag ebenfalls ihre Unterschrift unter den Vertrag setzten.

Professor Ralph Stengler, Präsident der HDA, „musste von der Zusammenarbeit nicht überzeugt werden“, erinnert er sich an die ersten Gespräche. Grund dafür ist unter anderem „die hervorragende Ausstattung der Schule“, auf die er „teilweise sogar neidisch“ sei. Grundsätzlich gehe es bei der Kooperation darum, „die Durchlässigkeit im Bereich Schule–Hochschule weiter zu optimieren“. Die Bildungseinrichtungen hätten gemeinsam ein „wirklich gutes Experimentierfeld geschaffen“, so Stengler. „Auf dieser Grundlage gilt es weiter zu arbeiten.“„Wichtige Hilfe bei der Entscheidungsfindung“Hans-Joachim Götz, Abteilungsleiter der Fachschule für Technik an der LGS wünscht sich, „dass das Schnupperstudium bald auch für Maschinenbauer möglich ist“. Im Gegenzug möchte seine Abteilung Studenten mit Berufsausbildung nach Abbruch ihres Hochschulstudiums eine Möglichkeit bieten, „unter Anrechnung von Studienleistungen in relativ kurzer Zeit den Technikerabschluss zu erreichen“.

Aktuell besuchen die ersten beiden Schüler der Fachrichtung Elektrotechnik an einem Tag pro Woche Vorlesungen und Veranstaltungen der HDA. Lucia Herzberg und Fabian Fingernagel befinden sich im zweiten Jahr ihrer Ausbildung. Herzberg empfindet die neue Möglichkeit für LGS-Schüler als „eine wichtige Hilfe bei der Entscheidungsfindung“.Einstieg ins Studium soll erleichtert werdenDas „Schnupperstudium“ erleichtere den Einstieg ins Studium „oder es zeigt eben, dass ein Studium vielleicht doch der falsche Weg ist“. „Man weiß, was einen erwartet“, erklärt auch Fingernagel. Mit dieser Maßnahme könne man auch der steigenden „Abbrecherquote entgegenwirken“, hofft Ruppel. „Zu oft wird Bildung zu einer Sackgasse“, so die Leiterin des Schulamtes, die „die proaktive, vorausschauende Arbeit der Schule“ hervorhebt.

Ebenfalls wichtig: „Mit dieser Kooperation erweitert die Schule ihr Netzwerk“, ergänzt Weiss-Thiel. „Hanau ist ein traditioneller Industriestandort. Die Stadt muss diesen Standort schützen“, sicherte er der LGS weitere Unterstützung zu. Herget nutzte die Gelegenheit, um nach einer schnelleren Internetverbindung zu fragen, die dringend nötig sei. „Industrie 4.0 ist ein großes Thema, dem wir uns stellen müssen.“ Stadtrat Weiss-Thiel griff die versteckte Botschaft direkt auf: „Sie bekommen die Glasfaserkabel“, stellte er klar.

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