Blick vom Schlossplatz auf den Neubau nach den Vorstellungen von Baugesellschaft und Terramag, der im zweiten Entwurf geschliffen wurde. Grafik: Baugesellschaft/Terramag

Hanau

Schlossplatz-Umgestaltung: Nachgebesserter Entwurf im Rennen

Hanau. Im kommenden Monat soll entschieden werden, welcher der drei Bewerber den Zuschlag für die Neugestaltung des Schlossplatzes erhält. Alle drei Bewerber haben nach Aufforderung durch die Stadt ihre Entwürfe nachgebessert.

Von Robert Göbel

Einer der Bewerber, die Bietergemeinschaft Baugesellschaft/Terramag, hat ihren ersten Entwurf in einem entscheidenden Punkt geschliffen. Im nachgebesserten Entwurf – der unserer Zeitung zur Verfügung gestellt wurde – ist in erster Linie die Dominanz des Neubaugebäudes, das anstelle des zum Abriss vorgesehenen „Haus des Handwerks“ errichtet werden soll, deutlich zurückgenommen worden.

Die Gebäudehöhe wurde verringert und der Neubau anders untergliedert. Der moderne Entwurf des Frankfurter Architekten Stefan Forster wirkt nun etwas weniger dominant und wuchtig, bleibt ansonsten aber weitgehend unverändert.

Blick vom Fronhof auf den Neubau, der anstelle des „Hauses des Handwerks“ von der Bietergemeinschaft Baugesellschaft/Terramag geplant ist. Grafik: Baugesellschaft/Terramag

Konkretisiert wird im zweiten Entwurf der Bietergemeinschaft noch einmal die Nutzung: Während das historische Kanzleigebäude im Obergeschoss durch Büros der Planungsfirma Terramag genutzt werden soll, entstehen im Erdgeschoss Veranstaltungs- beziehungsweise Gastronomieräume, die auch durch Vereine genutzt werden können.

Die im ersten Entwurf sichtbaren „Lichtbänder“ – damals als Vorschlag verstanden – weichen im neuen Entwurf aus Denkmalschutzgründen wieder klassischen Gaubenfenstern. Im nicht mehr ganz so hohen Neubaugebäude sollen wie ursprünglich geplant Gastronomieeinrichtungen, eine Tanzschule und Wohnungen entstehen. Der Vorschlag von Baugesellschaft und Terramag konkurriert mit den Modellen von KCI (historisierende Bebauung) und 3w-Immobilien-Projektentwicklungsgesellschaft (Hotelanlage).

KCI hatte vor fünf Wochen seinen nachgebesserten Entwurf in einer Pressekonferenz präsentiert. Dabei blieb es beim Wiederaufbau des Altstadtkerns nach dem Vorbild der Bebauung vor den Kriegszerstörungen – inspiriert nach dem Beispiel des Wiederaufbaus der Frankfurter Altstadt. Zum einen folgt der Neubau der Vorgabe des damaligen Grundrisses unter Einbezug der Erbsengasse, zum anderen greift der Bau historische Elemente von damals auf.

Geändert wurde im nachgebesserten Entwurf die Nutzung für das alte Kanzleigebäude, wo nun im Obergeschoss kleine und mittelgroße Seminar- und Konferenzräume vorgesehen sind.

In der Vorderansicht vom Schlossplatz aus gesehen wird deutlich, dass der Neubau im nachgebesserten Entwurf in der Höhe geschliffen wurde. Grafik: Baugesellschaft/Terramag

Außerdem stellte KCI in Aussicht, den alten Wasserturm, ein Rest der historischen Wehranlage, nutzbar zu machen. Für die Neubauten, die anstelle des „Haus des Handwerks“ entstehen, bleibt es bei gastronomischer Nutzung; unter anderem sind ein „Hessenladen“, ein französisches Café, eine Brauerei-Gaststätte und Hotelnutzungen geplant, für die es jeweils schon Interessenten geben soll.

Der dritte Bewerber 3w ist mit seinen nachgebesserten Plänen noch nicht an die Öffentlichkeit gegangen. Der Ursprungsentwurf sieht als Neubau ein sachlich-modern konzipiertes „Design-Hotel“ mit Gastronomie, Veranstaltungsräumen sowie Wohnen vor. Im alten Kanzleigebäude ist Gastronomie geplant. Geprägt war der erste Entwurf von einem großen Springbrunnen, der auf dem Schlossplatz entstehen soll.

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