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Schlosskeller soll nach Verzögerungen nun diesen Sommer eröffnen

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Gastronom Thorsten Bamberger freut sich auf die bevorstehende Eröffnung. Foto: Häsler
Gastronom Thorsten Bamberger freut sich auf die bevorstehende Eröffnung. Foto: Häsler

Hanau.Die Eröffnung des Gewölbekellers von Schloss Philippsruhe musste der Gastronom Thorsten Bamberger wegen Verzögerungen auf der Baustelle immer wieder verschieben. Jetzt aber, so ist er ziemlich sicher, kann nichts mehr dazwischen kommen: „Wir eröffnen diesen Sommer.“

Von Kerstin Biehl

Im Spätsommer 2015 hatte Bamberger mit dem Gastrobetrieb auf der Schlossterrasse begonnen. 2016 kamen Veranstaltungen im Weißen Saal dazu, 2017 ging die Gastrobewirtung in der Schlossstube an den Start. Eigentlich sollte zu diesem Zeitpunkt auch der Gewölbekeller fertig sein.

Doch da gaben sich auf der Kellerbaustelle noch Kampfmittelräumdienst, Denkmalschutz und Archäologen die Klinke in die Hand. „Wenn es an einer Stelle nicht weiterging, lag gleich alles brach, weil alles miteinander verknüpft war. Ein Domino-Effekt“, erinnert sich der Gastronom. Dennoch, Bamberger würde es wieder machen. Allerdings: „Nicht mehr so.“ Es sei schon immer ein Traum gewesen „hier reinzugehen.“

Viele Probleme verhinderten EröffnungIn diesem Jahr wollte Bamberger eigentlich am 1. Mai mit der Bewirtung im Gewölbe loslegen. Doch auch dieses Datum konnte nicht gehalten werden. Dauerfrost im März machte die nötigen Schweißarbeiten an den Kanälen unmöglich. „Das hat uns mindestens vier Wochen zurückgeworfen“, bedauert Bamberger. Doch diesen Sommer will er durchstarten. Im Kellergewölbe sollen 100 Gäste Platz finden, ebensoviele im vorgelagerten Biergarten, für den der Kies noch in dieser Woche angeliefert wird.

Ausgeschenkt werden soll Allgäuer Büble, ein typisches Helles. Hinzu kommen saisonale Brauspezialitäten. Auf den Tellern sollen zünftige Speisen serviert werden, Schnitzel, hessische Spezialitäten und frische Salate etwa.

Im Keller, unter dem sandgestrahlten und versiegelten Gewölbe, werden Toiletten und Ausschank in Boxen beheimatet sein, verziert mit Kupferblech, Holz und Beton.

Verkleidung soll schön werdenAuf einer Freifläche neben dem Keller entsteht gerade ein Multifunktionsgebäude. Hier laufen die Rohre der Lüftung zusammen, hier finden die Mülltonnen Platz, hier mündet der Fettabscheider. So unschön der Inhalt des Gebäudes, so schön soll seine Verkleidung werden: Cortenstahl, das sich im Skulpturengarten des Schlossparks wiederfindet, wird das Gebäude umsäumen.

Im kommenden Jahr soll an der Westseite des Kellers ein Biergarten mit Selbstbedienung dazu kommen. „Wir planen dafür einen mobilen Ausschank. Gemäß dem bayerischen Vorbild können Speisen gerne mitgebracht werden, Kleinigkeiten wie Brezeln oder Handkäs bieten wir aber auch an.“ Bamberger möchte mit diesem Konzept vor allem die Radler auf dem vor dem Schloss vorbeiführenden Mainradweg anlocken.

Als „gemeinsamen Kraftakt zwischen IBM und uns“ bezeichnet Bamberger sein Großprojekt Schlossgastronomie und meint damit seine Culture Beat Events GmbH, kurz Cube. Eine Summe zwischen 350 000 und 400 000 Euro hat er insgesamt ins Schloss investiert.

Pachtvertrag läuft 15 Jahre15 Jahre läuft der Pachtvertrag mit der Stadt. Für den Gewölbekeller hat er für diese Zeit ein mietfreies Nutzungsrecht, für den Weißen Saal, die Schlossstube und die Terrasse zahlt er Pacht. „Es ist jeden Cent wert“, sagt er rückblickend. Auch wenn Bamberger zugeben muss, dass viele Hürden zu nehmen waren. „Ich war ganz oft an einem Punkt wo ich gesagt habe: Leute, es reicht. Aber wir haben uns da durchgebissen“, sagt er, und die Portion Stolz, die dabei mitschwingt, ist gerechtfertigt.

„Das hier, das ist mein Leben, meine Leidenschaft. Das macht mir Spaß.“ Bamberger, zählt zu den bekanntesten Gastronomen Hanaus. Er schwärmt von seinem „Super-Team“. Inzwischen gehört das Ausrichten von Hochzeiten zu seinen Hauptaufgaben. Als Bamberger 1999 den Culture Club in Wolfgang übernahm, habe er sich das nicht vorstellen können. Das an den Club angegliederte Restaurant Pulvermühle wird Bamberger im Sommer schließen (wir berichteten ). Für Veranstaltungen sowie Catering und Theater-Events werden die Räumlichkeiten weiter wie gewohnt bewirtet. Der Clubbetrieb läuft weiter.

Der gelernte Kfz-Mechaniker, der nach einem halbjährigen Mexiko-Aufenthalt umsattelte und sich der Veranstaltungsbranche zuwandte, hat in Hanau schon so manche große Party ausgerichtet. Unter anderem auf dem Beach-Club auf dem Dach des ehemaligen Karstadt-Gebäudes, Public Viewing auf dem Kaufhof-Dach, aber auch schon im Gewölbekeller. Mitte der 90-er Jahre war es, als er diese Lokalität entdeckte und sich in sie verliebte. Seitdem habe der Keller immer wieder seine Phantasie beflügelt. Jetzt steht die Erfüllung von Bambergers Traum kurz bevor.

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