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Schloss: Gewölbekeller und Biergarten sollen am 1. Mai öffnen

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Noch durchziehen Schächte für die Elektrik und Lüftung den Boden des Gewölbekellers. Doch die Arbeiten werden mit Hochdruck vorangetrieben: Am 1. Mai sollen auch im Gewölbekeller die ersten Gäste speisen können. Foto: Paul
Noch durchziehen Schächte für die Elektrik und Lüftung den Boden des Gewölbekellers. Doch die Arbeiten werden mit Hochdruck vorangetrieben: Am 1. Mai sollen auch im Gewölbekeller die ersten Gäste speisen können. Foto: Paul

Hanau. Im Gewölbekeller des Philippsruher Schlosses findet der Sandsteinlöwe schon länger keine Ruhe mehr. Die Bauarbeiten laufen dort unten auf Hochtouren. Der an das Gewölbe angrenzende Technikraum, der die Elektrik, die Lüftungsrohre und die Fernwärmeanlage beherbergt, geht seiner Vollendung entgegen.

Von Jutta Degen-Peters

„Danach können wir im Gewölbekeller selbst die nächsten Schritte angehen“, sagt der Betreiber der Schloss-Gastronomie, Thorsten Bamberger.

„Im Mai soll die Eröffnung stattfinden. Und wir eröffnen alles auf einmal: die Schloss-Terrasse und den bis dahin fertig gestellten Gewölbekeller und Biergarten“, gibt sich Bamberger zuversichtlich. Dann sollen im Freien rund 200 Gäste im Biergarten Platz finden, ein Teil von ihnen im Selbstbedienungsbereich am linken Eingang zum Gewölbekeller. „Damit wollen wir vor allem Radfahrern entgegenkommen, die auf ihrer Tour entlang des Mains bei uns Station machen“, sagt der Gastronom.

„Luxus-Behausung“ für Technik und Müllentsorgung Für Zaungäste oder Spaziergänger am Main, die in den vergangenen Wochen ein Stocken der Außenarbeiten registrierten, ist Bambergers Optimismus schwer nachzuvollziehen. Im Freien waren die Arbeiten in den vergangenen Wochen kaum vorangekommen, was laut Bamberger dem Wetter geschuldet geschuldet war und der Tatsache, dass sich die Lieferung und damit der Einbau der aufwändigen Lüftungs- und Fettabscheideanlage verzögerten. Für den Fettabscheider muss zudem eine Hebeanlage eingebaut werden – eine Art Rückstauventil, das verhindert, dass bei Hochwasser der Druck in Richtung Schloss nicht zu groß wird.

Diese Technik wird im Außenbereich neben dem Schlossgebäude eingebaut, dort, wo Technik und Müllentsorgung eine eigene „Luxus-Behausung“ bekommen, ein elliptisches Gebäude mit Corten-Stahl-Verkleidung. Die Verkleidung soll gewährleisten, dass der Blick auf die Skulpturen am Mainufer nicht von einem unansehnlichen Zweckgebäude getrübt wird. Die Kosten hierfür, rund 90 000 Euro, übernimmt der Eigenbetrieb Immobilien- und Baumanagement.

InvestitionenDass es neben der Technik auch für den Müll künftig eine separate Sammelstelle mit Einhausung geben wird, ist der Tatsache geschuldet, dass sich mit der Eröffnung der die gesamten Schloss-Gastronomie das Müllaufkommen vervielfachen wird.

Drei Meter wird das dicke Lüftungsrohr hoch, das in das elliptische Außengebäude eingebaut wird. Es saugt Frischluft an und bläst diese in die im Keller liegende Küche und den Gewölbekeller hinein. Auch die Fettabscheideanlage, die das Fett aus dem Abwässer filtert, bevor dies in die Kanalisation gelassen wird, hat keine alltäglichen Dimensionen. Allein dafür investiert Bamberger rund 160 000 Euro.

Vielfältiges AngebotDoch ohne diese Technik, die von außen ins Innere des Gewölbekellers weitergeführt und dort in einem eigenen Raum zusammengefasst ist, ist das Miteinander des vielfältigen gastronomischen Angebots im Schloss kaum zu meistern.

Zum Weißen Saal, der im November nach einer umfassenden Sanierung des Dachs wiedereröffnet wurde, gesellen sich die Schloss-Stube (eine Art Foyer mit 25 Plätzen), ein Konferenzraum mit fast 50 Plätzen, der Biergarten mit seinen bis zu 200 Stühlen und der Gewölbekeller, in dem Alltags-Gastronomie angeboten werden soll. Auch dort könnten bis zu 150 Besucher Platz finden.

Nebeneinander von alter Bausubstanz und modernen ElementenDer Gewölbekeller wird ein besonderes Schmuckstück werden. Alle Wände des Kellers mit seinen Rundbögen wurden laut Baumberger abgestrahlt und mit einem Putz überzogen, der das Abbröseln von Sand und Putzteilchen verhindert. Im linken Teil des Gewölbes ( vom Main aus betrachtet) wird der Gastraum untergebracht sein, von wo aus der zweite Ausgang zum SB-Bereich des Biergartens führt.

Der rechte Teil soll nach den Worten Bambergers eine offene Kochzelle und die Bar beherbergen. „Wir bauen hier ein mobiles Element in Container-Bauweise ein, das durch eine Stoffbespannung, Kupferverkleidung und eine Lichtdecke als Fremdkörper erkennbar sein soll“, so der Betreiber. Damit wolle er ein harmonisches Nebeneinander von alter Bausubstanz und modernen Elementen erreichen.

Langfristiger MietvertragEin besonderes Augenmerk wird auf das Eingangsportal gerichtet. Als Schutz vor dem Hochwasser wird eine Tür mit einer speziellen Vorrichtung eingebaut. Zudem sind laut Bamberger im Gewölbekeller Hochleistungspumpen eingebaut, die das Grundwasser abtransportieren, wenn dieses nach oben drückt.

Der Umfang der Sanierungsmaßnahmen und die Investitionskosten schrecken den Betreiber der Schlossgastronomie nicht, wie er sagt. Er hat mit der Stadt einen langfristigen Mietvertrag über 15 Jahre geschlossen und geht davon aus, dass sich die Kosten innerhalb der nächsten fünf Jahre amortisieren könnten, wenn alles gut läuft. Die Zeichen stehen günstig. Für Hochzeiten ist die Schloss-Gastronomie schon fast ausgebucht. Hinzu kommen Tagungen und Betriebsfeiern, für die er zunehmend angefragt werde.

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