Hanau

Schilder-Wald an Moselstraße verärgert Anwohner

Hanau. Die Moselstraße im nördlichen Hanauer Gewerbegebiet: Betrieb reiht sich an Betrieb, dazwischen stehen Ein- und Mehrfamilien-Wohnhäuser. Die Anwohner klagen: Wo sollen wir noch parken? Die Verkehrsbehörde hat hier praktisch die gesamte Länge der Moselstraße stadteinwärts zur Halteverbotszone gemacht.

Von Rainer Habermann

Es handele sich dabei um einen Versuch, sagt uns ein Bewohner eines Mehrfamilienhauses, der namentlich nicht genannt werden will. Ein Versuch der Ordnungsbehörde, befristet auf vier Wochen. Das habe man den Anwohnern gesagt. Aber: „Wir haben vier Wohnungen hier und auch Parkplätze auf dem Grundstück. Doch Sie wissen ja, wie das ist. Viele haben Zweitwagen, und Besucher kommen schließlich auch noch.“

Den Mann trifft der HA zufällig am vergangenen Sonntag. Da parken „nur“ etwa acht Fahrzeuge im Halteverbot. „Sie müssen mal unter der Woche kommen“, meint der Mieter weiter. „Stehen keine Autos am Rand, ist das hier eine Rennstrecke. Da kontrolliert die Polizei nicht. Ist aber trotz Halteverbot alles vollgeparkt, dann sehe ich oft, wie unvernünftig gerade Pkw-Fahrer sind, die den Lkws, die ja auch durch die Moselstraße müssen, keinen Platz machen. Es gab schon so einige brenzlige Situationen.“

"Schildbürgerstreich"Der Mann ist erbost, aber er denkt auch weiter. Für das Halteverbot auf der gesamten rechten Seite (auf der linken ist das Parken ebenfalls erheblich eingeschränkt) hat er dennoch einen Begriff: „Schilda! Das ist ein Schildbürgerstreich, im wahrsten Sinn des Wortes. Warum machen die nicht wenigstens ein paar Parkzonen, damit wir unter der Woche nicht ständig singen müssen: 'Ich finde keinen Parkplatz und ich komm zu spät zu dir, mein Schatz'?“ Das Lied von Herbert Grönemeyer scheint nicht umsonst ein Hit gewesen zu sein. Und wohl von erstaunlicher Aktualität in Hanau, obwohl als „Mambo“ im Jahr 1984 geschrieben.

Das Dilemma an der Moselstraße ist ein altbekanntes: Denn auch die „andere Seite“ beschwert sich. So schreibt die Stadt Hanau auf unsere Fragen hin in einer Stellungnahme: „Fakt ist, dass wir in der Vergangenheit massive Beschwerden hatten, dass der Begegnungsverkehr durch die beidseitig parkenden Fahrzeuge massiv eingeschränkt war. Lkws als auch Pkws kamen nur schwierig aneinander vorbei.“

Maßnahme läuft als VerkehrsversuchDas deckt sich mit den Beobachtungen des Anwohners. Doch seit Eröffnung des Einkaufszentrums am Kinzigbogen habe der Verkehr an der Moselstraße weiter massiv zugenommen. Und so seien schließlich – auf Grundlage eines Verkehrsgutachtens – im hinteren Teil der Moselstraße beidseitige Halteverbote angeordnet worden.

„Die Maßnahme läuft derzeit als Verkehrsversuch. Das heißt, wir erproben derzeit, ob und wie die Leichtigkeit und Sicherheit des Verkehrs optimiert werden kann. Ende August wird entschieden, ob die mobilen Halteverbote gegen fest installierte Verkehrszeichen ausgetauscht werden. Und wenn ja, auf welchem Stück der Straße konkret“, teilt die Stadt weiter mit.

Das könnte Sie auch interessieren