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Schau zeigt künstlerichen Stellenwert von Kinderbüchern

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Nina Töwe-Heitmüller stellt ihre Bilder im Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseum vor. Foto:Hellbrück
Nina Töwe-Heitmüller stellt ihre Bilder im Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseum vor. Foto:Hellbrück

Hanau. Das Hessische Puppen- und Spielzeugmuseum in Hanau eröffnet am Sonntag die dritte Sonderausstellung aus der Reihe "Buchillustratoren stellen sich vor". Augestellt werden diesmal die teils fantastischen, teils realistischen Gemälde und Zeichnungen der Hamburger Illustratiorin Nina Töwe-Heitmüller.

Von Alexandra HellbrückBeileibe nicht alles, was an Gedrucktem in deutschen Kinderzimmern zu finden ist, kann auch als Kunst gewertet werden; manchmal jedoch wären es einzelne Bilder durchaus wert, an den Wänden zu hängen. Nach der Berlinerin Nele Brönner und dem Hamburger Jonas Laus-tröer ist es nun Nina Töwe-Heitmüller, die ihre vielbeachteten Werke in der großen Halle des Puppen- und Spielzeugmuseums ausstellt.Neben einigen Federzeichnungen sowie Bildern aus einem noch unveröffentlichten Märchenbuch hat die Illustratorin ebenjene 19 Arbeiten mitgebracht, die jeweils als Doppelseite in dem Bilderbuch „Hans und die Bohnenranke“ zu finden sind und für die sie 2013 den Nachwuchspreis „Märchenwelten“ der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendbuchliteratur erhalten hat.Hans und die BohnenrankeIn dem nicht jedem geläufigen englischen Märchen, von dem es seit der ersten Niederschrift aus dem Jahr 1807 viele verschiedene Versionen gibt, geht es um den kleinen Hans, der, nachdem ein Riese seinen Vater getötet hat, mit seiner Mutter in großer Armut leben muss. Als der Junge nun eines Tages den letzten Besitz der Familie, eine Kuh, auf dem Markt verkaufen soll, begegnet er einem Fremden, der ihm magische Bohnen im Tausch für das Tier anbietet.Hans geht zum Entsetzen seiner Mutter auf den Handel ein, nichtwissend, dass daraus eine riesige Bohnenranke wachsen wird, die bis in den Himmel – und ins Reich des bösen Riesen – reichen wird. Hans jedoch klettert an der Ranke empor und kehrt mit einigen Goldmünzen zurück, die er aus dem Schloss des Riesen gestohlen hat. Noch zwei weitere Male wird der Junge ins Reich des Riesen hinaufklettern, bis er von diesem entdeckt und verfolgt wird. Nach seiner letzten Flucht haut er die magische Ranke um und der Riese stirbt.Töwe-Heitmüller haucht Fantasiefiguren Leben einDie 1971 in Hamburg geborene Töwe-Heitmüller illustrierte das Kinderbuch im Jahr 2012. Zu den Besonderheiten der zumeist in Acrylfarben gemalten Bilder zählen die bunten, surrealen Fabelwesen, welche die Seiten um die Bohnenranke opulent bevölkern, sowie die feinen, fotorealistischen, in kargem Schwarz-Weiß gehaltenen Federzeichnungen von Hans und seiner Mutter, die den starken Kontrast von der Märchen- zur realen Welt herausarbeiten.Dass die studierte Kinder- und Jugendbuchillustratorin preisgekrönt ist, wird klar, wenn man sich die einzelnen Bilder einmal im Großformat und aus der Nähe anschaut: Mit äußerst feinem Strich gelingt es der Künstlerin, nicht nur die menschliche Ebene der armen Familie glaubwürdig darzustellen, sondern auch den Fantasiefiguren aus der Märchenwelt Leben einzuhauchen. Dabei nicht ganz unschuldig, so sagt Töwe-Heitmüller selbst, seien ihre vier Kinder und die fünf Katzen, mit denen die Familie vor Hamburg auf dem Land lebt und von denen der eine oder andere schon mal mit in die Bilder einfließe.Buch für Kinder ab drei Jahren empfohlenDas 40-seitige Märchenbuch ist im Verlag Minedition herausgekommen und wird für Kinder ab dem Alter von drei Jahren empfohlen. Die Originale sind noch bis Ende Oktober im Puppen- und Spielzeugmuseum Wilhelmsbad, Parkpromenade 4, zu bewundern. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 10 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, am Wochenende durchgängig von 10 bis 17 Uhr.

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