Vor fünf Jahren diente die August-Schärttner-Halle vier Wochen lang als Erstaufnahmequartier für Flüchtlinge. Nun wird dort wohl bis Herbst 2021 gegen Corona geimpft.
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Vor fünf Jahren diente die August-Schärttner-Halle vier Wochen lang als Erstaufnahmequartier für Flüchtlinge. Nun wird dort wohl bis Herbst 2021 gegen Corona geimpft.

CDU-Parteitag auf der Kippe

Schärttner-Halle wird zum Impfzentrum: Suche nach Alternativen für Schul- und Vereinssport

  • Dirk Iding
    vonDirk Iding
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Eigentlich wollte die CDU Main-Kinzig am 4. Dezember in der Hanauer August-Schärttner-Halle mit 117 Delegierten ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten für die Bundestagswahl 2021 küren. Doch daraus wird nichts - zumindest nicht in der Schärttner-Halle.

Denn Hanaus größte Sporthalle soll, wie berichtet, zum Corona-Impfzentrum umfunktioniert werden, in dem wahrscheinlich ab Mitte Dezember täglich bis zu 1000 Menschen geimpft werden.

Die Vorbereitungen auf diese gewaltige Aufgabe sind angelaufen, und die CDU muss dem weichen. Denn bis zum 11. Dezember, so verlangt es die Landesregierung, sollen die in Hessen geplanten Impfzentren einsatzbereit sein. Das gilt auch für die Schärttner-Halle, die dann für rund 250 Tage - so lange dürfte die größte Impfaktion in der hessischen Geschichte dauern - für keine andere Nutzung zur Verfügung steht.

Schärttner-Halle belegt: Suche nach Alternativen wird zur Herausforderung

Das stellt die Stadt Hanau und die üblichen Nutzer vor große Probleme. Zwar ist es nicht das erste Mal, dass die Halle längere Zeit nicht zur Verfügung stand - etwa während größerer Sanierungen oder als die Halle 2015 mehr als vier Wochen lang als Erstaufnahmestation für mehr als 1000 Flüchtlinge diente. Doch jetzt wird die Suche nach Alternativen wohl noch herausfordernder.

Hauptbetroffene sind die Schüler der Hohen Landesschule, die üblicherweise ihren Sportunterricht in der Schärttner-Halle haben. Für sie werde an einem Alternativkonzept gearbeitet, Details könne man aber noch nicht nennen, erklärte gestern Stadtsprecher Joachim Haas-Feldmann.

Schulen brauchen wegen Corona mehr Hallenkapazitäten

Das Problem: Coronabedingt haben viele Schulen ihren Sportunterricht „gestreckt“, sprich: Die Schulen nehmen mehr Hallenkapazitäten als üblich in Anspruch, um Abstände wahren zu können. Erst im Frühjahr, wenn der Sportunterricht wieder vermehrt unter freiem Himmel stattfinden kann, dürfte sich die Situation entspannen. Dann kann Hola-Sport auch wieder auf der Rudi-Völler-Sportanlage oder im Herbert-Dröse-Stadion stattfinden.

Auch mehrere Sportvereine nutzen die Schärrtner-Halle. Für Basketballer, Volleyballer, Badminton-Spieler, Leichtathleten, Turner und Rope-Skipper, die sich zum Teil zwar derzeit im Corona-Lockdown befinden, muss mittelfristig eine Alternative gefunden werden. Auch das dürfte nicht ganz einfach werden, denn die Sporthallen in Hanau sind gut ausgelastet.

Vorerst keine größeren Veranstaltungen in der August-Schärttner-Halle

Auch größere Veranstaltungen können wohl bis in den Herbst 2021 in der Schärttner-Halle nicht stattfinden. Betroffen davon sind unter anderem der Sportkreistag, die Hessische Meisterschaften der Cheerleader im März und die Hanauer Gesundheitsmesse Anfang Juni. Darüber hinaus lagen der Stadt für kommendes Jahr bereits einige Voranfragen von Veranstaltungsagenturen für Auftritte von Künstlern vor. Auch die müssen nun abschlägig beschieden werden.

Und die CDU Main-Kinzig? Die hat ein Problem. Die Einladungen für den Nominierungsparteitag sind bereits verschickt. Ob in der Kürze der Zeit ein Alternativstandort gefunden wird, ist fraglich. Eine verkürzte Ladungsfrist lasse das Parteiengesetz mit Hinweis auf coronabedingte Änderungen zwar zu, heißt es, aber wahrscheinlicher ist wohl eine Verschiebung des Parteitags.

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