Der Querschnitt zeigt die Aufteilung der Etagen: Technik und Sanitärräume im Untergeschoss, teilbarer Ausstellungsraum im Erdgeschoss, Sitzungssaal im ersten Stock sowie Fraktions- und Geschäftsräume in den Obergeschossen. Simulation: Architekturbüro Schrammel

Hanau

Sanierung des Historischen Rathauses beginnt im Sommer

Hanau. Licht und Barrierefreiheit sind die Schlüsselworte, die die Sanierung des Historischen Rathauses zu einem Erfolg machen sollen: Spätestens im September, so gestern bei einer Pressekonferenz verkündet, soll der Umbau beginnen und im Frühjahr 2020 fertig sein. 5,8 Millionen Euro soll die Sanierung kosten.

Von Jutta Degen-Peters

Jahrzehntelang, das wurde gestern bei der Präsentation der Umbauentwürfe durch das Architekturbüro Schrammel aus Augsburg noch einmal deutlich, verkaufte sich das Historische Rathaus unter Wert: Das Barockgebäude aus dem Jahr 1733 beherbergte im Foyer zahlreiche Ausstellungen und den Künstlerweihnachtsmarkt, es mangelte aber an Toiletten für Aussteller und Besucher.

Im ersten Stock zerbrachen sich die Stadtverordneten die Köpfe über die Geschicke der Stadt. Doch sie taten dies unter Ausschluss des Tageslichts, das wegen des blendenden Lichteinfalls mit einem dicken Vorhang abgeschirmt wurde. Zudem konnten Kommunalpolitiker, die auf den Rollstuhl angewiesen waren, nur nach oben gelangen, wenn sie von helfenden Händen zur Sitzung (und zu den Sanitärräumen) getragen wurden. Auch die Fraktions- und Sitzungsräume sowie Büros in den Obergeschossen entsprachen längst nicht mehr dem aktuellen Standard.Schon lange sollten diese Missstände geändert werden, erklärte Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck.

Mangelndes Geld war der HauptgrundSchließlich legte auch noch der Brandschutz sein Veto ein. Die Stadtverordneten zogen um (ins CPH und ins Bürgerhaus Wolfgang), auch die Fraktions- und Ausschusssitzungen mussten weichen. Doch für eine Sanierung, die bereits im Jahr 2011 auf einen Betrag zwischen fünf und zehn Millionen Euro geschätzt wurde, fehlte angesichts der angespannten Haushaltslage das Geld.

Im Rahmen des Innenstadtumbaus wurde das Vorhaben erneut in Angriff genommen. Unter 14 Bewerbern setzte sich nach einer Ausschreibung das Architekturbüro Schrammel durch, das bereits durch den Bau des Kulturforums von sich reden machte.

Alles soll im neuen Glanz erstrahlenDiplomingenieur Stefan Schrammel erläuterte die Planung für das auf ein Volumen von 5,8 Millionen Euro bezifferte Projekt. An der Rathausfassade mit den Fenstereinfassungen und den kunstvollen schmiedeeisernen Geländern hat die Zeit sichtbare Schäden hinterlassen. Dieses Gesicht soll im Zuge der Sanierung in neuem Glanz erstrahlen.

Der einzige Eingriff in die Statik wird nach den Worten des Architekten beim Treppenhaus vorgenommen. Das wird an der Rückseite des Gebäudes bis zum Dachgeschoss durchgängig nach oben geführt und durch einen Aufzug ergänzt.

Viel Licht im RaumHerzstück des Hauses, das den „einladenden Charakter“ für Bürger, Kommunalpolitiker und Künstler künftig noch stärker repräsentieren soll, ist der Stadtverordneten-Sitzungssaal. In ihm wird mit Licht gezaubert. Die Sitz- und Blickrichtung der Akteure wird gedreht. Durch die Fenster an der Fassade, in die wieder Sprossen eingesetzt werden, fällt viel Licht in den Raum. Zudem werden an beiden Seiten je zwei zusätzliche Fenster eingezogen. Die Sitzreihen deuten jeweils eine Rundung an. Eine teilverspiegelte Alubeschichtung an der Decke erzeugt den Eindruck von mehr Raumhöhe.

Das Foyer lässt sich nach Abschluss der Baumaßnahme in drei separat zu nutzende Räume unterteilen. Durch Sanitärräume im Untergeschoss ist der für Ausstellungen und Veranstaltungen vorgesehene Teil des Rathauses separat nutzbar.

Neue Sitzungsräume und BürosIm Obergeschoss werden zwei 62 und 69 Quadratmeter große Sitzungsräume und Büros untergebracht. Weitere vier Büros und ein Sitzungssaal von 120 Quadratmetern werden im Dachgeschoss liegen.

Die Einrichtung der Baustelle wird eine besondere Herausforderung darstellen. Denn der Zugang zu den Verwaltungsstellen und zur Stadtwache bleibt gewährleistet. Auch der Marktplatz soll so wenig wie möglich in Mitleidenschaft gezogen werden.

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