Neubau an gleicher Stelle: Ursprünglich war eine Teilmodernisierung des Gebäudes an der Alfred-Delp-Straße geplant, diese habe sich laut Bürgermeister Axel Weiss-Thiel jedoch als nicht nachhaltig erwiesen, um moderne energetische und bauliche Standards inklusive Barrierefreiheit zu ermöglichen. Foto: Robert Göbel

Hanau

Sandra Kanbak leitet das Stadtteilzentrum Südost

Hanau. Bürgermeister Axel Weiss-Thiel besuchte dieser Tage Sandra Kanbak in den neuen Räumlichkeiten des Stadtteilzentrums Südost in der evangelischen Stadtkirchengemeinde an der Akademiestraße 3–5.

Die Pädagogin agiert seit 15. September als neue Leitung des Stadtteilzentrums. Damit tritt sie in die Fußstapfen von Selim Karanlik, der rund 30 Jahre im Stadtteilzentrum tätig war und als Institution im Viertel galt.

Bürgermeister Weiss-Thiel besichtigte die Räume an der Rückseite des Gemeindezentrums – mit Zugang durch den Garten –, die das Stadtteilzentrum Mitte August übergangsweise bezogen hat. Hier wird es voraussichtlich zwei Jahre lang untergebracht sein, bis der geplante Neubau in der Alfred-Delp-Straße 10 errichtet und bezugsfertig ist.

Auf zwei Stockwerken befinden sich ein Essensraum mit Küche, Kreativraum, Hausaufgabenraum, verschiedene Gruppenräume, Multifunktionsräume für Kurse, Beratungsräume, Toiletten, Bäder und Büros.

„Natürlich nutzen wir auch den rund 1600 Quadratmeter großen Garten hinter dem Gemeindezentrum sehr gerne. Sogar ein Wintergrillen wollen wir demnächst veranstalten“, berichtet Kanbak.

Großes Kursangebot

Im Stadtteilzentrum werden Deutschkurse, Hausaufgabenbetreuung, Bewerbungstraining und Berufswegeplanung in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Bund (IB), Nähkurse sowie regelmäßige Gruppentreffen von Mädchen, Jungen, Männern und Frauen – zumeist von Ehrenamtlichen – angeboten. „Jeder aus dem Stadtteil ist hier willkommen. Wir sind immer offen und ansprechbar“, so Kanbak. Die Besucher sowie verschiedenen Gruppen, die sich regelmäßig im Stadtteilzentrum träfen, hätten den Umzug und die neuen Räumlichkeiten gut angenommen, berichtet Kanbak. „Auch an die Tatsache, dass das Stadtteilzentrum nach vielen Jahren durch meinen Vorgänger Karanlik – jetzt von einer jüngeren Frau geleitet wird, haben die Menschen inzwischen akzeptiert“, stellt sie schmunzelnd fest.

„Mir scheint, Sie sind gut im Stadtteil angekommen und haben sich bestens eingelebt“, stellte Bürgermeister Weiss-Thiel fest. Das von der Stadt finanzierte Zentrum leiste einen erheblichen Beitrag zur Integration und Prävention und die Erfolge seien nicht zu übersehen, lobt er. „Der Stadtteil wird weiterhin von Zuwanderung und Fluktuation geprägt sein. Das Zentrum ist daher sehr wichtig in seiner Funktion“, so Weiss-Thiel. Er sei froh, dass man sich in den neuen Räumen so gut arrangiert habe. „Bis zur Fertigstellung des Neubaus in der Alfred-Delp-Straße haben Sie hier eine adäquate Bleibe gefunden und sind bestens aufgestellt“, so der Bürgermeister zuversichtlich.

Der Abriss des alten Gebäudes läuft derzeit noch. Damit beauftragt ist der städtische Eigenbetrieb Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM). Die Gesamtkosten für das Neubauvorhaben werden auf 6,8 Millionen Euro geschätzt.

Sicherung für die Zukunft

Mit dem Neubau soll diese Institution im Stadtteil für die Zukunft gesichert, für weitere Bevölkerungsschichten geöffnet und möglichst viele Bürger in die Quartiersentwicklung eingebunden werden, begründete Weiss-Thiel zu Beginn der Abbrucharbeiten das gesetzte Ziel. Ursprünglich sei eine Teilmodernisierung geplant gewesen. Diese habe sich jedoch als nicht nachhaltig erwiesen, um moderne energetische und bauliche Standards inklusive Barrierefreiheit zu ermöglichen. Ein weiterer Grund für den Neubau war auch, dass für die anfangs geplante Teilsanierung keine Fördermittel gewährt worden wären.

Vorgesehen ist ein dreigeschossiger Ersatzneubau, der Ende 2021 fertiggestellt sein soll. In die Planung der Außenanlage mit Spiel- und Sitzmöglichkeiten will die Stadt die Menschen aus dem Quartier einbinden. Die Stadt Hanau erhält für den Neubau des Stadtteilzentrums Fördermittel aus dem Programm „Soziale Stadt“. Bisher bewilligt ist ein Zuschuss in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro, was einer Förderquote von etwa 75 Prozent entspricht. Mit dem Förderantrag 2019 wurden weitere 1,8 Millionen Euro für den Neubau beantragt, die Bewilligung hierfür steht noch aus.

Fehlende Mittel müssten gegebenenfalls 2020 beantragt werden. Insgesamt sind für den Neubau derzeit rund sechs Millionen Euro veranschlagt, das Raumprogramm steht aber noch nicht endgültig fest und könnte zu Kostensteigerungen führen. Die Abbruchkosten sind mit 366 000 Euro kalkuliert. das/cd

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