50, 30, 50, 30: Am Sandeldamm in Hanau kommt die Abwechslung für Autofahrer definitiv nicht zu kurz. Fotos: Reinhard Paul

Hanau

Sandeldamm: Wilder Wechsel zwischen Tempo 30 und 50

Hanau. Wer von der Wilhelmbrücke her kommend den Sandeldamm entlangfährt, kennt die Situation: Zunächst gilt Tempo 50 (Bild links). Erreicht man die Kindertagesstätte, wird die erlaubte Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde reduziert (zweites Bild von links).

Nach der nächsten Kreuzung am Jugendzentrum Hans-Böckler darf man wieder 50 fahren (zweites Bild von rechts) – so lange, bis man sich auf Höhe des Klinikums befindet, wo wieder Tempo 30 gilt (Bild rechts). Auch in umgekehrter Fahrtrichtung gilt es, genau aufzupassen, wie viel man nun gerade fahren darf. Ab und an wird schließlich auch geblitzt.

Mancher Autofahrer schüttelt angesichts dieses Hin und Hers den Kopf, zumal die Stadt Hanau vor einiger Zeit angekündigt hatte, weite Teile der Innenstadt zum Tempo-30-Gebiet zu machen. Warum nicht hier? „Das Streckenverbot Tempo 30 konnte nur im unmittelbaren Bereich der schutzbedürftigen Einrichtungen (Kita, Krankenhaus) angeordnet werden, deshalb die Stückelung'“, teilt Stadt-Pressesprecher Joachim Haas-Feldmann mit.

90 Prozent der Straßen mit Tempo 30

Die Vereinheitlichung sei rechtlich unzulässig. Generell seien auf etwa 90 Prozent des innerörtlichen Straßennetzes bereits Tempo 30 angeordnet. Anfang der 1990er Jahre habe die Stadtverordnetenversammlung entschieden, dass flächendeckend in Wohngebieten Tempo 30 (Zonen) eingeführt werden solle. Auf dem Hauptstraßenverkehrsnetz beziehungsweise dem Vorrangnetz gelte grundsätzlich 50.

Aus Sicherheitsgründen, im Bereich von sogenannten schutzbedürftigen Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten sowie aus Lärmschutzgründen könne von der innerörtlichen Regelgeschwindigkeit von Tempo 50 abgewichen werden. „Überall, wo dies rechtlich möglich war/ist, haben wir dies umgesetzt“, so Haas-Feldmann. Alle angekündigten Lärmschutzmaßnahmen in Sachen Beschilderung seien vollständig umgesetzt und mit dem Regierungspräsidium abgestimmt, da sie dem Zustimmungsvorbehalt des RP unterlägen, so der Pressesprecher abschließend. cd

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