So soll der Eingang zum Funpark aus Richtung Rondo-Kreisverkehr aussehen.
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So soll der Eingang zum Funpark aus Richtung Rondo-Kreisverkehr aussehen.

Indoor-Funpark

In Hanau entsteht die „höchste Kletterwelt in Deutschland“

  • Christian Spindler
    VonChristian Spindler
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Der geplante Funpark in Hanau-Steinheim soll künftig 70.000 Besucher jährlich anziehen. Das wirft bei einigen Politikern und Anwohnern kritische Fragen auf.

Hanau – An der Ecke Otto-Hahn-Straße/Gailingsweg in Steinheim, auf dem erhöhten Plateau eines früheren Parkplatzes, entsteht wahrhaft Großes. Der dort geplante dreigeschossige Indoor-Funpark mit seiner markanten Architektur soll auch von der vorbeiführenden B45 aus sichtbar sein und im Vorbeifahren sogar kurze Einblicke in die Kletterwelt ermöglichen.

Die große neue Spielhalle in Hanau wird aber nicht nur äußerlich besonders, sondern auch im Inneren. Auf 5000 Quadratmetern sind jede Menge Attraktionen geplant, darunter die laut Architekt Markus Rathke „höchste Kletterwelt in Deutschland“ oder eine Kleinkind-Area, in der zum Beispiel von kleinen Besuchern gezeichnete Figuren in eine 3-D-Trickfilmwelt projiziert werden.

Funpark in Hanau: Erfahrenes Franchise aus Korea plant Indoor-Kletterwelt

Klingt nach asiatisch-bunter Unterhaltungswelt. Ist es auch. Die Nori-Park-Management GmbH, ein Franchisenehmer des koreanischen Unternehmens Nori, wird neben dem bereits bestehenden Nori-Kids-Center in Frankfurt auch den Funpark in Steinheim betreiben. Zu dem Großprojekt, über das unsere Zeitung als erstes berichtet hatte, gab es bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung am Mittwochabend, an der auch rund 20 interessierte Zuhörer teilnehmen, neue Details. Neben Lob für die „überzeugende Gestaltung“ und „interessante Architektur“ (SPD Fraktionschef Dr. Hans Katzer und CDU-Kollegin Bettina Sommer) wurden auch kritische Fragen gestellt.

Ein weiteres Modell zeigt das „Nori Family Entertainment Center“ in Hanau von oben.

Rund zehn Millionen Euro will die Schoofs Immobilien GmbH, die bereits das benachbarte Einkaufszentrum Rondo realisiert hat, in die Kletterwelt stecken. Die in sich verdrehten Ellipsen des Gebäudes nehmen die Architektur des benachbarten Rondo auf. Und das riesige Oberlicht in der offenen Mitte des Funparks „wirkt in der Draufsicht wie die Pupille eines Auges“, schwärmt Architekt Rathke von seinem Entwurf. Zu dem Funpark gehört neben einer Trampolinwelt über zwei Stockwerke und einem Gastrobereich unter anderem eine sogenannte „Bumper Car Area“, eine Art Autoscooter.

Kritikpunkte an Funpark in Hanau: Störung der Anwohner und Verkehrschaos befürchtet

Nachdem die Pläne für das Vorhaben Kletterwelt, für das das Baugenehmigungsverfahren läuft, bekannt geworden waren, wurden auch Bedenken laut, die nun auch im Ortsbeirat Thema waren. Ein Beispiel: Die Verkehrsanbindung. Kritikpunkte: viele zusätzliche Autos in dem Bereich, wegen der vergleichsweise schmalen südlichen Otto-Hahn-Straße ist dort kein Platz für eine Radlerspur, zu wenig Sicherheit für Fußgänger am Rondo-Kreisel. Ein Verkehrsgutachten, so erläuterte Thomas Reinhard von Hanau Infrastruktur Service (HIS), habe indes ergeben, dass  durch den Funpark nur „eine relativ geringe zusätzliche Verkehrsbelastung“ zu erwarten sei.

Mit gut 70.000 Besuchern pro Jahr rechnen die Betreiber des Funpark. Mit Bezug zum jetzigen Verkehrsaufkommen durch Kunden und Zulieferer des Rondo sowie anderer Firmen in dem Gewerbegenbiet sei der Zuwachs gering, sagen die Gutachter. Reinhard: „Es ist kein Stau zu erwarten.“ Auch die 75 Parkplätze seien bei einem durchschnittlichen Aufenthalt der Besucher von drei bis vier Stunden „ausreichend dimensioniert.“ Und am Rondo-Kreisel sollen nun die lange schon geforderten Zebrastreifen angelegt werden. An den Kosten von bis zu 70. 000 Euro will sich der Investor beteiligen.

Der ehemalige Parkplatz an der Ecke Otto-Hahn-Straße/Gailingsweg wurde bereits für den Neubau vorbereitet. Der Zugang zum benachbarten Naturschutzgebiet soll durch Zäune verhindert werden.

„Keine Kirmesbeleuchtung“ am Funpark in Hanau – Nachbarn sollen nicht gestört werden

Ebenfalls ein häufig angebrachter Kritikpunkt ist die Beleuchtung der Kletterwelt: Der großen Bau soll bis spätabends effektvoll beleuchtet werden. Deswegen „fürchten Nachbarn eine Lichtbelästigung“, berichtete Ortsvorsteher Burkhard Huwe. Es werde keine Illumination geben, die die Anwohner blendet, verspricht indes Architekt Rathke: „Das wird keine Kirmesbeleuchtung.“ Und auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky, der das Projekt eingangs der zweistündigen Sitzung als „bedeutend für Steinheim und über die Stadtgrenzen hinaus“ bezeichnete, sagte, die geltende Vorschriften würden „nicht mal im Ansatz ausgereizt.“

Baustart für den Herbst geplant

Wenn, wie zu erwarten ist, die Baugenehmigung für den Funpark bald erteilt wird, soll im Herbst mit den Bau begonnen werden. Die Eröffnung ist für Weihnachten 2022 vorgesehen. Die Indoor-Spielhalle, die sich an Kinder und junge Erwachsene richtet, soll unter der Woche von 10 Uhr bis 21 Uhr offen haben, an den Wochenenden bis 23 Uhr. Die Eintrittspreise richten sich danach, welche Angebote man nutzt und sollen nach Betreiberangaben zwischen neun und 14 Euro liegen.  

Dass der Nori-Indoor-Funpark ein Erfolg für Hanau wird, davon sind Investoren, Betreiber und Rathausspitze überzeugt. „Die Menschen mögen solche Einrichtungen“, sagt OB Kaminsky. Aber selbst für den Fall, dass die Nachfrage in etlichen Jahren wegen eines geänderten Freizeitverhaltens nachlassen sollte, haben die Planer vorgesorgt. Der Bau sei „nutzungsflexibel“, so der Architekt. Er könnte auch anderweitige Verwendung finden, etwa für Firmen und Büros. (Christian Spindler)

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