Boomtown Klein-Auheim und eine Renaissance der Fahrräder: Auch zahlreiche Drahtesel sind im „RadWerk“ zu sehen. Foto: Holger Hackendahl

Klein-Auheim

"RadWerk" eröffnet am Sonntag - Unser Vorabeinblick

Klein-Auheim. Am Sonntag eröffnet das „RadWerk“ als kooperative „Kulturstätte am Main“ in der Klein-Auheimer Gutenbergstraße 7 mit einem Sommerfest aller sieben Kooperationspartner.

Von Holger Hackendahl

Ab 11 Uhr – nach der offiziellen Eröffnung – haben Besucher erstmals die Möglichkeit, die Ausstellung „Menschen – Räder – Erinnerungen“ in Augenschein zu nehmen. Und es lohnt sich.

„Es ist famos geworden. Eine kleine bedeutende Kulturstätte, ein Objekt der Identität, die auch dem Zusammenhalt gut tun wird mit der Chance, dass daraus noch weiteres Engagement erwächst“, befand Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei der Vorbesichtigung am Mittwoch.

Zahlreiche Kooperationspartner

Die ehemalige Druckerei ingra wurde im vergangenen halben Jahr zum Großteil in eine Ausstellungshalle für die Sammlung des Heimat- und Geschichtsvereins und die weltweit umfangreichste Sammlung an Bauer-Fahrrädern umgebaut. Diplom-Designerin Alexandra Streubel, Ausstellungsgestalterin und Bauleiterin in einer Person, hat aus der Vorauswahl an 100 Exponaten – vorgenommen durch die Mitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins – und natürlich vielen eigenen Ideen eine überaus sehenswerte und abwechslungsreiche Ausstellung konzipiert; und mit dem „RadWerk“ auch einen neuen Treffpunkt, ein offenes Haus für Geschichten und Geschichte.

Kooperationspartner im ehemaligen Druckereigebäude sind zudem die Schlepperfreunde Klein-Auheim, die Eisenbahnfreunde Hanau, das Familiennetzwerk Hanau-Steinheim, der Fahrradladen „Günther's Ratladen“ und das Bistro kuchenstil. Als Station am Mainradweg und an der Route der Industriekultur Frankfurt-Rhein-Main, aber auch als Veranstaltungsort wird das „RadWerk“ zukünftig ein abwechslungsreiches Programm bieten. Es verbinden sich – davon können sich die Besucher an diesem Sonntag überzeugen – Genuss und Kultur, Tradition und Moderne zu einem Erlebnisort für Jung und Alt.

Ehrenamtliche Mitarbeiter

Ein großes Lob erhielt auch der rührige und anpackende Klein-Auheimer Unternehmer Uwe Hoppesack, der die Betriebshalle angekauft und renoviert hat. „Zwei starke junge Frauen, die Museumsleiterin des Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseums Dr. Victoria Asschenfeldt sowie Diplom-Designerin Alexandra Streubel, haben mit ihrer Konzeption, Texten und Objektauswahl zum Gelingen des Ganzen beigetragen“, würdigte der OB, der sich überzeugt zeigt, dass das „RadWerk“ überregionale Bedeutung, eben Strahlkraft über Klein-Auheim bekommen wird.

Die Dienste in der „RadWerk“-Kulturstätte, die samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet ist, werden ehrenamtlich von den Mitgliedern des örtlichen Heimat- und Geschichtsvereins gestemmt. „Es ist wirklich toll geworden. Man hat sich das vorher so gar nicht vorstellen können“, sagte eine Mitarbeiterin der regen „Aktivgruppe“ des Heimat- und Geschichtsvereins Klein-Auheim. „Klein-Auheim hat neben dem Besuchermagneten Wildpark Alte Fasanerie nun eine neue Attraktion, eine Renaissance der Fahrräder“, befand deren Vorsitzender Gerhard Jäger.

15 historische Traktoren

„Wir sind sehr glücklich, hier zu sein. Es ist – nachdem uns nun auch in den Bautz-Werken, wo wir unsere Landmaschinen untergestellt hatten, gekündigt wurde – ein echter Glücksfall. Unser Vereinsgelände liegt nun Luftlinie gerade mal 200 Meter entfernt“, sagte Niklas Porth, Vorsitzender der Schlepperfreunde Klein-Auheim.

Auf der den Schlepperfreunden zugewiesenen Hallenfläche sind 15 historische Traktoren präsentiert. Und es gibt auch eine Teilfläche zum Schrauben und Restaurieren an den alten Schmuckstücken. „Unsere Räder sind deutlich kleiner als die ihren, aber für uns sind diese die Größten“, hat Bernd Laukel, Vorsitzender der Eisenbahnfreunde Hanau, festgestellt, dass sie am „RadWerk“-Standort „das Ehrenamt mit dem Kommerziellen verbindet“. „Das Interesse an dem, was wir Modelleisenbahner hier machen, ist außerordentlich groß“, sagte Laukel und wies darauf hin, dass am Sonntag eine Fünf-Zoll-Gartenbahn, die je nach Lok bis zu 20 Fahrgäste mitnehmen kann, zum Gelingen der Eröffnung beitragen wird. Nicht zuletzt auch die „kuchenstil manufaktur“, die von Daniela und Stefan Pogadl mit einem „Kaffee- und Genuss-Angebot“ – die Herstellungsprodukte werden bezogen von regionalen Anbietern – donnerstags bis sonntags von 9.30 bis 18 Uhr geöffnet hat.

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