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Das tapfere Schneiderlein soll es nun bei den Brüder-Grimm-Festspielen 2021 zu sehen geben – wie alle weiteren Stücke, die für dieses Jahr geplant waren.

Festspiele 2020 wegen Corona abgesagt

Brüder-Grimm-Festspiele: Diesjährige Stücke werden 2021 aufgeführt

  • Kerstin Biehl
    vonKerstin Biehl
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„Nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben“ – so lautet die Devise bei den Brüder-Grimm-Festspielen, die bekanntlich in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausfallen müssen.

Intendant Frank-Lorenz Engel und sein Team blicken aber trotz aller Probleme zuversichtlich nach vorn und haben jetzt nach Absprache mit Oberbürgermeister Claus Kaminsky eine Entscheidung getroffen: Das für 2020 geplante Festspielprogramm wird ohne wesentliche Änderungen ins nächste Jahr übertragen, heißt es in einer städtischen Pressemitteilung.

Die Festspiel-Fans können sich also weiterhin auf „Das tapfere Schneiderlein“, „Schneeweißchen und Rosenrot“, den „Rattenfänger von Hameln“, den „Zerbrochenen Krug“ und „Das kunstseidene Mädchen“ freuen. „Der Vorteil ist, dass wir für die kommende Saison nicht bei null anfangen müssen“, so Engel.

Fußball-EM muss bei Terminplanung beachtet werden

Die Konzeption müsse natürlich angepasst werden, und es komme jetzt eine ganze Menge Arbeit auf die Festspiele zu. Unter anderem könne der Zeitplan von 2020 nicht einfach auf das kommende Jahr übertragen werden, da die Ferientermine 2021 anders liegen. Außerdem werde man auch beim Terminplan im nächsten Jahr die noch nicht endgültig fixierten Spieltermine der verschobenen Fußball-Europameisterschaft beachten müssen.

„Deshalb können wir aktuell noch keinen endgültigen Spielplan vorlegen, arbeiten mit Hochdruck daran“, so der Intendant. Die Festspiel-Saison 2021 wird aller Voraussicht nach am 14. Mai starten. Erfreulicherweise hätten aber schon eine Reihe von Schauspielern ihre generelle Mitwirkung im nächsten Jahr zugesagt, so der Intendant weiter. 

Vorarbeiten sind nicht ganz umsonst

Oberbürgermeister Kaminsky sieht in der Beibehaltung des ursprünglichen Programms nicht nur den Vorteil, dass sich die Fans nicht umsonst auf die Stücke gefreut haben. Die Entscheidung gebe auch die Möglichkeit, zumindest einen Teil der bereits geleisteten Vorarbeiten, etwa bei Textbüchern und Kompositionen, für die neue Festspielsaison zu nutzen. Damit werde ein weiterer – wenn auch überschaubarer – Beitrag zur Minderung der erheblichen Verluste bei den Festspielen geleistet.

„Angesichts der erheblichen Ausfälle, die durch die notwendige Absage der Aufführungen in diesem Jahr entstanden sind, zählt jeder Euro“, so der Oberbürgermeister. Wegen der äußerst schwierigen Finanzlage, die auf die Stadt aufgrund der Corona-Pandemie zukommt, sei sparsames Wirtschaften oberstes Gebot. Ziel müsse es sein, auch weiterhin in jedem Jahr die Festspiele stattfinden zu lassen.

„Das sind wir den Fans und vor allem den Kindern schuldig“, so Kaminsky. Oberbürgermeister und Intendant hoffen, dass mithilfe aller es gelingen werde, die Festspiele weiterhin als kulturellen Leuchtturm der Region am Leben zu erhalten. Die aktuelle Entscheidung, das ausgefallene Programm von 2020 im nächsten Jahr auf die Bühne zu bringen, sei dafür ein klares Signal, erklären Oberbürgermeister und Intendant abschließend laut Mitteilung.

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