Auf einer alten Polizeiwache muss sich Kommissar Felix Murot (Ulrich Tukur, rechts) im neuen Tatort "Angriff auf Wache 08" mit Jenny Sibelius (Paula Hartmann) und Walter Brenner (Peter Kurth) auseinandersetzen. Foto: PM

Hanau

Preview für Tukur-Tatort im Congress Park

Hanau. Hoher Besuch im Congress Park Hanau: Anlässlich einer Preview des neusten Ulrich-Tukur-Tatorts besuchen die Schauspieler die Brüder-Grimm-Stadt, in der auch Szenen für die neue Folge gedreht wurden.

Von Kerstin Biehl

Sonntagabend, 20.15 Uhr. Deutschland sitzt vor dem Fernseher. Die Chipstüte rechts, die Fernbedienung links. Es erklingt die vertraute Titelmelodie mit dem seit 1970 gleichen Vorspann. Beides tief im Gedächtnis von Generationen eingegraben. Der Tatort beginnt. Es ist die älteste und meist gesehene Krimireihe im deutschen Fernsehen (Erstausstrahlung 1970).

Über 100 Ermittler waren bisher im Einsatz. In den deutschen Großstädten München, Köln und Berlin, aber auch in der Nürnberger Provinz, in der Schweiz und in Österreich ermitteln die Tatortkommissare. Und natürlich im Rhein-Main-Gebiet. Hier ist für das Landeskriminalamt Felix Murot im Einsatz. Gespielt wird die Figur von Schauspieler Ulrich Tukur.

Tukurs achter Tatort

Gedreht wurde der Tukur-Tatort im August 2018 unter anderem in Hanau auf dem ehemaligen Pioneer Gelände und in Maintal, am Dörnigheimer Opeleck. Jetzt, mehr als ein Jahr später, ist es soweit: „Angriff auf Wache 08“ wird am Sonntag, 20. Oktober, ausgestrahlt. Am 16. Oktober gibt es eine Preview im Hanauer CongressPark.

„Angriff auf Wache 08“ ist der achte Tukur-Tatort, gedreht und produziert vom Hessischen Rundfunk. Regie führte Thomas Stuber. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Clemens Meyer und Thomas Stuber. In den Hauptrollen sind neben Ulrich Tukur, der seit 2010 Tatort-Kommissar ist und 1957 in Viernheim geboren wurde, auch Barbara Philipp, Christina Große und Peter Kurth zu sehen. Tukur hat eine besondere Verbindung zur Region: Er ging 5 Jahre in Großkrotzenburg zur Schule, aufs Franziskaner-Gymnasium Kreuzburg.

Schlüsselszenen in Hanau gedreht

Für die Umsetzung sorgte das Team Nikolai von Graevenitz (Kamera), Manfred Döring (Szenenbild), Christian Mathias (Ton), Stefan Blau (Schnitt), Francesca Merz (Kostümbild) und Nathalie Mischel (Casting). Die Produktionsleitung hatte Ulrich Dautel, die Redaktion lag bei Jörg Himstedt und Liane Jessen. Die Szenen, die auf Pioneer gedreht wurden, nehmen fünf bis sechs Minuten in dem 90-Minüter ein. Hauptsächlich wurde in Frankfurt und in einer Friedberger Kaserne gefilmt.

Der Hanauer Schauplatz spielt in dem Tatort dennoch eine wichtige Rolle, eine der Schlüsselszenen wurde dort gedreht. In dem Krimi geht es um ein Mädchen (gespielt von Paula Hartmann), das seinen erschossenen Vater rächen will und sich in einer alten Polizeiwache verschanzt. Der Auslöser für ihren Rachefeldzug spielt auf den Straßen von Triangle Housing auf Pioneer.

HR produziert und dreht seinen Tatort komplett selbst

Dort hatte voriges Jahr das hr-Team einen kleinen Eiswagen samt Außengastronomie errichtet. Vater und Tochter fahren vor, schlendern zum Verkaufstresen. Auf der Straße hält ein dunkler BMW, die hintere Scheibe geht runter, ein Gewehr kommt zum Vorschein. Schüsse knallen durch die eigentlich leeren Straßen. Der Eisverkäufer und der Vater brechen tödlich getroffen zusammen, eine der dunklen Gestalten im Wagen stirbt wenig später.

Der hr ist der einzige ARD-Sender, der seine Tatort-Folgen noch komplett selber dreht und produziert. Die Einsätze für BKA-Ermittler Felix Murot sind deshalb auch aufwändiger, experimenteller als andernorts. In Hanau war Tukur, der zu den bekanntesten deutschen Schauspielern gehört und 2006 in dem Oscar-preisgekrönten Film „Das Leben der Anderen“ die Rolle des Oberstleutnants der DDR-Staatssicherheit Anton Grubitz verkörperte, nicht am Set.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema