Der ausrichtende Verein: Der CSD Hanau veranstaltet den ersten Christopher Street Day am 29. Juni. Auch nach dessen Premiere will der Verein seine Aufklärungsarbeit fortsetzen. Fotos: Per Bergmann, PM

Hanau

Premiere: Christopher Street Day in Hanau

Hanau. Am Samstag, 29. Juni, wird Hanau den ersten Christopher Street Day (CSD) in seiner Geschichte erleben. Das umfangreiche Vorprogramm, die sogenannten Pride Weeks, werden heute mit der Wanderausstellung „unverschämt“ eingeleitet.

Von Per Bergmann

Der CSD ist eine weltweit bekannte Demonstration gegen die Diskriminierung und Ausgrenzung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern. Bereits 1970 fand die erste Demo in New York statt. Fast 50 Jahre später hat die Bewegung auch die Brüder-Grimm-Stadt erreicht. Noch vor dem Höhepunkt Ende Juni wird im Rahmen zahlreicher kultureller, informativer Veranstaltungen Aufklärungsarbeit betrieben.

CSD-Hanau vor einem Jahr gegründet

Verantwortlich für dieses gesellschaftliche und politische Engagement zeichnet der Verein CSD Hanau, der sich bei seiner Gründung vor rund einem Jahr den ersten Christopher Street Day in Hanau als Ziel auf seine bunten Fahnen geschrieben hatte. „Jetzt nähern wir uns mit großen Schritten diesem großen Tag“, ist Steve Euler vom Organisationsteam voller Vorfreude. „Die Premiere des CSD soll das Fundament weiterer, regelmäßiger Veranstaltungen im Main-Kinzig-Kreis sein.“

„Bis zum eigentlichen CSD wird es jetzt fast täglich eine thematisch passende Veranstaltung geben.“ Das rund 15-köpfige Organisationsteam des Hanauer Vereins hoffe dabei auf weitere Unterstützung aus der Bevölkerung, so Euler, der sich unter anderem um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. „Helferinnen und Helfer sind bei uns immer herzlich willkommen, vor allem für den CSD selbst.“ Auf- und Abbau, Getränkeverkauf – Arbeit gibt es genug. Dabei zählen auch „zahlreiche heterosexuelle Menschen“ zu den Unterstützern, weiß Euler. Schließlich sind es gerade sie, die im Rahmen der Aufklärungsarbeit, der Demonstration für mehr Gleichberechtigung, erreicht werden sollen.

Fester Treffpunkt für die Community

Das gesellschaftliche Engagement werde auch nach der CSD-Premiere fortgesetzt: „Wir wollen beispielsweise regelmäßige Stammtische im gesamten Kreisgebiet etablieren.“ Diese monatlichen „Come together“ sollen ein fester Anlaufpunkt für nicht-heterosexuelle Menschen werden. Denn „ein Treffpunkt für die Community fehlt in Hanau und Umgebung, eine Szene gibt es bisher nicht“. Das soll sich in Zukunft ändern.Die Pride Weeks sind ein zweieinhalbwöchiges Vorbereitungsprogramm, das einen Vorgeschmack gibt, wie diese regelmäßigen Veranstaltungen aussehen könnten.

Der Startschuss fällt mit der Wanderausstellung „unverschämt“ im Untergeschoss des Forums Hanau. Eröffnet wird sie von Kai Klose (Bündnis '90/Die Grünen), dem hessischen Staatsminister für Soziales und Integration sowie von Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). „Die Ausstellung gibt einen Überblick über die Geschichte gleichgeschlechtlich begehrender Männer und Frauen in Hessen“, erklärt Euler. Sie beleuchte die Entwicklung, Einzelschicksale, aber auch straf- und zivilrechtliche Gesetze in der Zeit von der Gründung Hessens im Jahr 1945 bis zur Etablierung der Emanzipationsbewegung Mitte der 1980er Jahre. Die präsentierten zeitgeschichtlichen Dokumente basieren auf einem vom hessischen Ministerium für Soziales und Integration in Auftrag gegebenen Forschungsprojekt.

Abschlussfest im Olof-Palme-Haus

In zweieinhalb Wochen kommt es dann zum eigentlichen Höhepunkt, dem ersten CSD in Hanau. Ausgangspunkt ist vor dem Portal von Schloss Philippsruhe. Von dort aus soll der farbenfrohe Lindwurm durch die Stadt ziehen, bis zum Schlossplatz, vorbei am Freiheits- und dem Marktplatz, zurück in die Philippsruher Allee. Ziel ist das Olof-Palme-Haus, wo die Besucher ein großes Fest mit einem umfangreichem Bühnenprogramm erwartet.

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