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Die Polizei hat die Kriminalstatistik für 2019 veröffentlicht.

Weniger Straftaten bei besserer Aufklärungsquote

Polizeipräsidium Südosthessen legt Kriminalstatistik für das Jahr 2019 für Hanau und den Main-Kinzig-Kreis vor

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Kriminelle hatten es vergangenes Jahr im Main-Kinzig-Kreis nicht leicht: Denn der Kreis verzeichnet ebenso wie die Stadt Hanau für das Jahr 2019 die beste Aufklärungsquote von Straftaten seit Bestehen des Polizeipräsidiums Südosthessen im Jahr 2001.

Im Main-Kinzig-Kreis wurden 62 Prozent aller Strafttaten aufgeklärt, in Hanau sogar 70 Prozent. Das geht aus der aktuellen Kriminalstatistik hervor, die das Polizeipräsidium Südosthessen am Dienstag veröffentlicht hat.

Polizeipräsident Roland Ullmann zieht darin eine positive Bilanz: „Wir registrieren so wenig Straftaten wie nie zuvor. Das bedeutet, dass weniger Menschen Opfer von Straftaten werden und dass für Straftäter ein hohes Risiko besteht, entdeckt und zur Rechenschaft gezogen zu werden“. Insgesamt ist die Kriminalität im Main-Kinzig-Kreis im Vergleich zu den Vorjahren weiter gesunken: In Hanau erreichte das Straftataufkommen mit 6806 Delikten den niedrigsten Wert seit Bestehen des Polizeipräsidiums. Der restliche Main-Kinzig-Kreis erreichte mit 10 515 Delikten den zweitniedrigsten Wert seit 2001. 

40 Prozent der Wohnungseinbrecher gingen leer aus

Insbesondere in den Bereichen Straßenkriminalität, Diebstahl, Sexualdelikte sowie Kriminalität von Zuwanderern (größtenteils Verstöße gegen Aufenthaltsbestimmungen) sind die Fallzahlen 2019 teils stark gesunken. 

Angestiegen sind die Fälle hingegen bei der Internetkriminalität, ebenso wie bei Wohungseinbruchdiebstählen. Allerdings gingen bei den Wohnungseinbrüchen die Täter in knapp 40 Prozent der Fälle leer aus. Hier blieb es bei dem bloßen Versuch. 

In den vergangenen 20 Jahren konnte die Anzahl der Wohnungseinbrüche im Main-Kinzig-Kreis jedoch mehr als halbiert und in Hanau sogar fast gedrittelt werden. Im Bereich der Internetkriminalität handelte es sich bei rund 70 Prozent um Betrugsmaschen. Während in Hanau die Rauschgiftkriminalität durch eine erhöhte Kontrolldichte im Vergleich zum Vorjahr um knapp 33 Prozent gestiegen ist, ging sie in anderen Kommunen des Main-Kinzig-Kreis um insgesamt fast 20 Prozent zurück. 

Schwerpunkt in den kommenden Jahren: Bekämpfung des Rechtsextremismus

Ein ähnlich divergentes Bild zeichnete sich bei Übergriffen auf Polizisten ab: 2019 wurden im Main-Kinzig-Kreis (Hanau ausgenommen) knapp 42 Prozent weniger Übergriffe auf Polizisten registriert. In Hanau hingegen wurde knapp ein Drittel mehr Übergriffe verzeichnet als im Vorjahr. Somit bildet sich in Hanau der landesweite Trend ab. Auch die Anzahl der Delikte im Bereich Raub und räuberische Erpressung war im Main-Kinzig-Kreis (Hanau ausgenommen) mit einem Unterschied von knapp 27 Prozent zum Vorjahr stark rückläufig, während sie in Hanau gleich blieb. Nahezu unverändert blieben in Hanau auch die Fallzahlen bei Körperverletzung und Jugendkriminalität, während die Jugendkriminalität im Kreis um etwa 6 Prozent sank und die Körperverletzungsdelikte um einen ähnlichen Prozentsatz anstiegen. 

In den kommenden Jahren will das Polizeipräsidium einen Schwerpunkt auf die Bekämpfung von Rechtsextremismus legen, kündigt Ullmann an: „Wie fragil das Konstrukt 'Sicherheit' ist, haben uns zuletzt die tragischen Geschehnisse in Hanau gezeigt. Diese bestärken uns in unserem Auftrag, auch zukünftig für die Bürgerinnen und Bürger unserer Region alles zu geben, um die Straftaten so gering und die Aufklärungsqoute so hoch wie möglich zu halten. Die Bekämpfung des Rechtsextremismus hat dabei höchste Priorität“. versicherte der Polizeipräsident.

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