Bei der Kontrolle wirden an zwölf Fahrzeugen ein Mangel an der Beleuchtung festgestellt. Fotos: Mike Bender

Hanau

Polizei bringt bei Beleuchtungskontrolle andere Dinge ans Licht

Hanau. Die Tage werden dunkler. Der Winter naht. Das bedeutet, dass eine einwandfrei funktionierende Beleuchtung an den Kraftfahrzeugen elementarer ist als ohnehin schon. Wir haben die Polizei bei einer Beleuchtungskontrolle begleitet. Mit interessanten Ergebnissen.

Von Mike Bender

Es ist kurz vor 17.30 Uhr, als Polizeihauptkommissar Karsten Sommer die Pylonen auf die Straße stellt. Es dämmert, der Verkehr fließt zäh Richtung A3. Keine fünf Minuten später stehen die ersten Fahrzeuge in der Kontrollstelle gegenüber dem Rondo. Die Fahrer wirken nicht begeistert davon, im Feierabendverkehr auch noch angehalten zu werden, aber gerade hier gelingen den Beamten oft unerwartete Beifänge.

Die Auswahl trifft ein Beamter mit geschultem Auge. Wie sieht das Fahrzeug aus, wie die Personen, Kennzeichen, manchmal entscheidet auch nur das Bauchgefühl – und oft liegt gerade das richtig, was sich an diesem Abend mehrmals beweisen soll.

Beamter kann auch die Risiken der Mängel einschätzen

Im Rahmen der Aktion „Licht-Test 2019“ legen Sommer und sein Team, die als Fachdienststelle für die Überwachung des Verkehrs zuständig sind, ein besonderes Augenmerk auf die Beleuchtung der Fahrzeuge und klären die Fahrer über die Risiken mangelhafter Beleuchtung auf.

Aber auch die Kontrolle der Ladungssicherung, Dokumente, Technik oder Tuning fallen in ihr Aufgabengebiet. Dazu sind die Beamten speziell geschult. So ist ein Beamter als Gutachter auch gleich in der Lage, die von den festgestellten Mängeln ausgehenden Risiken einzuschätzen.

Beamte sind auch nur Menschen

Viel Arbeit verursacht vor allem der Fahrer eines BMW. Bei der näheren Begutachtung des Fahrzeugs fallen den Beamten schnell die breiten Felgen ins Auge. Weil die nötige Prüfnummer nirgendwo zu finden ist, untersuchen die Beamten schließlich die Felgen von der Rückseite mit einem Endoskop und werden fündig und stellen fest, dass die Felge für diesen Fahrzeugtyp nicht genehmigt ist – Betriebserlaubnis erloschen.

Damit müsste der Fahrer sein Auto eigentlich stehen lassen. Aber die Beamten sind auch Menschen. „Unser Kfz-Gutachter hat sich die Felgen angeschaut und festgestellt, dass davon keine akute Gefahr ausgeht, somit kann der Fahrer noch nach Hause fahren“, sagt Sommer.

Ordner mit Genehmigungen erspart den Beamten Arbeit

Der Fahrer wird dennoch eine Bußgeldanzeige und eine Mängelkarte erhalten, mit der Auflage die Beseitigung der Mängel in einem bestimmten Zeitraum auf einer Dienststelle nachzuweisen. Nach mehreren kontrollierten Fahrzeugen bekommt man den Eindruck: Viele Fahrer wirken unsicher, wissen nicht, wo sich der Fahrzeugschein oder andere Dokumente befinden, oder welche Unterlagen sie überhaupt mitzuführen haben.

Ganz anders ist es hingegen oft bei offensichtlich getunten Autos, deren Fahrer meistens gleich einen ganzen Ordner mit allen nötigen Genehmigungen und Dokumenten mitführen, was den Beamten langes Suchen erspart.

Zwölf Fahrzeuge mit Mängeln

Der Feierabendverkehr ist schon fast vorbei, als den Beamten ein junger Mann aus Mühlheim auffällt, dessen Augen keine Reaktion zeigen, als der Beamte mit der Taschenlampe durchs Seitenfenster leuchtet. Der Beamte bleibt bei seinem Instinkt, winkt den Fahrer raus. Er wird richtig liegen. Nach weiteren Reaktionstests verläuft auch der Drogenschnelltest positiv. Für den 22-Jährigen heißt das: Mitkommen auf die Wache nach Offenbach zur Blutentnahme.

Einige Zeit später kommt die Nachricht per Telefon. Bei der Durchsuchung des Fahrers wurde ein fertig gedrehter Joint in der Unterhose gefunden. Insgesamt halten die Beamten an diesem Abend 42 Fahrzeuge an und kontrollieren 51 Personen. An zwölf Fahrzeugen wird dabei ein Mangel an der Beleuchtung festgestellt.

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