Es war der Wunsch von "Wolfsmutter" und Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel, dass die Wölfe in ihr altes Gehege zurückkehren. Foto: Holger Hackendahl

Klein-Auheim

Polarwölfe ziehen in ihr altes Zuhause

Klein-Auheim. Die Polarwölfe Inuq, Aslan und Monja sind zurück in ihrem alten Zuhause, dem Wolfsgehege mit Ausblickhügel, in dem sie mit ihren Zieheltern einst gemeinsam geheult haben.

Von Holger Hackendahl

Eine Woche vor dem Wolfsheulen im Wildpark Alte Fasanerie wurden die achtjährigen Weißpelze von Tierarzt Thomas Geilhof mit Narkosepfeilen schlafen gelegt. Mit einem Hänger wurden die schlummernden Weißpelze in ihr ehemaliges, 300 Meter Luftlinie entferntes Polarwolf-Gehege gebracht.

Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel blieb bis zum Aufwachen am Abend an der Seite der Tiere. Tags darauf waren Inuq, Aslan und Monja wieder putzmunter. Sie erkundeten ihr neues, altes Areal. Das verwaiste in den Sommermonaten, nachdem der 15-jährige „Methusalem“ Scott, der letzte Verbliebene des alten Polarwolfrudels, im Mai gestorben war. Seine beiden letzten Lebensjahre hatte Scott – nach dem Tod von Leitwölfin Ayla – als „einsamer Wolf“ verbracht. Er war von der Biologin, die als einzige Zugang zum Areal hat, mit Futterleckereien, Schmerz- und Vitamintabletten versorgt worden. „Die drei Wölfe fühlen sich nach ihrem Umzug total wohl. Alle haben sie die Narkose gut überstanden. Am nächsten Tag bin ich zu ihnen rein und habe das andere Gehegeteil aufgemacht, die Wölfe sind glücklich und haben auch gleich den Wolfshügel erobert“, berichtet Ebel.

Trio zurück im ehemaligen Gehege

Die von der Wildpark-Biologin im Frühjahr 2011 mit der Flasche aufgezogene, mittlerweile acht Jahre alten Polarwolf-Geschwister wurden im Absperrgehege ihres alten Areals mit Betäubungspfeilen aus dem Druckluftgewehr vom Marburger Tierarzt Geilhof in den Tiefschlaf versetzt. Es dauerte eine gute Viertelstunde, bis die narkotische Wirkung der Injektion „Hellabrunner Mischung“ einsetzte. Mittels Trage wurden die an die 70 Kilogramm wiegenden Weißpelze von zwei Tierpflegern in einen bereitstehenden Hänger gebracht und sofort in ihr neues Zuhause gefahren.

Das Trio kehrt damit – so war es der Wunsch der Wildpark-Biologin – in das Gehege zurück, in dem sie als junge Wölfe mit den drei „Alten“ zusammengelebt hatte. Im geräumigeren Wolfsareal haben sie einen Ausblickhügel und einen Teich, in dem sich die Polarwölfe im Sommer abkühlen können. Auch ist das Gehege durch eine Tür absperrbar, sodass die Tierpfleger ein Areal säubern können, während das Wolfsrudel im anderen Gehegeteil ist.

Freitag ab 19 Uhr Wolfsheulen

Die „neue Generation Polarwolf“ geht nun am Freitag 27. September ab 19 Uhr zum Heulen an den Start. Eine Heulgarantie könne jedoch nicht gegeben werden, sagt Ebel. Aber es wird spannend zu hören, ob die jüngere Polarwolf-Generation – so wie die Alten – vom Wolfshügel heult.

In ihrem bisherigen Gehege zeigten sich Monja, Aslan und Inuq bisher eher zaghaft im Heulen, wohl auch irritiert von den Menschenmassen, die dicht gesäumt am Zaun standen. Aber nun sind sie ja zurück im Gehege, wo sie groß wurden. Und ihre „Wolfsmutter“, die auf 15-jährige Wolfsarbeit zurückblicken kann, wird wieder zum Geheul anstimmen. „Der Europäische Wolf Siegfried ist noch am Freitagnachmittag in das nun ehemalige Gehege der drei Polarwölfe eingezogen und soll so bald wie möglich mit einem weiblichen Wolfswelpen vergesellschaftet werden“, kündigt die Biologin an.

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