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Plötzlicher Herztod: Willi Köchling verstirbt auf der Bühne

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Mit 67 Jahren verstarb der begnadete Karnevalist Willi Köchling. Foto: Hackendahl
Mit 67 Jahren verstarb der begnadete Karnevalist Willi Köchling. Foto: Hackendahl

Dramatisch endete am Montag die Singstunde bei den Hellenbachfinken: Während eines Liedes brach Willi Köchling zusammen und verstarb auf der Stelle. Die Vereinskollegen der 1. Karnevalgesellschaft blieben fassungslos zurück angesichts des Todes von Köchling, der 67-jährig offenbar einem plötzlichen Herztod erlag.

Von Holger Hackendahl

Nun trauern die Klein-Auheimer um ein Urgestein, der sich als Edel-Fastnachter einen Namen gemacht hatte. Köchling war mehr als 50 Jahre lang Mitglied der 1. Karnevalgesellschaft (1.KG) Klein-Auheim gewesen. „Die 1.KG war sein Leben. Als junger Mann war er schon der Landsknechtsgarde beigetreten und leitete sie später“, erinnert sich die KG-Vorsitzende Rosi Bauer.

Eindruck im Theater

Köchling gründete die KG-Brass-Band, wurde Mitglied bei der KG-Gesangsgruppe Hellebachfinken ein und stand dann viele Jahre lang an deren Spitze. Auch im Theater hinterließ er Eindruck. In der Theatergruppe der 1. KG war er in vielen Rollen zu sehen. Seine unvergleichliche Mimik und sein schauspielerisches Talent prädestinierten ihn für zahlreiche Hauptrollen.Außerdem erlebten ihn die Fastnachtsfreunde alsbegnadeten Büttenredner, der gemeinsam mit Reiner Welzbacher als kongeniales Duo „Wittewitt und Bumbum“ begeisterte.

Viele Einzelverträge

Zudem stand er in vielen Einzelvorträgen bei „seiner 1.KG“ in der Bütt. „Wittewitt und Bumbum haben die KG karnevalistisch auch außerhalb Klein-Auheims Grenzen vertreten. Überall wo er gebraucht wurde, hat er mitgeholfen – ganz besonders bei der Kerb. Wenn es um Vereinsarbeit ging, war er immer präsent“, erklärt Bauer betrübt. „Willi war ein sehr geselliger Mensch und begeisterter Motorradfahrer.“ Dass Köchling viele Inte-ressen und Vorlieben hatte und sich nie scheute, in der ersten Reihe zu stehen, zeigt auch sein Engagement für den Country- und Westernclub Longriders, deren Vorsitzender er viele Jahre lang war und für den er dieCountry-Night mitorganisierte. Zu Jahresbeginn war er als Vize ins zweite Glied gerückt. Bei Tagen der offenen Tür bot er Tipi-Besichtigungen an, führte junge Indianerfans durch die Zelte und erklärte deren Lebensweise, trommelte und sang Indianerlieder. Zehn Jahre wirkte er engagiert beim langen Indianerwochenende im Klein-Auheimer Wild-park mit.

Mitglied der FDP

Köchling war auch einige Jahre kommunalpolitisch tätig als Mitglied der FDP-Fraktion im Klein-Auheimer Ortsbeirat. „Wir verlieren mit Willi Köchling einen guten Freund und sehr engagierten Vereinsmenschen, der nicht nur die Klanaamer Fassenacht bereichert hat“, wertschätzte Rosi Bauer das Ur-gestein, das allen in bleibender Erinnerung bleibenwird.

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