Die Arbeiten rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche schreiten voran. Foto: Christian Dauber

Hanau

Platz an Wallonischer Kirche: Planung wohl doppelt so teuer

Hanau. Die Arbeiten rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche laufen auf Hochtouren. Autofrei und multifunktional soll der Platz werden.

Von Christian Dauber

Doch für die Planung muss die Stadt tief in den Geldsäckel greifen: Für Planungs- und Ingenieurleistungen werden 1,1 Millionen Euro fällig – statt ursprünglich geplanter rund 551 000 Euro.

Erste grobe Schätzungen im Jahr 2015 waren von 4,3 Millionen Euro für das Gesamtprojekt ausgegangen. Mit der Zeit konkretisierte sich die Planung, zudem stiegen die Baupreise an. Mitte 2018 wurde daher die neue Kostenrechnung aufgemacht: Rund 3,3 Millionen Euro gibt die Stadt Hanau für die Arbeiten am Platz aus, weitere 3,9 Millionen für den Ausbau der Straßen rundherum. Diese Erhöhungen sind beschlossen und im Haushalt einkalkuliert, die gestiegenen Planungskosten jedoch noch nicht. Eine entsprechende Magistratsvorlage steht daher auf der Tagesordnung der kommenden Sitzung des Ortsbeirates Innenstadt am Dienstag, anschließend müssen die Stadtverordneten am Montag, 23. September, grünes Licht geben.

Hintergrund der Kostensteigerung: Die Auftragssumme für das Planungsbüro „Die Landschaftsarchitekten“ bemaß sich bei der Auftragsvergabe am 27. Juni 2016 an der Höhe der geschätzten Baukosten von 4,3 Millionen. Vier Planungsvarianten wurden ausgearbeitet. Im Rahmen des Bürgerwochenendes im Oktober 2017 habe ein „umfangreicher Beteiligungsprozess mit Bürgern, Interessenvertretern und politischen Gremien“ zur Neugestaltung stattgefunden, heißt es in der Vorlage. Die Stadtverordneten hätten sich in der Folge für eine Variante entschieden. Anschließend seien die Planungen konkretisiert worden und die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen erfolgt.

„Im Verlauf des mittlerweile seit über drei Jahren laufenden Planungsprozesses wurden, unter anderem bedingt durch den Beteiligungsprozess, Anpassungen und Ergänzungen an den Planungen vorgenommen. Darüber hinaus gab es aufgrund der stark gestiegenen Baupreise der letzten Jahre eine erhebliche Kostensteigerung gegenüber den ursprünglichen Kostenansätzen aus dem Jahre 2015. Dies hat Auswirkungen auf die Honorare für die Planungs- und Ingenieurleistungen, die gemäß HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) im Wesentlichen von den anrechenbaren Baukosten abhängig sind“, heißt es wörtlich in der Vorlage zur Begründung.

Dutzende Bäume gefällt

Hinzu kämen zusätzliche Planungsleistungen wie die Vorbereitung des Bürgerdialogs sowie die Erhebung und Untersuchung des ruhenden Verkehrs, die zum Zeitpunkt der ursprünglichen Auftragsvergabe in dem nun benötigten Umfang noch nicht absehbar gewesen seien oder eine Beauftragung erst zu einem späteren Zeitpunkt notwendig geworden sei, wie etwa die Lichtplanung für den Platz oder Baugrunduntersuchungen. Warum wird die Kostensteigerung jetzt erst publik beziehungsweise in die politischen Gremien getragen?

„Erst nach dem Kostenfestsetzungsbeschluss durch die Stavo Ende Juli 2018 waren Ausschreibungen möglich. Die zogen sich bis weit in das Jahr 2019, auch wegen entsprechender Baukonjunktur“, teilt Stadtsprecher Haas-Feldmann mit.

Die Baumaßnahme in der Innenstadt hatte zuletzt im Februar für Kontroversen gesorgt. Dutzende Bäume waren gefällt worden. Das war von vielen Hanauern kritisch beäugt worden. Zu Beginn der Planungen hatte die Parkplatzfrage für Diskussionen gesorgt. Auch durch den Protest von Marktbeschickern bleiben nun 43 Stellplätze am Rand erhalten.

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