Hier soll ein Hotel entstehen: Eines der Gebäude des Ensembles namens „Fünf Brüder“ soll umgebaut werden. Noch steht der künftige Betreiber allerdings nicht fest.  Archivfoto: PM

Hanau

Pioneer-Park: Gespräche mit Hotelketten laufen

Wolfgang. Bis Ende 2021 soll im Neubaugebiet Pioneer-Park ein Business-Hotel mit mindestens 140 Zimmern eröffnen. Noch steht allerdings nicht fest, welche Kette das Hotel betreiben wird, das in einem der „Fünf Brüder“ genannten Gebäude realisiert werden soll.

Von Christian Dauber

„Unsere Verhandlungen mit etablierten Betreibergesellschaften sind intensiv und weit gediehen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Verlauf“, erklärt Alfons Keck, Geschäftsführender Gesellschafter des Projektentwicklers Bamac und Keck 3. Pioneer Hanau, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Nähere Einblicke könne man „aus Diskretionsgründen derzeit leider nicht geben“, heißt es aus der PR-Agentur, die für das Unternehmen die Pressearbeit macht. Man werde „zum gegebenen Zeitpunkt“ über Neuigkeiten informieren.

Mindestens 140 Zimmer

Bamac und Keck 3. Pioneer Hanau entwickelt das Hotel und hat zu diesem Zweck im Juli 2019 das Grundstück erworben. In einer Mitteilung wurde damals informiert, dass mindestens 140 Gästezimmer in einem der Bestandsgebäude des Gebäudeensembles „Fünf Brüder“ entstehen sollen.

Der Bauherr habe das unabhängige Beratungsunternehmen für Hotelimmobilien und Hoteltransaktionen tophotel consultants GmbH mit der Begleitung der Projektentwicklung sowie der Betreibersuche beauftragt. Das Business-Hotel sei konzipiert für eine renommierte Betreibergesellschaft mit internationaler Hotelmarke, hieß es damals

Elektrofahrzeuge und umweltfreundliche Materialien

„Zukunftsweisend sind die klimafreundliche Planung sowie die strukturellen Synergien am Standort. Der Pioneer-Park ist ein Leuchtturmprojekt für innovatives und zukunftsorientiertes Wohnen und Arbeiten“, wurde Alfons Keck damals zitiert.

Die Nachhaltigkeit werde auch in dem Hotelprojekt fortgesetzt. Beispielsweise solle eine Mobilitätsstation direkt am Gebäude entstehen. Es sollen umweltfreundliche Baumaterialien verwendet werden. Hotelgäste sollen direkten Zugriff auf bereitstehende Elektrofahrzeuge bekommen. So seien die Nutzer jederzeit mobil, auch wenn sie nicht mit einem eigenen Fahrzeug anreisten.

Bisher ist noch nichts passiert

Während die Arbeiten für das Wohnviertel auf dem 50 Hektar großen Pioneer-Gelände schon seit geraumer Zeit laufen, ist am für das Hotel vorgesehenen Gebäude noch nichts passiert. Bevor dort gebaut werden könne, müsse feststehen, wer Betreiber werde, erklärt die PR-Agentur auf Nachfrage.

Das Gebäude müsse vollständig entkernt werden. Das Flächen- und Raumkonzept werde an die Wünsche des Betreibers angepasst. Zudem bestehe die Möglichkeit, das Hotel um einen neuen Anbau zu erweitern, der sich für sogenannte Serviced Apartments (möblierte Wohnungen mit Hotelservice) oder einen Tagungsbereich eignet.

Hotel der Mittelklasse geplant

Das Hotel werde im sogenannten Midscale-Segment gebaut. Wie auf der Internetseite hotelier.de erläutert wird, ist ein Midscale Hotel nach englisch-deutscher Übersetzung ein Mittelklasse- Hotel. Dazu gehörten in der Regel die Drei- und Vier-Sterne-Hotels. Novotel beispielsweise sei die Midscale-Marke von Accor. Darüber komme die Gruppe der Upscale-Hotels.

„Gerade bei den Hotels der Budget- und Midscale-Kategorie haben die Hotelgesellschaften die größten Erwartungen, denn die dynamische Entwicklung dieser Segmente setzt sich weiter fort. Der Bereich kann sich dank seiner geringeren Kosten besten Gewinnerwartungen erfreuen“, heißt es auf dem Portal für Hotellerie und Gastronomie.

Gesundheitszentrum neben dem Hotel

In den übrigen Gebäudeteilen der „Fünf Brüder“ ist neben dem Hotel beispielsweise ein Premium-Gesundheits- und Schönheitszentrum vorgesehen. In unmittelbarer Nachbarschaft entstehen im ebenfalls denkmalgeschützten ehemaligen Offiziers-Casino „Deutsches Haus“ barrierefreie Loft-Wohnungen.

Bei den Planern ist man vom zukünftigen Erfolg des Hotels überzeugt. „Der zukünftige Hotelbetreiber profitiert von dem bisher geringen Markenhotelangebot, der Attraktivität des neuen Stadtquartiers, optimalen verkehrstechnischen Anbindungen und der Nähe zum Ballungszentrum Frankfurt am Main“, betonte Thomas Röckelein, Geschäftsführer der tophotel consultants, bereits im Juli 2019 laut Mitteilung.

Auch am Schlossplatz könnte ein Hotel entstehen

Das Hotel auf dem Pioneer-Gelände ist möglicherweise nicht das einzige, was in nächster Zeit in der Brüder-Grimm-Stadt eröffnet. Auch für den Schlossplatz ist das Thema nicht vom Tisch, im Gegenteil. Das bestätigte Stadtentwickler Martin Bieberle kürzlich. Seiner Aussage nach könnte im geplanten Neubau, der anstelle des Hauses des Handwerks errichtet werden soll, auch eine Hotelnutzung angesiedelt werden.

Das Thema schien zunächst vom Tisch, nachdem das Parlament für die Umsetzung des Konzepts von Baugesellschaft und Terramag für Schlossplatz und Kanzleigebäude gestimmt hatte. Ein Hotel war nicht vorgesehen, anders als beim leer ausgegangenen Investor 3W, der nach eigener Aussage sogar schon einen Betreiber an der Hand hatte.

Bauarbeiten sollen im Herbst beginnen

Die gesamte Diskussion ist nicht neu: Schon zu Beginn des Hanauer Stadtumbaus sollte im Rahmen des Wettbewerblichen Dialogs aus dem Kanzleigebäude ein Hotel werden. Trotz mehrerer Anläufe konnte dies aber nicht verwirklicht werden.

Die konkreten Planungen für Schlossplatz und Fronhof sollen laut Bieberle „im ersten Halbjahr“ präsentiert werden. Im Herbst dieses Jahres soll dann mit den Bauarbeiten begonnen werden.

Hotelstudie bisher nicht beauftragtDie Stadt Hanau hatte angekündigt, den Hotel-Standort Hanau von externen Fachleuten analysieren und bewerten zu lassen. „Die Studie ist noch nicht beauftragt worden“, erklärte Stadtentwickler Martin Bieberle gestern auf Nachfrage unserer Zeitung. Hintergrund sei, dass man sich derzeit auf die Frage konzentriere, ob auf dem Schlossplatz im Rahmen des Umbaus ein Hotel realisiert werden könne. Dieser Standort sei favorisiert. „Wenn es dort passt, ist das gesetzt“, so Bieberle. Dann könne man sich die Gesamtbetrachtung sparen, die ja auch Geld koste. Daher habe man die Beauftragung derzeit zurückgestellt.

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