Eine Komplettlösung für Kanzleigebäude und Schlossplatz ist in Sicht. Die Pläne der Stadt kommen voran. Archivfoto: Dauber

Hanau

Penthouse, Programmkino undamp; Theater als Ideen für den Schlossplatz

Hanau. Die Stadtverordneten sollen spätestens im April ein Konzept für die Zukunft von Kanzleigebäude und Schlossplatz beschließen. Wer die Ideen umsetzt, zu denen ein Gebäude mit Penthouse, ein Programmkino und ein kleines Theater gehören, ist offen.

Von Christian Dauber

Dies werde über ein Vergabeverfahren entschieden, sagte Stadtentwickler Martin Bieberle auf HA-Nachfrage. Gute Chancen darf sich Terramag ausrechnen.

Viele Ansätze für das Areal stammen von dem in der ganzen Region tätigen Projektentwickler, der im Frühjahr 2017 Interesse am Areal gezeigt und damit den Stein wieder ins Rollen gebracht hatte. Gemeinsam mit der Stadt hatte das Unternehmen, das gerne seinen Firmensitz ins Kanzleigebäude verlegen würde, in der Folgezeit am Konzept gefeilt. Bieberle sieht darin kein Problem. „Terramag hat gute Ideen entwickelt, das darf nun kein Nachteil sein“.

VariantenEntstehen soll laut Bieberle – wie bereits bekannt – eine Mischung aus Wohnen, Arbeiten und kultureller Nutzung. Wie der HA aus gut unterrichteten Kreisen erfahren hatte, ist eine neue Idee, anstelle des Hauses des Handwerks ein rund 18 Meter hohes Gebäude samt Penthouse zu errichten. Dieses würde die umliegenden Gebäude deutlich überragen. „Das ist nur eine Variante“, beschwichtigte Bieberle vorsorglich mögliche Kritiker. „Wir stehen am Anfang der Planungen.“ Natürlich könne und solle nach der Vorstellung ein „kontroverser und konstruktiver öffentlicher Diskurs“ beginnen, wie er „in Hanau üblich“ sei.

Ein Teil des Kanzleigebäudes, in dem lange Zeit die Stadtbibliothek beheimatet war, solle ebenso wie der Fronhof und das Schlossplatz öffentlich nutzbar bleiben. Die „Library“ von Gastronom Rocky Musleh könne ihren Platz behalten. Und auch das Lamboyfest sei nicht in Gefahr, betonte Bieberle. „Vielleicht muss die Hauptbühne verlegt werden, das könnte sein“, sagte er. Klar sei, dass der Schlossplatz künftig autofrei werden solle. Parkplätze für die Bewohner des neuen Quartiers sollten mit einer geplanten Tiefgarage geschaffen werden.

TheaterpläneIm Komplex soll laut Bieberle ein Programmkino entstehen. Wer dies betreiben soll, ist offen. Angedacht sei zudem, ein kleines Innenstadttheater zu eröffnen. Wenige Meter entfernt, am Rande des Freiheitsplatzes, ist seit einigen Jahren bekanntlich bereits ein Theater beheimatet. „Wenn das Stein's Tivoli Veränderungsbedarf hätte, dann wäre unser Bestreben, es in der Altstadt zu halten“, räumte Bieberle dem etablierten Theaterbetreiber ein Vorrecht ein.

Die groben Pläne als Grundlage für das Vergabeverfahren sollten spätestens in der April-Sitzung der Stadtverordneten zur Abstimmung kommen. Zuvor würden sie in einer öffentlichen Sitzung des Struktur- und Umweltausschusses präsentiert. Erforderlich sei das Vergabeverfahren nicht, fügt Bieberle hinzu. In dieser Sache sei der Stadt aber ein politisches Votum wichtig. „Es geht darum, deutlich zu machen: Was wollen wir an dieser Stelle?“

Eine Frage des KonzeptsGrundlagen des Beschlusses seien sowohl inhaltliche wie auch architektonische und städtebauliche Vorgaben. Das gesamte Quartier inklusive Schlossplatz, gegebenfalls hin bis zur Johanneskirche, solle beplant werden.

Durch die Ausschreibung des Projekts könnte prinzipiell ein anderes Unternehmen als Terramag den Zuschlag für die Entwicklung des Areals bekommen – wenn das Parlament grünes Licht für das generelle Vorhaben gibt, sich weitere Interessenten melden und sich deren Konzept durchsetzt.

Das sagt die Stadt zu den IGHA-VorschlägenBekanntlich hat die Interessengemeinschaft Hanauer Altstadt (IGHA) ein Konzept entwickelt, das eine Rekonstruktion der Gebäude am Schlossplatz nach historischem Vorbild anregt. Zudem hatte die IGHA vorgeschlagen, im Kanzleigebäude eine Ausstellung zur Hanauer Geschichte sowie Räumlichkeiten für Hanauer Vereine zu etablieren. Der

HANAUER hatte die Ideen auf einer Doppelseite präsentiert. Zu den Vorschlägen der IGHA erklärte Stadtentwickler Martin Bieberle auf HA-Nachfrage: „Vielen Dank der IGHA, dass sie sich konzeptionell mit der Entwicklung der Altstadt auseinandersetzt.“ Man werde in die Planungen Nutzungsmöglichkeiten für die IGHA integrieren. Eine rein öffentliche Nutzung des Kanzleigebäudes sei aber schwierig, betonte Bieberle und erinnerte an vergangene Versuche dieser Art. „Das scheint inhaltlich und wirtschaftlich nicht realisierbar.“ Zudem sei eine Historisierung der Altstadt wie in Frankfurt nicht vorgesehen. Vorstellbar sei aber eine Anlehnung an das historische Erscheinungsbild.

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