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Auch in der Corona-Krise halten die "Alt und Jung Patenschaften" über die digitalen Medien Kontakt.

Senioren entdecken die digitale Welt

„Alt und Jung Chancenpatenschaften“ in Zeiten von Corona: Angebote mit digitalen Medien

Senioren verfügen über reichlich Lebenserfahrung sowie wertvolles Wissen und besondere Fähigkeiten, welche sie an jüngere Menschen weitergeben können und wollen. Auf diesen Tatsachen basiert das Projekt „Alt und Jung-Patenschaften“ des städtischen Seniorenbüros.

Es wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros begleitet und gefördert. Ehrenamtlich engagierte Senioren unterstützen junge Menschen, die durch ihre Lebenslage, familiäre Situation, Migrationshintergrund und Bildungsferne oftmals von sozialer Benachteiligung betroffen sind, zum Beispiel bei der Leseförderung, beim Schulübergang, bei der Ausbildungssuche, bei der Kommunikation mit Behörden und bei der Freizeitgestaltung.

Kontakthalten in der Corona-Pandemie eine große Herausforderung

Im Vordergrund des Engagements steht eine positive Haltung und der Wille, Menschen in Not zu unterstützen und ihre Chancen zu verbessern, die Herausforderungen des Lebens erfolgreich zu bewältigen. In Zeiten von Corona sei es für die Paten, die Patenkinder, das Seniorenbüro sowie die Freiwilligenagentur eine große Herausforderung, den Kontakt untereinander zu halten und Angebote weiterhin umzusetzen, berichtet Koordinatorin Barbara Heddendorp vom Seniorenbüro.

„Wir arbeiten beispielsweise mit Messengerdiensten, E-Mail und Telefon aber auch Videokonferenzen.“ Sowohl die Hauptamtlichen als auch die vielen freiwillig Engagierten stellten sich gemeinsam dieser neuen Situation und die Freude und Motivation sei groß, wenn beispielsweise die Videokonferenz erstmals funktioniere, so Heddendorp.

Senioren entdecken die digitale Welt

So war es für die Seniorin Gerda Methfessel, die im Rahmen des Projekts Alt & Jung-Chancenpatenschaften Hausaufgabenhilfe im Weststadtbüro anbietet, eine echte Herausforderung diese nun plötzlich online zu organisieren: „Bis vor kurzem wusste ich nicht, wie ich eine 'Zoom-Videokonferenz' abhalten kann, doch inzwischen klappt es ganz gut“, berichtet sie nicht ohne Stolz. „Meine Devise ist: Learning by doing, zweimal in der Woche treffe ich mich jetzt online mit zwei Jungen im Alter von jeweils acht Jahren aus der Heinrich-Heine-Schule in Kesselstadt“, so Methfessel. Auch zwei syrischen Mädchen hilft Methfessel bei den Schularbeiten. Doch da der direkte Kontakt nicht mehr möglich ist, sei es schwierig, die Kinder weiterhin zu unterstützen, da die Familie nicht über den erforderlichen Internetanschluss oder die nötigen Geräte verfüge. Derzeit hält die Seniorin daher den Kontakt telefonisch.

Texte werden digital oder ausgedruckt ausgetauscht

Calle Leister und Renate Schwalenberg-Leister halten den Kontakt zu ihren „Patenkindern“ – vom Erstklässler bis zum Erwachsenen – online weiter. So werden beispielsweise Texte und Dokumente für Referate per E-Mail hin und her versendet, korrigiert und Vorschläge erarbeitet, berichteten die beiden Senioren. „Da einige der von uns betreuten Familien nicht über die notwendige Infrastruktur wie Laptop, PC, Drucker oder Scanner verfügen, werden manchmal Dokumente ausgedruckt und in den Briefkasten der Patenkinder geworfen oder mit dem nötigen Abstand übergeben“, berichtet Leister.

„Die Grundkommunikation geschieht weiterhin über Mobiltelefon und Whatsapp, nur ist diese jetzt viel häufiger und intensiver“. Schwierig sei es über die Distanz, die jungen Leute zu motivieren, ihre Hausaufgaben oder vielleicht noch etwas mehr zu erledigen und zu lernen. „Uns ist daran gelegen, die unterschiedliche Qualität der Betreuung durch die jeweiligen Schulen etwas auszugleichen. Manche Schüler haben fast keine Vorgaben durch die Schulen“, berichtet Schwalenberg-Leister. Im Seniorenbüro der Stadt arrangiert man sich ebenfalls mit den neuen technischen Möglichkeiten. So fand ein erstes Meeting der „Alt & Jung-Paten“ bereits per Videokonferenz statt.

Weitere Informationen

Interessenten, die sich vorstellen können im Projekt „Alt und Jung- Chancenpatenschaften“ zu engagieren, können sich informieren bei Barbara Heddendorp vom Seniorenbüro, E-Mail Barbara.Heddendorp@hanau.de, Telefon 01 57/75 44 44 97.

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