Auf den großzügig bemessenen Verkehrsflächen auf den von der Hanauer Parkhaus GmbH bewirtschafteten Parkplätzen P7 und Röderseestraße könnten zusätzliche Parkflächen für Pendler markiert werden. Foto: Thomas Seifert

Hanau

Parkplatzproblem am Hauptbahnhof - Eine Pendlerin berichtet

Hanau. Pendler, die den Hauptbahnhof zum Umsteigen auf öffentliche Verkehrsmittel nutzen, können ein Lied davon singen: Die Parkplatzsituation ist gelinde gesagt schwierig.

Von Thomas Seifert

Komfort vermisst man, die Stellplätze sind teuer und die wenigen günstigen Parkplätze schnell belegt. Dort allerdings, auf dem von der Hanauer Parkhaus GmbH bewirtschafteten P7 und Parkplatz Röderseestraße könnten nach Auffassung einer Betroffenen mindestens 20 bis 30 weitere Parkplätze geschaffen werden.

Christine E. (Name ist der Redaktion bekannt) kommt mit dem Auto aus Kahl zum Hauptbahnhof, „weil hier die Verbindungen nach Frankfurt zu meinem Arbeitsplatz sehr gut sind. Ich kann in der Regel – ohne einen bestimmten Zug im Auge zu haben – mit den Regionalbahnen von DB, VIAS, der Hessischen Landesbahn oder mit der S-Bahn ohne große Wartezeiten nach Frankfurt fahren“, so die Pendlerin im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie hat von ihrem Arbeitgeber ein Jobticket bekommen und „ich bin ein großer Fan des öffentlichen Personennahverkehrs geworden“.

Ein kostspieliges Vergnügen

Christine E. war von Kahl immer zu den Parkplätzen jenseits der Auheimer Straße mit den Bezeichnungen P7 und Parkplatz Röderseestraße gefahren und hatte auch „nach 8 oder 8.30 Uhr immer einen Stellplatz gefunden“. Das änderte sich aber, als die Bahn-Tochter Bahn Park die Bewirtschaftung des Parkplatzes zwischen Gleis 7 und 101 am Hauptbahnhof umstellte. Die Parkplätze dort sind nämlich fast doppelt so teuer wie diejenigen, von der Hanauer Parkhaus GmbH verwalteten, an der Auheimer Straße.

Zahlt man dort pro Tag (24 Stunden) zwei Euro, in der Woche (168 Stunden) zehn Euro und in vier Wochen (672 Stunden) 30 Euro, so verlangt die Bahn Park pro Tag (24 Stunden) 3,90 Euro, sieben Tage (eine Woche) 19,50 Euro, im Monat (30 Tage) 57 Euro.

Gebührenbescheide zusätzlich zu dem Parkticket

Als die Preisgestaltung durch die Bahn Park umgestellt worden war, nahmen viele Pendler den etwas weiteren Weg zu den Bahnsteigen und Zugverbindungen gerne in Kauf, weil sie so fast 50 Prozent der Ausgaben für das Parken sparen konnten. Die Folge war, dass nun schon früh am Morgen auf dem Abstellplatz der Hanauer Parkhaus GmbH kein Platz mehr zu finden ist.

Die Folge: Pendler, die erst später an ihren Arbeitsplatz müssen, nutzen die sehr großzügig bemessenen Durchfahrtsflächen auf dem Gelände und stellten ihre Autos – ohne andere Parkplatzbenutzer zu behindern – dort ab und lösten ein Ticket. Doch die Stadtpolizei kontrolliert unregelmäßig auch auf diesem Parkplatz und die Folge waren Gebührenbescheide in Höhe von zehn Euro für Falschparken zusätzlich zu den zwei Euro für ein Tagesticket.

Schlecht erkennbare Markierungen

„Teilweise wurde mehrmals in der Woche kontrolliert, manchmal überhaupt nicht. Was mich und andere Pendler, mit denen man zwangsläufig ins Gespräch kommt, nervt, ist die Tatsache, dass auf diesem Parkplatz mindestens 20 bis 30 zusätzliche Stellplätze geschaffen werden könnten, indem die großen ungenutzten Verkehrsflächen teilweise zu Parkplätzen umgewidmet werden“, so ein Vorschlag von Christine E.

Ein weiteres Ärgernis sei, dass die Markierungen der Abstellplätze ganz schlecht zu sehen sind – sie bestehen lediglich aus farbig abgesetzten Betonsteinen – und deshalb einige Autofahrer anstatt einem gleich zwei Parkplätze belegen. „Würde man hier mit relativ wenig Aufwand eine eindeutige Markierung aufbringen, könnte man ganz einfach weitere Parkmöglichkeiten schaffen“, betonte die Pendlerin.

Warteliste in Frankfurt

Wie man die Vorschläge von Christine E. umsetzen könnte, ist auf dem gegenüberliegenden Parkplatz der Bahn Park zu besichtigen. Dort wurde auf dem gesamten Gelände jede noch so kleine aber für einen Parkplatz genügend große Fläche deutlich markiert. Zusätzlich sind die einzelnen Stellplätze durch niedrige Schwellen eingefasst, bei denen man deutlich spürt, dass man gerade die Parkflächengrenze überfährt und anders einparken muss, um nicht zwei Plätze zu belegen. Dort werden Verstöße gegen die Parkordnung zudem noch viel strenger kontrolliert als auf dem Platz der Hanauer Parkhaus GmbH.

Christine E. hat auch lange mit dem Gedanken gespielt, das Park-and-ride-Parkhaus Borsigallee in Frankfurt-Riederwald zu nutzen. Als ihr nach zehn Jahren vom Betreiber dann endlich mitgeteilt wurde, dass sie nun auf Platz eins der Warteliste stehe, hat die Pendlerin dankend abgelehnt, hatte sie doch in der Zwischenzeit einen sehr günstig zum Hauptbahnhof liegenden Parkplatz in Hanau gefunden.

Das könne sich nicht jeder Pendler leisten

„Die Forderung, das Auto stehen zu lassen und Bahn und Busse zu benutzen, ist so lange unredlich, bis an den Umsteigepunkten auch genügend bezahlbarer Parkraum geschaffen ist. Denn zu den Benzinkosten und dem RMV-Ticket kommen ja auch noch die Parkgebühren hinzu. Das summiert sich schnell zu einer nicht unerheblichen monatlichen Summe, die sich nicht jeder Pendler leisten kann“, rechnete Christine E. vor.

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