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Im Stadtteilzentrum an der Kinzig sind trotz eines strikten Besuchsverbots vier Corona-Fälle aufgetreten. Damit steht die Altenpflegeeinrichtung nicht alleine da. In vielen Pflegeheimen ist das Virus angekommen. 

Pandemiepläne regeln Abläufe

Vier Corona-Fälle im Stadtteilzentrum an der Kinzig – Zehn Mitarbeiterinnen häuslich isoliert

  • vonReinhold Schlitt
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Für Alten- und Pflegeeinrichtungen gelten vor dem Hintergrund der Coronavirus-Krise bundesweit äußerst strenge Bestimmungen zum Schutz vor einer Virusinfizierung.

Doch trotz rigider Maßnahmen, darunter ein nahezu ausnahmsloses Besuchsverbot, gibt es auch hier keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Ansteckung, wie zahlreiche Meldungen aus ganz Deutschland zeigen. Diese Erfahrung musste jetzt – neben insgesamt zehn anderen Einrichtungen im Main-Kinzig-Kreis – auch die Leitung des Hanauer „Stadtteilzentrums an der Kinzig“ machen. Dort wurden vier Bewohnerinnen und Bewohner positiv auf das Virus getestet und innerhalb der Einrichtung isoliert. 

Zugleich wurde für inzwischen zehn Mitarbeiter häusliche Isolierung angeordnet, weil sie mit den infizierten Bewohnern Kontakt hatten. Ob auch sie sich angesteckt haben, stand bis Redaktionsschluss nicht fest, weil die Testergebnisse noch nicht vorlagen. 

Wie die Infizierungen in die Einrichtung kam, ist nicht vollkommen klar

Die Hanauer Einrichtung auf dem Gelände des ehemaligen Landratsamtes gehört zu insgesamt zwölf Pflegeeinrichtungen in der Trägerschaft der Alten- und Pflegezentren des Main-Kinzig-Kreises. Ihr Sprecher Theodor Vasilache bestätigte dem HANAUER ANZEIGER auf Nachfrage, dass alle Betroffenen nach wie vor über keine auffälligen Symptome berichteten: „Es geht ihnen gut.“ Wo und wie genau die Infizierungen in der Einrichtung verlaufen sind, lässt sich nach Angaben des Sprechers „nicht mit letzter Sicherheit sagen“. Vermutet wird die Quelle bei einer infizierten Mitarbeiterin aus der Hauswirtschaft der Einrichtung. 

Sie hatte dort über Ostern Dienst und den Bewohnern ihrer Station das Essen gereicht. Vasilache: „Nachdem sie über Symptome klagte und dann positiv auf das Coronavirus getestet wurde, erfolgten sofort in Absprache mit dem Gesundheitsamt Tests auch bei ihren Kontaktpersonen und die Einleitung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen.“ 

Pandemiepläne seien frühzeitig erweitert worden

Wie für alle Häuser dieser Art gibt es auch hier spezielle Pandemiepläne, in denen unter anderem Zuständigkeiten, zusätzliche Hygiene-Maßnahmen, das Vorhalten von Schutzausrüstungen und Schutzmaßnahmen für die Bewohner genau festgelegt sind, um angemessen und schnell auf eine Virusinfizierung reagieren zu können. Dazu zählt auch die Anordnung für Mitarbeiter, beim Auftreten bestimmter Krankheitssymptome die Einrichtung nicht mehr zu betreten, sich sofort bei den zuständigen Behörden zu melden und ihnen auch Kontaktpersonen mitzuteilen. Der Sprecher erläuterte, „dass sich die Maßnahmen grundsätzlich nach Verdachtsfällen einer Infektion und nach präventiven Schutzmaßnahmen unterscheiden.“ 

Die Pandemiepläne seien vor dem Hintergrund der Corona-Epidemie frühzeitig um die Empfehlungen des Berliner Robert-Koch-Instituts erweitert worden. Die Einhaltung der Vorschriften wird durch das Kreisgesundheitsamt überwacht. Erst kürzlich hatte es auch in dieser Hanauer Einrichtung eine Vor-Ort-Überprüfung gegeben. Ein Sprecher der Kreisverwaltung sagte dem Hanauer Anzeiger, dass es bei dieser Kontrolle „keine Auffälligkeiten“ gegeben habe. Das Stadtteilzentrum an der Kinzig betreut in seinem stationären Pflegebereich zurzeit insgesamt 89 Bewohner.

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