Wenn es nach dem Regierungspräsidium geht, könnten künftig deutlich mehr Lkws an Steinheim vorbeifahren. Insbesondere die Kreuzung zwischen Ludwigstraße, Offenbacher Landstraße, B43 und B45 ist aber ohnehin schon stark belastet. Fotos: Reinhard Paul

Steinheim

Ortsbeirat macht mobil gegen Lkw

Steinheim. Lkw-Massen, die sich über die B 45 an Steinheim vorbei nach Mühlheim schlängeln: Ein solches Bild will der Ortsbeirat Steinheim mit allen Mitteln verhindern. Er wehrt sich gegen die drohende Mehrbelastung, die Offenbach den Steinheimern aufbürden will.

Von Christian Dauber

In seiner Sitzung am Donnerstagabend verabschiedete das Gremium eine Art Resolution aller Gruppierungen. Wie berichtet, hatte das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt die Stadt Hanau vor Kurzem über die Fortschreibung des Luftreinhalteplans für die Stadt Offenbach informiert.

Dort wird ein ganztägiges Lkw-Durchfahrtsverbot in Betracht gezogen. Das RP hält eine Umleitung des Durchgangsverkehrs an Steinheim vorbei nach Mühlheim für eine gute Alternative.

Von der A 3 aus westlicher Richtung und der A 661 aus südlicher Richtung kommend solle der nach Mühlheim und in weiter östlich gelegenen Kommunen fahrende Lkw-Verkehr über die A 3 zur Anschlussstelle Hanau und dann über die B 45 in nördlicher Richtung geleitet werden.

Stadt Hanau hat Vorhaben des RP widersprochen

Für den Lkw-Verkehr von der A 3 aus östlicher Richtung erachtet das RP ebenfalls die Anschlussstelle Hanau als günstigste Möglichkeit, in Richtung Mühlheim zu fahren. Auch der aus Richtung Norden über die A 661 kommende Lkw-Verkehr müsste nach Ansicht des RP über das Offenbacher Kreuz auf die A 3 zur Anschlussstelle Hanau geleitet werden und über die B 45 an Steinheim vorbei in Richtung Mühlheim.

Die Stadt Hanau hat dem Vorhaben widersprochen. Zum einen, weil in der Umgebung neue Wohngebiete geplant sind, zum anderen wegen der verkehrlichen Belastung einer ohnehin schon viel befahrenen Strecke. Eng würde es insbesondere am Knoten Ludwigstraße/Offenbacher Landstraße/B 43/B 45.

„Widerstand ohne Ende“

Das sieht auch der Ortsbeirat so. Mit dem Antrag aller Gruppierungen wird der Magistrat gebeten, dem RP und der Stadt Offfenbach zur Kenntnis zu geben, „dass sich der Ortsbeirat in Steinheim entschieden gegen eine Mehrbelastung Steinheims bei einem künftigen Lkw-Durchfahrtsverbot in Offenbach wendet und alle diesbezüglichen Maßnahmen des Magistrats zur Verhinderung zusätzlicher Belastungen unterstützt“.

Dr. Hans Katzer forderte für die SPD: „Wehret den Anfängen!“ Noch deutlicher wurde seine Parteikollegin Gabriele Ewald. Sie kündigte „Widerstand ohne Ende“ an. Auch wegen der geplanten Sanierung des Radwegs im Bereich der besagten Kreuzung seien die Pläne für mehr Lkw-Verkehr „unvorstellbar“.

Weiteres Thema: Ruine in der Neutorstraße

Ein weiteres Thema in der Sitzung war die Ruine in der Neutorstraße 15. Auf dem schmalen Grundstück an der Stadtmauer steht seit Jahren nur noch ein Hausgerippe. Einstimmig wurde ein CDU-Antrag beschlossen, mit dem der Magistrat aufgefordert wird, das Grundstück zu erwerben, insofern es „zu annehmbaren Bedingungen“ möglich sei. Dann könnte die Stadt die dort vorhandenen Hausreste beseitigen und Einfluss auf die künftige Nutzung des Grundstücks nehmen, meint die CDU.

Die Ruine sei schon seit vielen Jahren ein Schandfleck, heißt es zur Begründung. Eine sinnvolle eigenständige Nutzung des Grundstücks sei bisher nicht gelungen und auch kaum vorstellbar. Schon 1981 seien sowohl an den Häusern Neutorstraße 15 wie auch 13 erhebliche Mängel bei einer Untersuchung der Gebäude in der Steinheimer Altstadt festgestellt worden.

Stadt soll Gelände erwerben und Reste abreißen

Damals sei erklärt worden, dass ein Abriss des Hauses Nummer 15 in Erwägung zu ziehen sei. Der Planungsvorschlag habe einen gemeinsamen Ersatzbau vorgesehen. Doch dies sei nicht realisiert worden. „Es tut sich einfach nichts“, sagte CDU-Vertreter Burkhard Huwe in der Sitzung.

Das Haus Nummer 13 werde bewohnt. Bei einem Erwerb des Grundstücks Nummer 15 wäre es aus Sicht der CDU möglich, dieses in einen ordentlichen Zustand zu versetzen und künftige Veränderungen zu erleichtern. Früher habe das Haus unter Großsteinheimer Besitz gestanden, erläuterte Huwe. Dann sei es verkauft worden.

Teile des baufälligen Hauses seien in der Folge verschwunden, obwohl es unter Denkmalschutz stehe. Angeblich seien Balken gesichert worden, doch dies bezweifle er, meinte Huwe. Grünen-Ortsbeiratsmitglied Bernd Werner, der in der Nähe der besagten Immobilie wohnt, begrüßte die Forderung der CDU. „Da ist nichts mehr zu erhalten oder zu retten“, sagte er.

Im Rahmen der Sitzung stellten Vertreter des Magistrats den Doppelhaushalt sowie die Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe vor, die der Ortsbeirat zur Kenntnis nahm.

Querung überprüfen, Renaturierung des Hellenbachs beschleunigenDer Ortsbeirat Steinheim hat außerdem unter anderem folgende Anträge an den Magistrat beschlossen:Querungshilfe: Die Querungshilfe in der Straße Steinheimer Vorstadt soll durch „geeignete Maßnahmen“ gesichert werden, fordert die BfH. Dem schlossen sich alle Ortsbeiratsmitglieder an. Man war sich einig, dass die Querung vor allem in dieser Jahreszeit für Autofahrer schlecht zu erkennen sei. Schon häufiger sei es zu gefährlichen Situationen gekommen, bestätigten mehrere Redner.Hellenbach: Der Magistrat soll prüfen, ob über eine Zwischenfinanzierung, beispielsweise mit Hilfe des Landes, die Renaturierung des Hellenbachs zügiger abgeschlossen werden kann. Die Planung dazu sei vor drei Jahren vorgestellt worden. Nun solle die Renaturierung als Ausgleichsmaßnahme im Rahmen des Baus der nordmainischen S-Bahn erfolgen, was eine weitere Verzögerung bedeute (Antrag aller Gruppierungen).

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