Noch ist die Schranke, die auf den asphaltierten Weg rund um die Rasenfläche führt, geschlossen. Um das Parkplatz-Problem zu entschärfen, könnte sie geöffnet werden – vorausgesetzt, das Grünflächenamt spielt mit. Foto: Bormann

Hanau-Großauheim

Ortsbeirat befasst sich mit Verkehrschaos vor der Lindenauschule

Großauheim. Jeden Morgen versinkt der Verkehr vor der Lindenauschule kurz vor Unterrichtsbeginn im Chaos. Grund dafür sind die Eltern, die ihre Kinder absetzen und dafür oft das absolute Park- und Halteverbot missachten.

Nun hat sich der zuständige Ortsbeirat der Sache angenommen. Ein entsprechender Antrag der SPD zur Entschärfung der Problematik rief teils hitzige Diskussionen hervor.

In ihrem Antrag sprachen sich die Sozialdemokraten für die Öffnung der asphaltierten Fläche rund um den Rasenparkplatz gegenüber der anliegenden Lindenauhalle aus. Dort könnten die Eltern in Zukunft ihre Kinder absetzen, ohne den Verkehr an der Rue de Conflans zu beeinträchtigen, so Antragsteller Frank Amhaus. Die Christdemokraten argumentierten, dass eine entsprechende Maßnahme schon einmal getestet worden sei und sowohl von Seiten der Eltern als auch von der Schulleitung für gut befunden wurde. Weil das Hanauer Grünflächenamt das Konzept damals jedoch nicht billigte, musste es nach wenigen Wochen schon wieder zu den Akten gelegt werden.

Matulka: Zufahrt birgt erhöhte Unfallgefahr

Nicht zuletzt aus diesem Grund bewerteten die anwesenden Parlamentarier des Großauheimer Ortsbeirates den Antrag der SPD größtenteils skeptisch. Stefan Matulka von den Christdemokraten führte gleich mehrere Bedenken an. So sei der Zugang zur angrenzenden Rasenfläche nicht vollständig abgesperrt, was zur Folge hätte, dass Eltern „kreuz und quer auf der Rasenfläche parken könnten“.

Zusätzlich berge die Zufahrt auf die Asphaltfläche wegen des abgesenkten Bordsteins und der daraus resultierenden Rechts-vor-links-Problematik eine erhöhte Unfallgefahr, so Matulka. Dass die Kinder auf dem Weg ins Schulgebäude auch noch die Straße überqueren müssten, sei ebenfalls „suboptimal“.

Magistrat soll zusammen mit Schule Lösungen erarbeiten

Daniel Best von der Bürgerliste Umwelt und Grüne formulierte seine Kritik noch deutlicher: „Die Lindenau ist ein Park und eben kein Parkplatz.“ Die Tatsache, dass die Rasenfläche gegenüber der Lindenauhalle durch die Öffnung des asphaltierten Wegs künftig ebenfalls als Parkfläche missbraucht werden könnte, etwa von Schülern, die bereits ihren Führerschein haben, stieß dem Großteil des Ortsbeirates sauer auf.

Man sehe zwar den Bedarf, führte Christdemokrat Matulka an, sei jedoch kein Freund der Idee. Aus diesem Grund stellte die CDU-Fraktion einen Änderungsantrag, in dem sie den Magistrat darum bittet, in Kooperation mit der Lindenauschule sowie der Eltern- und Schülervertreter ein entsprechendes Konzept zur Verbesserung der Verkehrsproblematik zu erarbeiten.

Grünflächenamt muss mitspielen

In ihrem Antrag lieferten die Christdemokraten gleich noch einen Denkanstoß. So könne beispielsweise der Parkplatz an der Großsporthalle, der nur gut 150 Meter vom Schulgebäude entfernt liegt, eine Alternative darstellen. „Der Fußweg führt direkt vom Parkplatz auf den Schulhof, ohne dass dabei eine Straße überquert werden muss“, erklärte Christopher Göbel von der CDU. Zudem würden viele Lehrer dafür plädieren, dass die Schüler vor Beginn der Schule ein Stück laufen würden, da sie im Unterricht anschließend konzentrierter seien. Die Sozialdemokraten begrüßten den Vorschlag der CDU, über den schließlich statt des ursprünglichen Antrags abgestimmt wurde.

Nachdem sämtliche Diskussionen beendet waren, votierte der Ortsbeirat einstimmig für den Änderungsantrag der CDU. Wie die Parkplatzproblematik an der Lindenauschule in Zukunft gelöst werde soll, steht also zunächst auch weiterhin in den Sternen. Die Nutzung des Asphaltwegs rund um die Rasenfläche ist allerdings noch nicht ganz vom Tisch. So ist es durchaus vorstellbar, auf die Variante in Form einer Interimslösung zurückzugreifen, bis ein effektiveres Konzept ausgearbeitet ist. Wichtigste Voraussetzung ist, dass dieses Mal auch das Hanauer Grünflächenamt mitspielen müsste. bor

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