Wer hier parkt, riskiert ein "Knöllchen": Das gilt auch sonntags während der Gottesdienste. Foto: David Scheck

Hanau

Ordnungsamt erläutert Haltverbot an Wallonischer

Hanau. Der Platz rund um die Wallonisch-Niederländische Kirche (WNK) im Süden der Hanauer Neustadt ist derzeit eine Großbaustelle: Bauzäune und Straßensperrschilder, wohin man blickt. Da die Bauarbeiten auch den angrenzenden Straßenraum tangieren, wurden dort Haltverbote eingerichtet.

Von David Scheck

Dass diese auch sonntags gelten, stieß bei einem Leser auf Kritik, der deshalb ein Schreiben an das Ordnungsamt richtete. Die Stadt wiederum erläuterte auf eine entsprechende Anfrage hin gegenüber unserer Zeitung, warum das Haltverbot an allen sieben Tagen der Woche gilt.

Wer es kann, verzichtet im Bereich der Wallonisch-Niederländischen Kirche aufgrund der Baustelle lieber auf das Auto. Doch was ist mit den Menschen, die nicht darauf verzichten können? Gehbehinderte zum Beispiel, die an Sonn- und Feiertagen die Gottesdienste in der Kirche besuchen wollen, müssen aufgrund des Haltverbots längere Wege in Kauf nehmen. Genau das bemängelt auch der Leser. Er kritisiert das vorläufig eingerichtete Halteverbot an der Französischen Allee in Verlängerung der Lautenschlägerstraße.

Dies sei zwar „im Sinne der Verkehrsteilnehmer verständlich“. Doch „warum dieses vorläufige Halteverbot jedoch nicht auf die Wochentage beschränkt wurde, ist nicht nachvollziehbar, da an Sonn- und Feiertagen kein Baustellenverkehr und auch keine Zufahrt zur Tiefgarage der Sparkasse stattfindet“, so das Schreiben des Lesers an das Ordnungsamt. Dass das Verbot, seinen Pkw in diesem Bereich abstellen zu dürfen, nicht auf die Zeit von Montag bis Samstag beschränkt wurde, sieht er als ein Versäumnis „auf Kosten der behinderten Verkehrsteilnehmer, die den Gottesdienst besuchen möchten“.

Bekannte Situation

Beim Ordnungsamt kennt man die Situation: „Die Problematik ist der Kirchengemeinde mehrfach mitgeteilt worden, es gab persönliche Gespräche. Es bestand dort volles Verständnis. Gehbehinderte können bis zur Kirche gebracht werden, abhängig vom jeweiligen Baufortschritt. Es gibt die Möglichkeit, über die Paradiesgasse, Nord- und Südseite Französische Allee (Fußweg) fußläufig die Kirche zu erreichen“, heißt es auf die Anfrage unserer Zeitung.

Dafür, dass man auch sonn- und feiertags beim Parken vor der Wallonisch-Niederländischen Kirche riskiert, ein „Knöllchen“ zu kassieren, hat die städtische Behörde gute Gründe: „Die Haltverbote sind aufgrund der Bedürfnisse der Feuerwehr und des Rettungsdienstes gestaltet worden und daher 24 Stunden alle sieben Tage erforderlich.

Unter anderem muss die Drehleiter genug Aufstellfläche haben.“ Eine abweichende Anpassung des Halteverbots sei daher nicht möglich. Die Ausnahmesituation wird auch für einige Zeit so bleiben, denn die Arbeiten am Platz rund um die Kirche werden noch bis ins kommende Jahr dauern.

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