Die Stadt Hanau fragt die Senioren Online nach ihrer Meinung. Symbolfoto: Pixabay

Hanau

Online-Umfrage: Stadt will Angebot für Senioren verbessern

Hanau. Gerade ist Hanaus Oberbürgermeister 60 Jahre alt geworden. Damit gehört auch er zu den Senioren. Bürgermeister Axel Weiss-Thiel ist mit seinem 58,5 Jahren nicht mehr weit davon entfernt. Hanau wächst nicht nur, es wird auch älter. Und damit wachsen die Herausforderungen, vor denen die Stadt steht.

Von Jutta Degen-Peters

Jetzt will sie mit einer Online-Umfrage (wir berichteten) mehr über die Befindlichkeiten älterer Menschen erfahren, möchte die Senioren dazu veranlassen, sich stärker einzubringen: Was brauchen sie, um im Ortsbeirat mitzumischen, sich im Seniorenbeirat einzubringen? Interessieren sie sich für die Themen des Erzählcafés? Was müsste sich ändern, damit sie Angebote nutzen? Wie müssten diese kommuniziert werden?

Diese und viele weitere Fragen soll die Online-Umfrage klären, die im Rahmen des EU-Projekt für ein generationenfreundliches Lebensumfeld (Age-friendly Environments Activists) jetzt angelaufen ist. Vorgestellt wurde es Mitgliedern des Arbeitskreises im Auftrag des Seniorenbüros von Dr. Karin Stiehr vom EU-Projekt ISIS-Sozialforschung in Frankfurt.

Engergierte Senioren werben für das Projekt

Die Senioren, die an der Veranstaltung im Rathaus teilnahmen, mussten nicht mehr aufgefordert werden, sich einzumischen. Sie sind bereits in Ortsbeiräten, Geschichtsvereinen, im Stadtparlament, Seniorenbeiräten und anderen Organisationen aktiv. Doch sie wollen jetzt die Werbetrommel rühren dafür, dass sich auch andere Menschen über 60 mit der Online-Umfrage zu Wort melden. Stiehr lobte die Anstrengungen, die Hanau bisher schon unternimmt, um das Leben in der Stadt zu verbessern am Beispiel des Projekts „Mobility Scouts“. Diese Initiative habe viele Erleichterungen gebracht, die den Alten wie den Jungen gleichermaßen zu Gute kämen.

Für das Projekt geworben haben bereits einige engagierte Senioren, indem sie etwa vor einem Supermarkt das Gespräch mit älteren Bürgern suchten. Doch die Berührungsängste sind offenbar groß. Hier könnte das Internet hilfreich sein, mutmaßte manch' einer. Auch für Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, kann die Teilnahme an der Umfrage etwas bringen. Wer etwa jahrelang ehrenamtlich in einem Gremium aktiv war, das er nach Abgabe seines Autos oder wegen der Nutzung von Rollator oder Rollstuhl nicht mehr problemlos erreichen kann, könnte via direkte Ansprache über das Seniorenbüro bei der Suche nach einer Alternative fündig werden.

Ärger über die Verallgemeinerung

Für die Online-Umfrage werben, die die vorhandenen Institutionen bekannt machen und für bessere Strukturen sorgen soll, wollen auch Mitglieder von Nachbarschaftshilfen, Erzählcafés und weiteren Kreisen.

„Ich wehre mich gegen die ständig gebrauchte Verallgemeinerung 'die Alten'. Es gibt schließlich junge Alte und alte Junge“, ärgerte sich gestern in der Gesprächsrunde Maria Grimm, als es um „die Alten“ und „die Hochaltrigen“ ging. Die Seniorin sitzt im Ortsbeirat von Klein-Auheim, ist im Heimat- und Geschichtsverein und unternimmt für die Caritas Besuche bei Patienten im Krankenhaus. Sie wolle dazu beitragen, die Stadt lebenswerter zu machen, auch und gerade für ältere Menschen, die sich häufig ausgegrenzt fühlen. Grimm warb dafür, dass Alt und Jung verstärkt miteinander aktiv sind.

Umfrage läuft bis zum 31. Januar 2020

Kritik am Instrument Online-Umfrage meldete Gesine Krotz an. Sie beklagte, alten Menschen fehle oft der Mut, sich zu Wort zu melden. Daran werde auch eine Online-Umfrage nichts ändern. Es gelte vielmehr, das Klima des Miteinanders zu ändern, sich mehr und besser zuzuhören – gerade Menschen, die in Seniorenheimen lebten und sich an den Rand gedrängt fühlten.

Bis zum 31. Januar 2020 wird die Umfrage laufen, von der sich das Seniorenbüro wichtige Erkenntnisse verspricht. Karin Dunkel vom Seniorenbüro hofft, dass auch Neubürger über diese Schiene angesprochen werden können.

Wer sich einbringen möchte und kein Internet hat, kann sich an das Seniorenbüro wenden unter 0 61 81/6 68 20-50/0 oder via E-Mail an: karin.dunkel@hanau.de ›› www.hanau.de

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