Ein ausgeschlachteter Roller steht direkt neben dem von der Deutschen Bahn zur Verfügung gestellten Abfallcontainer am Zaun des „Strassenengel“-Areals. Foto: Seifert

Hanau

Obdachlosenhilfe kämpft gegen den Müll

Hanau. Die Gründerin und Vorsitzende der Obdachlosenhilfe Strassenengel, Sabine Assmann, hat mit Helfern versucht, rund um die Anlaufstelle am Nordbahnhof klar Schiff zu machen, allerdings scheint das ein schier aussichtsloser Kampf zu sein.

Von Thomas Seifert

Sabine Assmann ist sauer: „Gerade haben wir einen Container mit Müll und Abfall gefüllt und nun liegt schon wieder Unrat herum.“ Gegenüber unserer Zeitung beklagt sie sich darüber, dass es rund um den Nordbahnhof immer wieder zu illegalen Müllablagerungen kommt.

„Wir halten unser Areal tipptopp in Schuss, aber keine zwei Meter weiter werden versiffte Matratzen oder anderer Unrat entsorgt. Das frustriert, denn wir fürchten, dass diese Ablagerungen mit unserer Klientel in Verbindung gebracht wird, die aber überhaupt nichts mit diesem Müllfrevel zu tun hat“, betont die Vorsitzende der Strassenengel.

Verein kooperiert mit der Deutschen BahnUm das Problem in den Griff zu kriegen, hat der Verein mit der Deutschen Bahn „einen Deal ausgehandelt. Die Bahn stellt die Container und wir sammeln den Dreck ein“, berichtet Assmann. Gerade habe man den ganzen Müll weggeräumt, aber kaum drehe man sich um, liege schon wieder Unrat auf dem Gehweg. Direkt am Zaun der Unterkunft der Strassenengel wurde ein ausgeschlachteter Roller entsorgt, etwas weiter entfernt liegen Tüten voller Müll.

Ein weiteres Problem seien die illegal auf dem Parkplatz der Deutschen Bahn abgestellten, nicht angemeldeten Fahrzeuge. Die Parkplätze seien eigentlich Zuggästen oder Besuchern der Strassenengel vorbehalten. Zum Zeitpunkt des Besuchs des HA stand ein VW-Bus ohne Nummernschilder auf der Abstellfläche.

Ein Versuch ist es wert„Die Deutsche Bahn hat zugesagt, widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge demnächst abschleppen zu lassen und Schilder aufzustellen, aus denen klar ersichtlich wird, dass diese Parkplätze nicht für die Allgemeinheit zugänglich sind“, betont Assmann. Ob diese Hinweisschilder letztlich den erwünschten Effekt bringen, daran zweifelt die Vereinsvorsitzende. Aber ein Versuch sei es wert.

„Wir legen großen Wert darauf, dass das Umfeld der Strassenengel-Unterkunft in einem ordentlichen Zustand ist. Aber die illegale Müllentsorgung rund um den Nordbahnhof ist unserer Sache natürlich abträglich. Ich hoffe aber, dass wir das Problem in den Griff bekommen, immerhin helfen uns die Container der Bahn weiter, so können wir schnell reagieren, wenn uns wieder Müll quasi vor die Haustür geworfen wird“, blickt Sabine Assmann verhalten optimistisch in die Zukunft.

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