Vom neuen Ambiente im Goldschmiedehaus angetan (von links): Martin Hoppe (Fachbereichsleiter Kultur), Hartwig Rohde, Bürgermeister Axel Weiss-Thiel, Oberbürgermeister Claus Kaminsky, Dr. Christianne Weber-Stöber und Anja Schwarz-Düser, deren Büro die Innengestaltung konzipiert hat. Foto: Thomas Seifert

Hanau

Neugestaltetes Goldschmiedehaus funkelt in frischem Glanz

Hanau. Bei „laufendem Betrieb“ wurden in den vergangenen dreieinhalb Monaten der Eingangsbereich und das Souterraingeschoss des Deutschen Goldschmiedehauses neu gestaltet und mit einer Brandmeldeanlage ausgestattet.

Von Thomas Seifert

Insgesamt 390 000 Euro ließ die Stadt sich die Maßnahmen kosten, aber das ist nicht das Ende der Fahnenstange: Weitere 500 000 Euro sollen in den kommenden Haushalt für die Neukonzeption und Neuausstattung des Gold- und Silbersaals eingestellt werden, kündigte Oberbürgermeister Claus Kaminsky bei der Präsentation der Umbauten an.

„Das Deutsche Goldschmiedehaus ist ein Juwel, ein Wahrzeichen der Altstadt, das sich internationales Ansehen verschafft hat und durch die Profilierung inzwischen große Strahlkraft besitzt“, stellte der Rathauschef fest. Einst Altstädter Rathaus, 1942 umgewidmet, im Krieg fast gänzlich zerstört und 1958 wieder aufgebaut, seien schon in den Jahren 1981/82, 2004/2005 und 2010 nicht unerhebliche Investitionen notwendig gewesen, um das Haus auf dem neuesten Stand der Technik und der Präsentationsmittel zu halten oder schlicht besucherfreundlicher durch einen Behindertenzugang und zeitgemäße Toilettenanlagen zu machen.

"Bei Besuchern noch Luft nach oben"

„Nun musste im Eingangsbereich und im Untergeschoss dringend etwas getan werden, denn teilweise stammte die Einrichtung noch aus den 60er Jahren“, betonte Kaminsky.

Gerade rechtzeitig zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung „20 Jahre Made in Hanau“ mit acht Künstlern hätten es alle Beteiligten geschafft, mit den wesentlichen Arbeiten fertig zu werden, was heutzutage wegen der Auftragslage von Handwerkern nicht selbstverständlich sei. „Bei den Besucherzahlen gibt es noch Luft nach oben, wir hoffen, mit dem neugestalteten Entree hier einen Beitrag geleistet zu haben, die vielleicht vorhandene Schwellenangst abzubauen.

Ziel sind 10 000 Besucher pro Jahr“, gab der OB eine Zahl vor. Im Jahr 2018 passierten 8600 Besucher die Kasse, fügte die Leiterin des Deutschen Goldschmiedehauses und Geschäftsführerin der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Dr. Christianne Weber-Stöber, hinzu. Im August seien es trotz Umbaus 679 Besucher gewesen.

Der Präsident der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Hartwig Rohde, bedankte sich beim Oberbürgermeister und den Gremien für die zur Verfügung gestellten Mittel, die für das Goldschmiedehaus einen „Markstein und wichtigen Meilenstein darstellen und ein großer Sprung nach vorn in Sachen zeitgemäßer Präsentation und Funktionalität sind. Die museumstechnischen Anforderungen an das Haus sind für die Dauer-, aber auch für Wechselausstellungen deutlich gestiegen, die Leihgeber wollen genau wissen, welche Sicherheitssysteme zum Beispiel im Haus verbaut sind“, stellte Rohde fest.

Neuer Eingangsbereich

Bürgermeister Axel Weiss-Thiel wies darauf hin, dass es für die Stadt einen finanziellen Kraftakt darstellt, die wenigen historischen Gebäude „auf Vordermann zu bringen und deren Funktionalität zu erhalten“. Der Umbau bei laufendem Betrieb sei eine „spannende und komplexe Aufgabe für die Firmen, aber auch die Mitarbeiter gewesen, und viele Investitionen sieht man gar nicht, weil sie versteckt hinter Wänden sind“.

Hausherrin Weber-Stöber freute sich, mit dem neuen Eingangsbereich und vor allem der Umgestaltung des Untergeschosses nun Räume zur Verfügung zu haben, die flexibel für alle Arten von Veranstaltungen von Ausstellung über Workshops, Kurse für Kinder und Vortragsabende genutzt werden können. Die geplanten Investitionen in den Gold- und Silbersaal in den beiden Obergeschossen betreffen vor allem den Austausch der alarmgesicherten Vitrinen.

Dort sollen „kompatible und flexibel aufstellbare Schaukästen“ angeschafft werden, die eine zeitgemäße Präsentation ermöglichen. Gleichzeitig soll die Dauerausstellung neu konzipiert werden, um noch mehr Stücke des rund 1000 Exponate umfassenden Bestands des Goldschmiedehauses zeigen zu können. Derzeit seien mehrere Schmuckstücke an andere Häuser in Deutschland, Europa und sogar bis nach Taiwan verliehen, was die internationale Reputation des Hanauer Hauses unterstreiche und den Namen der Stadt in die Welt trage.

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