„Snowball“ dürfte die Blicke in der „Alten Fasanerie“ auf sich ziehen. Foto: Hackendahl

KleinAuheim

Neue Wildpark-Bewohner: Marderhunde in Alter Fasanerie angekommen

Klein-Auheim. Marderhund „Snowball“ könnte bald zum neuen Liebling der Wildparkbesucher avancieren. Mit einem blauen und einem schwarzen Auge sowie seinem flauschigen strahlend weißen Fell erinnert er ein wenig an einen Polarfuchs.

Von Holger Hackendahl

„Snowball“ ist am Dienstagnachmittag gemeinsam mit vier Artgenossen, die allerdings das für sie typische schwarzbraun-beige-graue Fell haben, in die Alte Fasanerie gekommen.

Insgesamt sind es zwei männliche und drei weibliche Tiere, die im Marderhund-Gehege eine neue Heimat gefunden haben. Die laut Schätzungen um die acht Kilo schweren Marderhunde kommen aus England und wurden von Matthew Ford, dem Betreiber von „Specialist Wildlife Services“ aus Heathrow bei London, in fünf Boxen mit einem Kombi-Pkw angeliefert.

Weit gereist„Ich bin so glücklich, dass sie nun hier ein neues Zuhause gefunden haben“, freute sich Ford, der sich am Dienstag um 3 Uhr in England auf den Weg gemacht hatte. Per vierstündiger Autozug-Fahrt ging es mit den Marderhunden in Transportboxen durch den Eurotunnel nach Calais in Frankreich. Nach weiteren sieben Stunden auf französischen, belgischen und deutschen Autobahnen – „mit ein paar Stopps und Trinkpausen für die Tiere“ – kam er schließlich im Klein-Auheimer Wildpark an.

Wildpark-Biologin Dr. Marion Ebel war gleich Feuer und Flamme für die Neuzugänge. Und ebenso wie Ford, der konfiszierte Wildtiere in Wildparks und Zoos vermittelt, „sehr glücklich über die Neuzugänge“. Den putzigen weißen Marderhund nannte sie, nachdem er mit seinen Kollegen aus den Transportboxen entlassen worden war und das neue Gehege erkundete, spontan „Snowball“. Die Neuzugänge werden mit den zwei noch im Gehege verbliebenen Marderhunden, zwei weiblichen Tieren, zusammengebracht. Tierpfleger Björn Ludwig servierte im neuen Zuhause die ersten Häppchen – eine willkommene Stärkung nach der langen Reise.

Auszeichnung von der QueenWährend sich die zahmen Marderhunde, die von Ebel altersmäßig als „mittelalt bis jünger“ taxiert wurden, nach ihrer Ankunft erst einmal mit von den Tierpflegern dargereichten Jungküken-Häppchen stärkten, blieben die zwei bisherigen Bewohner, Mutter und Tochter, erst mal in ihrem Versteck.

„Diese Marderhunde wurden in England von ihren Besitzern als Haustiere gehalten und aus unterschiedlichsten Gründen konfisziert“, erläuterte Ford. Dessen „Specialist Wildlife Service“ ist für die Vermittlung von Wildtieren von der britischen Königin mit einem Award ausgezeichnet worden, wie er nicht ohne Stolz berichtet. „Wir haben die individuell gehaltenen Marderhunde bei uns im Wildlife Service miteinander vergesellschaftet.“

Fortpflanzungsfreudige TiereDas Unternehmen bietet bis zu 500 durch Polizei und Behörden beschlagnahmten Tieren ein vorübergehendes Zuhause, vermittelt diese dann europaweit an Zoos und Wildparks. „Derzeit betreuen wir auch Schlangen, Krokodile, Affen, Kattas (Lemuren aus Madagaskar), Löwen, Bären und vieles mehr“, erläuterte Ford.

„Marderhunde sind eine invasive Art, die alle zehn bis zwölf Wochen bis zu 16 Nachkommen zeugen können. Sie haben keine Feinde und sind in Norwegen bereits eine Plage, da sie den kleineren Arten arg zusetzen“, fügt der Engländer abschließend hinzu.

Das könnte Sie auch interessieren