Für den Landfahrerplatz an der Martin-Luther-King-Straße sollen bald neue Regeln gelten. Foto: Dauber

Hanau

Neue Regeln für die Wohnwagen-Siedlung an der Schärttner-Halle

Hanau. Der sogenannte Landfahrerplatz an der Martin-Luther-King-Straße war einst als Standplatz für in Wohnwagen lebende Hanauer gedacht. Mittlerweile hat sich gezeigt: Die Menschen sind sesshaft geworden. Deswegen will die Stadt die Spielregeln für die Nutzung der Maria-Hans-Siedlung ändern, wie das Gelände 2004 getauft wurde.

Von Christian DauberDas ist eines der Themen der Stadtverordneten am kommenden Montag.

Dann kommen die Hanauer Parlamentarier zu ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammen (Congress Park, Paul-Hindemith-Saal, 17 Uhr). Sie sollen die Benutzungsordnung für das Areal beschließen.Charakter des Platzes hat sich geändertSeit Anbeginn gab es nur eine vorläufige Platzordnung. Der Charakter des Platzes habe sich aber geändert, heißt es in der Vorlage. Bei Inbetriebnahme habe es noch eine Fluktuation stattgefunden, jetzt hätten die Bewohner dort „ihren dauerhaften Wohnsitz und Aufenthalt“.

Deswegen müsse die Benutzungsordnung den Verhältnissen angepasst werden. „Der Stadt Hanau als Trägerin dieser öffentlichen Einrichtung obliegt die Verkehrssicherungspflicht, und sie ist zuständig für die Platzsicherheit“, lautet die Begründung für die neuen Regeln, für die die Parlamentarier grünes Licht geben sollen. Die Ordnung soll Rechtsgrundlage sein, um entsprechende Maßnahmen treffen zu können, und sie soll für ein „reibungsloses, nachbarliches Miteinander“ der Bewohner sorgen.Kosten von 125 000 EuroNach Angaben der Stadt sind derzeit elf Standplätze eingerichtet. Zum 7. Juli lebten 121 Menschen dort, die in der Siedlung auch ihren Hauptwohnsitz gemeldet hätten. Wie weiter aus der Vorlage hervorgeht, lässt sich die Stadt den Landfahrerplatz einiges kosten. Die Gebühreneinnahmen betragen jährlich 25 000 Euro. Dem stehen Kosten von 125 000 Euro gegenüber. So sei ein städtischer Mitarbeiter mit Vollzeitstelle für das Areal zuständig (50 000 Euro).

Außerdem würden jährlich für die Unterhaltung des Platzes 75 000 Euro fällig. In diesem Betrag seien Kosten für die Pflege und Instandhaltung der Außen- und Grünanlagen, für die Funktionsfähigkeit des Kanalsystems und der Straßenbeleuchtung sowie die Betriebskosten enthalten.Wird die Digitale Offensive 2025 beschlossen?Darunter fallen auch die Kosten für die Unterhaltung des Sanitärgebäudes, in welchem WCs, Duschen und Waschgelegenheiten für die Bewohner integriert sind. Ein weiteres beherrschendes Thema in der Sitzung am kommenden Montag ist die Digitalisierung. Die Stadtverordneten sollen die Digitale Offensive 2025 beschließen, die bereits im Hauptausschuss ausführlich vorgestellt und diskutiert worden war (wir berichteten).

Zudem geht es ums Thema freies W-Lan und die Hanau-Touristik-App. Das Parlament soll zudem Ja zur Schaffung des Brüder-Grimm-Museums im Schloss Philippsruhe sagen (wir berichteten). Diskutiert werden wird auch ein Antrag der Alternativen Linken, Hanau möge mit dem Kreis Kontakt aufnehmen, um Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau zu erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren