Die neue Quartiersmanagerin Karin Schnaudt (links) und ihre Kollegin Gülhan Bilici wollen sich um die Anliegen der Bewohner im Freigerichtviertel kümmern. Foto: PM

Hanau

Das ist die neue Quartiersmanagerin im Freigerichtviertel

Hanau. Die Menschen miteinander ins Gespräch bringen, ihre Wünsche ermitteln und sie mit den handelnden Akteuren verbinden – das sind die Kernaufgaben im neuen Quartiersbüro im Freigerichtviertel.

Seit wenigen Tagen hat das Büro, das seit Juni im Auftrag der Stadt vom Regionalverband Hanau undamp; Main-Kinzig der Johanniter-Unfall-Hilfe betreut wird, mit Karin Schnaudt eine neue Ansprechpartnerin: „Ich freue mich sehr auf die Aufgabe und darauf, die Menschen hier kennenzulernen“, sagt Schnaudt, die seit 1. Oktober als Quartiersmanagerin fungiert.

Ein helles, freundliches Büro mit zwei großen Schaufenstern an der Freigerichtstraße soll zur neuen Anlaufstelle für die Quartiersbewohner werden. Schnaudt teilt sich die Schreibtische mit ihrer Kollegin Gülhan Bilici. Dem Büro ist ein großzügiger Raum für mögliche Gruppentreffen angeschlossen – Spielecke für die Kleinen inklusive. „Die wird besonders rege genutzt, denn viele bringen auch ihren Nachwuchs mit, wenn sie zu uns ins Büro kommen“, lacht Schnaudt.

Netzwerke flechten und pflegen

Man merkt der neuen Quartiersmanagerin an, dass sie Freude daran hat, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. ihre Sorgen zu hören, ihre Wünsche zu identifizieren, ihnen Hilfe zu geben. „Die Leute sind neugierig auf uns, und wir haben stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen“, sagt Schnaudt. Ob Probleme beim Ausfüllen von Anträgen, Verständnisfragen zum Mietvertrag oder die Suche nach Hilfsangeboten – das Quartiersbüro versteht sich als erste Anlaufstelle für alltägliche Aufgabenstellungen.

Und es begreift sich als Kompass im Viertel. „Wir wollen die Menschen zu den bereits bestehenden Angeboten und Anlaufstellen leiten“, erklärt Schnaudt. Netzwerke zu flechten, auszubauen und zu pflegen sei für sie eine Selbstverständlichkeit. „Wir wollen die bereits bestehenden Angebote miteinander verbinden und ausmachen, wo gegebenenfalls Bedarf an neuen Angeboten besteht“, so die neue Quartiersmanagerin.

Netzwerk-Arbeit ist der in Klein-Auheim lebenden Schnaudt ein besonderes Anliegen. Schon vor ihrem beruflichen Wechsel nach Hanau gehörte das zu ihrem Arbeitsalltag. Im Johanniter-Landesverband kümmerte sie sich als Bereichsleitung für Soziale Dienste und Pflege darum, verschiedene Angebote miteinander zu verzahnen.

Schon einige Ideen gesammelt

Der ausgebildeten Diplom-Pflegewirtin und Krankenschwester ist der richtige Umgang mit Menschen und deren Nöten vertraut. „Karin Schnaudt ist für uns und das Quartier ein Glücksfall. Ich bin mir sicher, dass die Bewohner des Freigerichtviertels in ihr eine aufmerksame Zuhörerin bekommen“, lobt Regionalvorstand Sven Holzschuh seine neue Mitarbeiterin. Schnaudt verstehe es auch, ihre Anliegen – wenn nötig – in konkrete Hilfsprojekte zu überführen.

Ob ein Krabbeltreff, ein Deutschkurs für Frauen oder eine Nachbarschaftsinitiative – die neue Quartiersmanagerin hat schon einige Ideen gesammelt, die sie gemeinsam mit Bilici entwickeln möchte. „Wir wollen die Menschen aktivieren und sie in die Position versetzen, sich selber helfen zu können – und auch Verantwortung für ihre Nachbarschaft beziehungsweise ihr Wohnumfeld zu übernehmen“, umreißt Schnaudt ihre Pläne. Eng abstimmen will sie sich dabei mit den anderen Akteuren im Quartier, zum Beispiel dem Stadtteilzentrum Südost oder der Anne-Frank-Schule. „Etwas zu bewegen, geht am besten, wenn man gemeinsam arbeitet“, so Schnaudt.

Ehrenamtliche Wirken fördern

Das rund 33 Hektar große Freigerichtviertel ist in das Förderprogramm Soziale Stadt von Bund und Land Hessen aufgenommen worden. Die Stadt Hanau hat sich vorgenommen, das soziale und kulturelle Leben in dem von einem hohen Migrantenanteil geprägten Quartier zu stärken und die Anwohner in die Neugestaltung ihres Lebensumfelds einzubinden. Ziele sind dabei die Verbesserung des sozialen und kulturellen Lebens sowie der Wohn- und Lebensbedingungen, der Auf- und Ausbau von Netzwerken sowie die Aktivierung der Bewohnerschaft. Im Freigerichtviertel leben rund 3500 Menschen – in unmittelbarer Nähe zu den großen Hanauer Unternehmen Dunlop, Heraeus und Vacuumschmelze.

Das Quartiersbüro will ehrenamtliches Wirken im Stadtteil beratend unterstützen und beim Einrichten von Selbsthilfegruppen und Nachbarschaftsinitiativen helfen. Es arbeitet in der bestehenden Projektgruppe Freigerichtviertel mit, die sich aus städtischen Akteuren zusammensetzt. ju

Das Quartiersbüro ist montags und mittwochs von 14 bis 17 Uhr geöffnet, dienstags von 16 bis 19 Uhr und donnerstags von 8.30 bis 11.30 Uhr. Es ist zu erreichen unter der Telefonnummer 0 61 81/988 48 34 oder per E-Mail quartier@freigericht viertel.de.

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