Dr. Marion Ebel wird am 5. Januar erstmals beim großen Wolfsheulen mit Monja, Inuq und Aslan vor Publikum heulen. Foto: Hackendahl

Klein-Auheim

Neue Polarwölfe sollen am 5. Januar wieder heulen

Klein-Auheim. Am 5. Januar ist es so weit: Die „neue Generation Polarwolf“ geht zum Heulen an den Start. Im Rahmen einer großen Wolfsheulnacht möchte „Wolfsmutter“ Dr. Marion Ebel den Versuch unternehmen, die bei vielen Wildparkbesuchern so beliebten Wolfsheulnächte wieder ins Leben zu rufen.

Von Holger Hackendahl

„Geübt wurde fleißig, aber ob die Wölfe am Abend des 5. Januar auch tatsächlich gehört werden – das steht in den Sternen“, sagt die Wildpark-Biologin.

„Zwölf Jahre lang hat Polarwölfin Ayla eine Heulgarantie gegeben und gemeinsam mit Scott und Khan geheult“, erinnert sich Ebel gerne an ihre weiße Lieblingswölfin. „Ich kann leider keine Heulgarantie geben. Bei Übungs-Heul-Sessions vor Publikum klappt es mal mit dem Heulen wunderbar, ein anderes Mal heulen sie dann nur ganz müde mit“, hat Ebel festgestellt.

Neues Gehege als Schauplatz

Die Spannung am 5. Januar, wenn sich viele Menschen zum Wolfsheulen ab 18 Uhr vor dem Wolfsgehege von Monja, Inuq und Aslan treffen, ist also groß. „Weil wir keine Heulgarantie geben können, ist für die Besucher auch nur der normale Wildpark-Eintritt zu berappen.“ Neu ist auch der Ort des Heulens. Nicht das alte Polarwolfsgehege, in dem derzeit – nach dem Ableben von Khan und Ayla – der 14-jährige Scott als „einsamer Wolf“ allein lebt, ist Schauplatz des Wolfsheulens, sondern das neue Gehege.

Dort leben die „Jungen“, die allerdings auch schon siebeneinhalb Jahre alt sind. „Monja, Inuq und Aslan wurden am 25. April 2011 – an Ostern – im Wildpark Rheinböllen geboren und im Alter von acht Tagen von mir abgeholt. Sie waren unterkühlt und untergewichtig, als sie aus dem Bau geholt wurden“, erinnert sich Dr. Ebel, dass auch dieser Wurf wohl keine Überlebenschance gehabt hätte. „Das Trio waren die ersten Welpen aus Rheinböllen, die überlebt haben. Zuvor waren zahlreiche Würfe gestorben.“

Start um 18 Uhr

Dr. Ebel zog damals die wenige Tage alten Wolfswelpen im späten Frühjahr 2011 in der Alten Fasanerie mitgroßer Hingebung und „menschlicher Wolfsmutterliebe“ auf. „Die Jungwölfe wurden gegen alle möglichen Hundekrankheiten geimpft und bekamen nährstoffreiche Zusätze, damit sie überleben“, erinnert sie sich. Durch ihre antiautoritäre Erziehung steht Dr. Ebel außerhalb der Wolfsrangordnung und kann wie eine „gute Tante“ jederzeit ins Gehege zu ihren weißen Lieblingen hinein.

Die Veranstaltung mit dem finalen Wolfsheulen beginnt mit verschiedenen Hundevorführungen um 16 Uhr auf der Festwiese, das Wolfsheulen, zu dem laut Ebel gerne Taschenlampen mitgebracht werden können, startet um 18 Uhr am Gehege von Inuq, Aslan und Monja.

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