Unwirtschaftlich: Die Jahn-Halle hat keine Zukunft. Die Kosten einer Sanierung stünden in keinem Verhältnis zu dem zu erwartenden Nutzen. Archivfoto: Thomas Seifert

Hanau

Neubau Sporthalle: Stadt und TGH unterzeichnen Absichtserklärung

Hanau. Die 1967 in Betrieb gegangene Jahn-Sporthalle ist nicht zu sanieren. Darin sind sich die Stadt Hanau als Eigentümerin und die Turngemeinde Hanau (TGH) als Hauptnutzungsberechtigte einig. Als Alternative ist eine neue Halle auf der Jula-Hof-Sportanlage der TGH im Stadtteil Lamboy-Tümpelgarten in der Planung.

Nachdem die städtischen Gremien im August 2018 den für die Bauleitplanung nötigen Aufstellungsbeschluss verabschiedet hatten, hat der Magistrat nun einen Letter of Intent (Absichtserklärung) zwischen Stadt und TGH gebilligt. Darüber informiert die Stadt Hanau in einer Mitteilung. Die letztendliche Entscheidung der TGH stehe noch aus. Sie werde von den Mitgliedern auf der Delegiertenversammlung am 13. März 2019 getroffen. Der Magistrat hoffe, auf diesem Weg die Tür für einen neuen Sporthallenneubau geöffnet zu haben, heißt es weiter in der Mitteilung.

Kein vertretbares Verhältnis der Kosten

Nach einer vom städtischen Eigenbetrieb Hanau Immobilien- und Baumanagement (IBM) in Abstimmung mit der TGH vorgenommenen baulichen Untersuchung stehen die Kosten einer grundhaften Sanierung der Jahnhalle in keinem vertretbaren Verhältnis zu den dadurch zu erzielenden Nutzungsmöglichkeiten. Nach Abbruch der Halle in der Jahnstraße könnten dort zum Beispiel innenstadtnahe Wohnungen und eine Kinder-Tagesstätte entstehen. „Diese Variante ist sowohl für die städtebauliche Entwicklung in der westlichen Innenstadt als auch für die Zukunft der TGH am sinnvollsten“, wird OB Claus Kaminsky in der Mitteilung zitiert.

Mit einem Hallenneubau ließe sich wiederum die künftige Sportnutzfläche „größer und funktionaler als bisher gestalten“, heißt es laut Stadt in der Absichtserklärung. Da der Neubau einen Eingriff in die vorhandene Jula-Hof-Sportanlage bedeute, sei diese insgesamt neu zu strukturieren. Die Stadt beabsichtige, hierfür Baurecht schaffen.

Am neuen Standort ist ein „moderner und zukunftsorientierter Sport-Campus“ möglich, heißt es in der Magistratsvorlage. Der mit der TGH erarbeitete Letter of Intent „sichert der Stadt Hanau im Falle des Neubaus weiterhin ein dauerhaftes Nutzungsrecht für den Schulsport in der Halle und auf den Außenanlagen“, betont Hanaus Bürgermeister Axel Weiss-Thiel laut Mitteilung.

Verbessertes Sportstättenangebot

Auch der Schulsport sei in einer neuen, genormten Halle „besser möglich als bisher in der Jahnhalle“, ist Weiss-Thiel sicher. Er rechnet zugleich damit, dass sich „das Sportstättenangebot in Hanau mit einer neuen modernen Halle deutlich verbessern würde“.

Bis dahin ist die Jahnhalle für Training und Sportunterricht der Karl-Rehbein-Schule und der Tümpelgartenschule weiter nutzbar. Da sich die TGH mit Blick auf künftige Bedürfnisse und Anforderungen als Sportverein weiterentwickeln wolle, halte die Stadt den Neustart auf der Jula-Hof-Sportanlage für sinnvoll. Die TGH habe bisher auf eigene Rechnung Planungsentwürfe erstellen und Kosten schätzen lassen.

Der Magistrat sichere der TGH – vorbehaltlich des Stadtverordnetenbeschlusses – für die Finanzierung des Projektes eine Kommunalbürgschaft bis zu zehn Millionen Euro zu sowie einen städtischen Zuschuss für Sporthallenbau und Sportaußenanlage in Höhe von 1,5 Millionen Euro zu, heißt es in der Mitteilung.

Am Ende hätten Stadt und Vereinsvorstand eine deutliche Win-win-Situation. Die Stadt könnte den alten Standort städtebaulich neu nutzen und die TGH am neuen Standort eine zukunftsfähige und nachhaltig ausgerichtete moderne Sporthalle schaffen. Stadt und TGH-Vorstand hätten mit diesem Letter of Intent eine „wichtige Entscheidungs-grundlage“ erarbeitet. Am 13. März haben die Mitglieder der TGH das ausschlaggebende Wort, beschließt die Stadt Hanau die Mitteilung. cd

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