Die Kräfte an der Nußallee gebündelt: Gleich neben dem bisherigen Stammsitz (rechts) ist das neue Gebäude entstanden, in das das Unternehmen fünf Millionen Euro investiert hat. Foto: Christian Dauber

Hanau

Neubau an der Nußallee: Ludwig Wollweber Bansch noch präsenter

Hanau. Hell, freundlich und teilweise abhörsicher: Nach gut zweijähriger Bauzeit hat die Kanzlei Ludwig Wollweber Bansch (LWB) jetzt ihren Neubau in Hanau bezogen und damit ihre Kompetenzen an der Nußallee gebündelt.

Von Holger Weber

Gleich neben dem bisherigen Stammsitz an der Nußallee 24 ist ein dreistöckiges Bürogebäude entstanden. Damit konnten alle Abteilungen des Unternehmens in Hanau am Standort Nußallee 24 – 26 zusammengeführt werden.

Dies betrifft insbesondere die Advotax GmbH, die mit Umzug in LWB-INTAX GmbH umfirmierte. Bisher befand sich der Sitz dieses Steuerbüros und insbesondere die Wirtschaftsrechtsabteilung am Büdesheimer Ring. „Wir profitieren jetzt ungemein von den Synergieeffekten an einem Standort“, sagt Dr. Norbert Reichhold, der Geschäftsführer des Unternehmens, das 1989 als Tochtergesellschaft der Kanzlei maßgeblich von ihm gegründet wurde und in diesem Jahr 30-jähriges Jubiläum feiert. Daneben ist die Unternehmensgruppe mit der LWB Steuerberatungsgesellschaft auch weiterhin in Büdingen tätig.

Abhörsicheres Zimmer geschaffen

„Die räumliche Erweiterung ist notwendige Konsequenz des enormen Wachstums unserer Sozietät gewesen“, erklärte Notar und Rechtsanwalt Dr. Tobias Kämpf jetzt im Rahmen eines Pressegesprächs. Bei dem von Heitzenröder Architekten geplanten Gebäude sei vor allem darauf geachtet worden, dass das Backoffice, also der Mitarbeiterbereich, räumlich von dem Teil des Gebäudes getrennt wurde, in dem die Mandanten empfangen werden, betonte Reichhold. Steuerangelegenheiten sind oftmals delikat. „Die Mandanten sollen das Gefühl haben, dass sie hier völlig unbeobachtet sind“, erklärt Reichhold.

Vertrauen sei das höchste Gut in einer Kanzlei, so der Steueranwalt, der in der Region auch als Präsident der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern bekannt ist. In den neuen Räumlichkeiten wurde auch ein abhörsicheres Zimmer geschaffen.

Mehr Komfort haben nun auch die rund 60 Mitarbeiter, die in dem Neubau untergebracht sind. Sie sitzen in hellen, freundlichen Räumen an höhenverstellbaren Tischen und zwischen Apothekerschränken, die sich so einstellen lassen, dass sie ein wenig Privatsphäre herstellen. Aktenordner und sperrige Regale gehören im Zeitalter der Digitalisierung der Vergangenheit an.

Fünf Millionen Euro investiert

Allenfalls im Notariat gibt es einige Dokumente wegen der Aufbewahrungspflicht noch in Papierform, ergänzt Kämpf. In den vergangenen zehn Jahren hat sich das Umsatzvolumen von Ludwig Wollweber Bansch nahezu verdoppelt. Die Kanzlei beschäftigt zusammen mit ihren beiden Steuerberatungsgesellschaften mehr als 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter 21 Rechtsanwälte, sechs Notare und drei Steuerberater, an Standorten in Hanau, Frankfurt, Weimar und Büdingen.

Rund fünf Millionen Euro haben Partner der Kanzlei an ihrem Standort Hanau investiert, wo sie vor mehrals 200 Jahren von dem späteren Oberbürgermeister Bernhard Eberhard gegründet wurde. LWB gehört damit zuden ältesten Kanzleien Deutschlands überhaupt. Die heutige Generation von Anwälten, Notaren und Steuerberatern fühlt sich nach wie vor ihrem Gründer, dem ehemaligen Oberbürgermeister der Stadt Hanau, verpflichtet. Dies wird nicht zuletzt bei einem Rundgang durch das Gebäude sichtbar. In jedem Stockwerk geben Wandtafeln Einblicke in die Rechtsgeschichte und die frühe Zeit der Sozietät.

Kanzleigeschichte dokumentiert

„Der Kanzleigründer gehört sicherlich zu den bedeutendsten Persönlichkeiten Hanaus, ja Hessens, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“, sagt der Historiker Erhard Bus. Der Buchautor hat die Geschichte der Kanzlei anlässlich ihres 200. Geburtstages im Jahr 2017 dokumentiert. Bus hat auch die Präsentation konzipiert und gemeinsam mit dem Hanauer Grafiker Volker Stelzner umgesetzt.

Dabei hat der Historiker aus Windecken historische Bilder und Beiträge mit regionalem Bezug sowie Zitate verwendet und diese thematisch passend zu den verschiedenen Rechtsabteilungen des Unternehmens platziert. „Möglich geworden ist die grafisch anspruchsvolle Darstellung der Kanzleigeschichte nur durch die Mitwirkung und Unterstützung vieler Institutionen“, sagt Bus. Seinen Dank richtet er an das Hessische Staatsarchiv Marburg, die Grimm-Sammlung der Stadt Kassel, den Hanauer Geschichtsverein 1844, das Historische Museum Hanau Schloss Philippsruhe, das Medienzentrum Hanau/Bildarchiv sowie das Stadtarchiv Hanau.

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