"Tanz der Vampire" war nur eines der vielen Musicals, welche in Hanau präsentiert wurden. Foto:Pauly

Hanau

"Nacht der Musicals" im Congress Park Hanau

Hanau. Als Mammutprogramm mit Hits aus 16 Musicals, interpretiert von fünf Darstellerinnen und einem Tanzensemble, kam die Show „Die Nacht des Musicals“ auf die Bühne des ausverkauften Congress Park Hanau.

Von Andrea Pauly

Rasant, bunt und stimmlich ausgewogen begeisterte die Mischung der bekanntesten Hits aus klassischen und aktuellen Musicalproduktionen das Publikum, das nicht mit hingerissenem Zwischenapplaus und Standing Ovations geizte.

Schon der erste Auftritt von Tamás Száraz als Boxer „Rocky“ mit einem angedeuteten Medley schien symptomatisch für die ganze Musical-Night. Denn Schlag auf Schlag – schneller, als man auf einer TV-Fernbedienung durch die Programme zappen kann – ging es weiter. Ein Highlight jagte das nächste. Und war man gerade als Zuhörer in der romantischen Stimmung eines Duetts versunken, wurde man turbomäßig in eine fetzig-rockige Tanznummer katapultiert.

Höchst professionelle DarbietungWem diese musikalischen und atmosphärischen Wechselbäder nicht zu turbulent waren, der hatte sicherlich eine Menge Spaß an der höchst professionellen Darbietung, die choreografisch und gesanglich perfekt aufeinander abgestimmt war. Licht- und Soundkonzept, sowie Musik aus der Blechkonserve, deren Sound gut ausbalanciert war und eine Vielzahl von farbenfrohen Kostümen ergänzten die „Nacht des Musicals“.

Aus der Welt des amerikanischen Boxers „Rocky“ landeten die Zuschauer im „Phantom der Oper“, wo Katrin Meyer mit Istvan Csiszar das berühmte dramatische Duett des tragischen Liebespaars gekonnt zum Besten gab.

Kaiserin Elisabeth und QueenBesonders gefiel Meyer auch als Kaiserin „Elisabeth“ im zweiten Teil des Abends mit ihrem glockenklaren voluminösen Stimme – das gab einen Extra-Applaus für sie. Die andere weibliche Stimme, die Tamara Peters gehört, stand in ausdrucksstarken Kontrast dazu. Tiefer, rockiger mit rauchigem Blues konnte sie besonders bei einigen „Queen“-Songs mit authentischen Interpretationen die Musical-Fans für sich einnehmen.

Einem fetzig choreografiertem „Jesus Christ“ folgte ein etwas blutleeres Vampir-Duett, bevor Mozart-Rocker „Falco“ die Bühne mit einigen Tänzern rockte. Was „Geboren um zu leben“ von „Unheilig“ in einer Musical-Show zu suchen hatte, war nicht ganz zu verstehen. Um darüber nachzusinnen war aber sowieso keine Zeit, denn vor der Pause machte das ganze Ensemble nochmal ordentlich Dampf mit einem Medley aus Abba's „Mamma Mia“, und die Gäste sangen und wippten mit im Takt zu den beliebten Kompositionen des Schweden-Quartetts.

"Let´s do the Time Warp again"Für eine nicht ganz jugendfreie Einlage sorgte nach der Pause der versierte und charismatische Retschko Muhadzeri, mit seinen knapp 50 Jahren in Topform und ein erfahrener Profi als Sänger, Choreograf und Schauspieler. Er stolzierte als Frank N. Furter aus der „Rocky Horror Picture Show“ in Lack und Leder ins Publikum, um Anzüglichkeiten zu verteilen und zu erotischen Begegnungen zu verführen. Zum Mitklatschen animierte hingegen ein facettenreiches Potpourri aus dem Udo-Jürgens-Musical „Ich war noch niemals in New York“ wie auch zum Mittanzen die „Rocky-Horror“-Zugabe „Let´s do the Time Walk Again“, bevor das atemlose Publikum die rasante „Nacht des Musicals“ mit großem Beifall verabschiedete.

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