Das Klein-Auheimer Traditionsgasthaus "Zur Krone" schließt am Freitag endgültig. Foto: Holger Hackendahl

Hanau

Nach über 150 Jahren: Die Krone macht für immer zu

Klein-Auheim. Das Traditionsgasthaus „Zur Krone“ in der Hainstädter Straße 14 schließt am morgigen Freitag für immer die Tore. Die „Krone“ ist eines der ältesten Gasthäuser im Ort und verfügt über eine mehr als 150-jährige Tradition, die nun endet.

Von Holger Hackendahl

„Liebe Kundschaft, seit 22.2.2004 haben wir das Gasthaus mit Leben gefüllt. In 15,5 Jahren wurden unzählige Schnitzel geklopft, Kartoffeln geschält, Geschichten erzählt, und auch das eine oder andere Kaltgetränk ging über die Theke“, steht auf dem Aushang, den Gastwirt Matthias Spahn außen angebracht hat.

„Wir haben stets vollen Einsatz bewiesen, euch schöne Stunden zu bescheren. Dies ist uns aufgrund von Personalmangel in Zukunft nicht mehr möglich“, heißt es da. „Deshalb haben wir uns schweren Herzens entschieden, das Gasthaus Krone zu schließen. Mir tut das wirklich leid, aber es ist personell leider nicht mehr leistbar“, erläutert Gastwirt Spahn.

Kein neuer Pächter, das wird jetzt aus dem Gasthaus

„Ich habe versucht, Pächter zu finden, versucht, das Haus zu verkaufen an jemanden, der die Gaststätte weiter betreiben will. Es ist aber leider nichts dabei rausgekommen. Jetzt wird das Gasthaus voraussichtlich vom neuen Eigentümer in Wohnraum umgewandelt.“

Gefeiert wird am Freitag ein letztes Mal mit einem „All you can eat and drink“. Das Final-Event war binnen kürzester Zeit ausverkauft. „Hier wollen wir noch einmal an die vielen gemeinsamen Stunden erinnern und uns gebührend verabschieden. Wir bedanken uns für eure jahrelange Treue und sagen 'Gude'“, verabschiedet sich das Gasthaus-Team.

Über 150-jährige Geschichte

Die „Krone“ hat eine lange Geschichte. „Im Jahr 1884 hat Peter Franz Winter II. das Gasthaus 'Krone' gekauft. Der Vorbesitzer Johann Wenzel ist im Familienbuch 1 der Pfarrei Klein-Auheim als „Wirth“ mit Vermerk Krone bei seiner Hochzeit am 27. Juni 1867 eingetragen“, erläutert Robert Neudecker, Ehrenmitglied im Heimat- und Geschichtsverein Klein-Auheim. Er hat in Familienbüchern über die Familien im Ort recherchiert. „Rein rechnerisch könnte Johann Wenzel mit 21 Jahren – also im Jahr 1865 – als Kronenwirt tätig gewesen sein.“

Gastwirtschaft, Bäckerei und Fuhrbetrieb wurden von dessen Sohn Karl, eines von zehn Kindern, mit Familie bewirtschaftet. Dessen Kinder Maria und Bäckermeister Karl Winter, der die Gastwirtschaft und die Bäckerei bis zur Schließung führte, waren der 1. Karnevalgesellschaft und besonders der KG-Sängerriege „Hellebachfinken“ sehr zugetan.

„Kerb in der Krone“

Maria Winter erlaubte es, dass die Kerbveranstaltungen der 1.KG – laut Robert Neudecker – Anfang der 1960er Jahre zur „Kerb in der Krone“ wurden. Erst mit der neu aufgelegten „Mainkerb“ fand ab 1999 ein Ortswechsel der Kerb statt. Aus gesundheitlichen Gründen und nach dem Tod von Karl Winter wurde die Gaststätte von 1984 bis '96 an Metzgermeister und Koch Helmut Masuch verpachtet.

Ab 1997 wurde das Lokal kurzzeitig an Albert Rücker und danach an einen chinesischen Gastwirt verpachtet, hat Robert Neudecker recherchiert. Der Tod von Maria Winter brachte eine Veränderung in die Besitzverhältnisse der Familie Winter.

Wieder in Schwung gebracht

Seit 2006 ist die „Krone“ im Besitz der Familie Spahn, die der 1.KG sehr aufgeschlossen gegenübersteht, weiß Neudecker. Matthias Spahn, Metzgermeister und Koch, hatte im neuen Jahrtausend, zuerst als Pächter (ab 22. Februar 2004), ab 2006 als Eigentümer mit seiner Familie das Gasthaus „Zur Krone“ mit einem breiten Speisenangebot und vorhandenen Fremdenzimmern wieder in Schwung gebracht.

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