In Hanau und Langenselbold wurden innerhalb weniger Wochen mehrere Taxifahrer überfallen. Symbolbild: Tim Reckmann/pixelio.de

Hanau/Langenselbold

Nach brutalen Überfällen: Polizei schnappt Taxiräuber

Hanau/Neuberg/Langenselbold. Die Taxifahrer in der Region können aufatmen: Innerhalb weniger Tage hat die Hanauer Kripo eine Serie von brutalen Überfällen gestoppt und drei mutmaßliche Räuber verhaftet. Das hat der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Hanau, Dominik Mies, soeben bekannt gegeben.

+++ Update +++

Zu den Tätern sind weitere Details bekanntgeworden:

Während der mutmaßliche Haupttäter bislang polizeilich unbekannt gewesen ist, handelt es sich bei dem 19-Jährigen bereits um einen „Stammkunden“. Weil er bereits seit über einer Woche hinter Gittern sitzt, kann er auch seinen Termin vor dem Jugendschöffengericht nicht versäumen: Am vergangenen Mittwoch ist er wegen Körperverletzung in einer anderen Sache zu einem Jahr und drei Monaten Haft nach Jugendstrafrecht verurteilt worden.

Trio möglicherweise für noch mehr Überfälle verantwortlich

Ob die vier Überfälle alles sind, was das Trio auf dem Kerbholz hat, ist derweil noch ungewiss, denn in den vergangenen Monaten hat es in Obertshausen und in Frankfurt ähnliche Überfälle auf Taxifahrer gegeben. „Die Ermittlungen dazu laufen noch auf Hochtouren“, heißt es offiziell dazu. Ein Insider hat jedoch einen bösen Verdacht: „Ich gehe von einer höheren Zahl von Überfällen aus, die auf das Konto des Trios gehen könnten.“

„Das sind schwere Verbrechen“, sagt Oberstaatsanwalt Dominik Mies mit Blick auf die Strafandrohung von Freiheitsstrafen zwischen fünf und 15 Jahren für die beiden Heranwachsenden. Selbst dem 16-Jährigen, der bislang nicht vorbestraft ist, drohe eine lange Haftstrafe nach Jugendstrafrecht.

+++ Erstmeldung +++

Ein junges Trio aus Hanau und Neuberg steht unter dringendem Tatverdacht, seit 21. Dezember vier Taxifahrer in Hanau und Langenselbold ausgeraubt zu haben. Dabei setzten die jungen Räuber im Alter von 16 bis 20 Jahren massive Gewalt ein.

Verdächtige sitzen in Untersuchungshaft

Der Jugendliche sowie die beiden Heranwachsenden sitzen bereits in Untersuchungshaft, bestätigte Mies, der die Hanauer Kriminalpolizei für ihre „hervorragenden Ermittlungsarbeit“ lobte. Daher stoppte die Überfallserie am 4. Januar.

Haupttäter ist nach Ansicht der Ermittler ein erst 16 Jahre alter Jugendlicher aus Hanau, der nach Angaben der Behörden aus Syrien stammt. Das Trio ging in wechselnder Besetzung, aber unglaublich brutal vor: „Ein 71 Jahre alter Taxifahrer, der sich immer noch in ärztlicher Behandlung befindet, wurde bei einem Überfall am 4. Januar so schwer im Gesicht verletzt, dass er zu erblinden droht“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft Hanau.

Überfälle nach gleichem Muster

Die Ermittler hatten laut Mies mit Hochdruck an der Aufklärung der Fälle gearbeitet, da weitere Taten zu befürchten waren. Nach derzeitigem Stand liefen die Überfälle stets nach einem gleichen Muster ab: Der Jugendliche soll mit einem seiner Komplizen meist in Frankfurt in ein Taxi eingestiegen sein und ließ sich nach Hanau fahren.

In einem weiteren Fall war das Fahrtziel Langenselbold. Am Ende der Fahrten wurden die Taxifahrer überwältigt, zusammengeschlagen und ihrer Tageseinnahmen beraubt.

16-Jähriger als Anführer?

Die Ermittler von Staatsanwaltschaft und Polizei werten die Haftbefehle als „eindeutigen Erfolg“ und als deutliches Zeichen dafür, dass die Verbrechen gravierende Folgen für die Beschuldigten haben dürften. So erwartet selbst den 16-Jährigen eine empfindlichen Freiheitsstrafe nach Jugendrecht.

Bei allen drei Beschuldigten sah der zuständige Ermittlungsrichter am Amtsgericht Hanau die Wiederholungsgefahr als Hauptgrund für die Untersuchungshaftbefehle. „Ohne eine sofortige Inhaftierung wäre es wohl zu weiteren ähnlichen Überfällen auf Taxifahrer gekommen“, so Oberstaatsanwalt Mies.

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