Die weißen Kreise markieren Spuren der Tat an der Außenfassade der Hanauer Marienkirche. Foto: Kirchgessner

Hanau

Nach Bluttat an Marienkirche: Mordanklage gegen 57-Jährigen

Hanau. Die Staatsanwaltschaft Hanau hat Mordanklage gegen einen 57-Jährigen erhoben. Ihm wird vorgeworfen, seine von ihm getrennt lebende 52-jährige Ehefrau am Abend des 6. Dezember 2017 in der Hanauer Altstadt erstochen zu haben. Das Paar stammt aus Afghanistan und war 2010 nach Deutschland gekommen.

Die Staatsanwaltschaft halte sowohl das Mordmerkmal der niederen Beweggründe wie auch der Grausamkeit für erfüllt, erläuterte Oberstaatsanwalt Dominik Mies auf HA-Nachfrage. Für Letzteres spreche nicht nur die Anzahl, sondern auch die Art und Weise der 40 Verletzungen, die der Beschuldigte der Frau mit einem fast 20 Zentimeter langen Dolch zugefügt haben soll. Unter anderem habe das Opfer fünf Einstiche in die Schädelhöhle sowie eine Durchstichverletzung am Hinterkopf erlitten.

Kurz nach der Tat an der Marienkirche hatte der Mann erklärt, durch die von seiner Frau initiierte Trennung habe er die „Familienehre“ verletzt gesehen. Er habe sie aber nicht töten wollen, habe der Beschuldigte laut Oberstaatsanwalt Mies hinzugefügt. Das Paar hatte mehrere gemeinsame Kinder, von denen zwei in Deutschland leben. Sie seien in Obhut, erläuterte Mies. Nähere Informationen wollte er dazu nicht geben.

Wie Mies weiter erklärte, bleibe der 57-Jährige weiter in Untersuchungshaft, bis der Prozess beginne. Über dessen Eröffnung habe nun das Gericht zu befinden. Es stehe noch das Gutachten eines Sachverständigen aus, welches sich mit der Psyche des Beschuldigten beschäftigen soll. Die Anklage ist laut Mies auf den 8. Februar datiert und zwischenzeitlich zugestellt worden.

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