Wilhelm (Peter Lewys-Preston), Marie Hassenpflug (Janne Marie Peters) und Jacob (Jonas Hein) singen auf der großen Leinwand (linkes Bild). Der vierjährige Naveen zeigt stolz sein gemeinsames Bild mit Tredecima-Darstellerin Carolin Fortenbacher (rechtes Bild). Fotos: Jan Max Gepperth

Hanau

Musical der Brüder-Grimm-Festspiele feiern Premiere im Kinopolis

Hanau. Die Festspiele einmal aus einer anderen Perspektive erleben: Das versprach man den Gästen der Weltpremiere vom vergangenen Dienstag. Denn zum ersten Mal in der Geschichte der Brüder-Grimm-Festspiele, wurde eines der Stücke auf der großen Leinwand gezeigt.

Von Jan Max Gepperth

Mittendrin war auch der vermutlich jüngste Fan dieses Abends. Der vierjährige Naveen hat das Stück „Jacob und Wilhelm – Weltenwandler“ bereits mehrmals gesehen. „Er hat das Stück bestimmt schon siebenmal gesehen und kann alle Lieder komplett auswendig“, erklärte seine Mutter, woraufhin Naveen stolz ein Foto mit sich und der Schauspielerin Carolin Fortenbacher (Hexe Tridecima) präsentierte.

Die Festspiele sind fest verwoben mit der Stadt Hanau. In diesem Jahr gingen sie in die 35. Saison. Um dieses kleine Jubiläum zu feiern, präsentierte man mit „Jacob und Wilhelm – Weltenwandler“ dieses Jahr etwas ganz Besonderes. Das Musical versetzt die beiden berühmtesten Söhne der Stadt in die Märchenwelt und gibt ihnen so eine zusätzliche Motivation für das Sammeln ihrer Märchen.

Noch keine weiteren Termine

Frank-Lorenz Engel, Intendant der Festspiele, war voller Freude, den Film endlich auf der Leinwand zu sehen. Bisher habe er ihn nur auf dem kleinen Bildschirm gesehen, weshalb er sehr gespannt sei. Die Idee, den Film im Kinopolis zu zeigen, sei naheliegend gewesen. „Die Zusammenarbeit mit dem Kinopolis gibt es schon lange“, erklärt Engel, „was liegt da näher, als einen Film zu zeigen?“

Um den Spielen keine Konkurrenz zu machen, habe man den Termin allerdings vorsätzlich in den Herbst gelegt. Ob es weitere Veranstaltungen dieser Art gebe, könne man noch nicht sagen. „Da haben wir noch nicht wirklich drüber nachgedacht.“

Trotzdem freut sich Engel auf diese Möglichkeit. Durch die vielen Kameraeinstellungen, die zu sehen seien, würde ein ganz neues Erlebnis entstehen. „So ist es, als stünde man mit den Schauspielern selbst auf der Bühne“, fasst der Intendant zusammen.

Film bald auf DVD

Neben Engel war auch Oberbürgermeister Claus Kaminsky voller Vorfreude. Er lobte das Projekt. „Das ist eine gute Möglichkeit für die Festspiele, um sich weiterzuentwickeln.“ Zudem hebe das Projekt noch einmal hervor, was für ein Glücksgriff das Kinopolis Hanau mit seinem Team für die Stadt sei. „Solche Projekte spiegeln dann den Hanauer Lokalpatriotismus wider“, stellte der OB fest. Außerdem verwies Kaminsky auf die anstehende Veröffentlichung der DVD des Stücks und brachte diese als potenzielles Weihnachtsgeschenk ins Spiel. „Egal, was einer glaubt zu haben: Diesen Film wird er noch nicht haben“, fasste der OB schmunzelnd zusammen.

Eine DVD-Veröffentlichung ist jedoch nicht das Einzige, was mit dem Film gemacht werden könnte. So schlug Jürgen Höcht, der für den Schnitt des Filmes zuständig war, noch weitere Möglichkeiten vor. Man habe auch von den anderen Stücken Aufzeichnungen. „Ich habe vorgeschlagen, ob man nicht einen Raum im Grimm-Museum als kleines Kino umbauen lassen könnte“, berichtete Höcht. Dann könnte man die Aufzeichnungen, vielleicht in gekürzter Form, dort zeigen und die Leute so zu einem längeren Verweilen einladen.

4-Jähriger begeistert

Einer, der sich diese Filme bestimmt ansehen würde, ist Naveen. Er war vor Freude quasi sprachlos. Seit er das Musical besucht hatte, lief die CD des Stücks bei ihm zu Hause rauf und runter.

Auch nach dem Film war der Junge begeistert. Er konnte sich gar nicht recht entscheiden, ob ihm das Stück im Amphitheater oder im Kino besser gefallen hatte. Trotzdem habe er fleißig mitgesungen. „Ich musste ihn manchmal ein wenig bremsen, damit er nicht so laut mitsingt“, sagte seine Mutter. Natürlich war der womöglich jüngste Fan des Musicals an diesem Abend Feuer und Flamme, als er hörte, dass man den Film zu Weihnachten auf DVD kaufen kann. „Da hat er gleich gesagt, dass wir die holen müssen“, schmunzelte Naveens Begleiterin.

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