Die Frau aus Steinau ist vom Hanauer Landgericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil bestätigt. Archivbild: Patrick Scheiber

Hanau

Motorsägen-Mord: BGH bestätigt Urteil - lebenslange Haft

Hanau/Karlsruhe/Steinau. Die 36-jährige Mörderin Tanja B. muss nun endgültig eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßen. Wie am Freitag bekannt geworden ist, hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe die Revision der Angeklagten gegen das Urteil der 1. Schwurgerichtskammer am Hanauer Landgericht als „unbegründet verworfen“.

Damit ist das Urteil rechtskräftig. B. hatte ihren 47-jährigen Lebensgefährten Martin F. mit insgesamt 31 Messerstichen, davon 13 im Hals- und Nackenbereich in Steinau umgebracht.

Leiche mit Kettensäge zerteilt

Was den Fall so spektakulär und gruselig machte: Die Frau griff anschließend zu einer Elektro-Kettensäge, zerteilte die Leiche in sechs Teile und verpackte dieses in Müllsäcke, die später von der Polizei in der gemeinsamen Wohnung gefunden wurden.

B. hatte die Tat gestanden, allerdings eine ganze andere Version für das grausame Geschehen am 5. Juni 2018 geliefert: Sie habe in Notwehr gehandelt. Nach der Tat hatte sie sich noch ein Tattoo mit Namen, Geburts- und Todesdatum des Opfers stechen lassen.

Opfer wohl im Schlaf erstochen

Doch die Schwurgerichtskammer unter dem Vorsitzenden Richter Dr. Peter Graßmück glaubte diese Version nicht, zumal B. zuvor Recherchen zu Giften und anderen heimlichen Tötungsmethoden unternommen hatte. Zudem wiesen Indizien darauf hin, dass der 47-jährige Busfahrer im Schlaf erstochen worden war – das wertete die Kammer als Heimtücke.

Graßmück hatte in der Urteilsbegründung Ende Januar festgestellt, die Kammer könne der Angeklagten „so gut wie nichts“ glauben. Oberstaatsanwalt Dominik Mies hatte die vorbestrafte, siebenfache Mutter, als „notorische Betrügerin und Lügnerin“ bezeichnet und die Verurteilung wegen Mordes beantragt. Unklar bleibt auch nach dem Urteil das Motiv.

Das könnte Sie auch interessieren