Besonderes Ambiente und gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: Den Mittagstisch in der Pulvermühle in Hanau-Wolfgang sollte man sich nicht entgehen lassen. (Foto: HA)

Hanau

Mittags in der Pulvermühle: Feine Karte und guter Preis

Hanau. Der gute Ruf eilt der Pulvermühle im Culture Club förmlich voraus. Auch beim Mittagstisch soll das Restaurant überzeugen - wir haben getestet, ob es seinem Ruf gerecht wird.

Es ist grau heute. Dazu Nieselregen. Eigentlich wollten wir am Imbisswagen gegenüber einen schnellen Burger futtern, aber bei dem Wetter . . . Dann doch lieber schön gemütlich drinnen. Mein Begleiter wirft die Pulvermühle ins Rennen. Das Restaurant im Culture Club im Hanauer Stadtteil Wolfgang hat einen ausgezeichneten Ruf, auch in puncto Mittagstisch. Dann wollen wir doch mal schauen – und essen natürlich.

Reservierungspflicht auch in der Mittagszeit

Es ist kurz nach 12 Uhr. Wir parken direkt vor der Tür. Viel Glas trennt das Restaurant vom Club-Bereich. Es ist voll an diesem Mittwoch. An den großen Fenstern ist alles belegt, links neben dem Eingang auch. Das Publikum ist bunt gemischt: Anzugträger, eine Radler-Gruppe, zwei, drei Paare. Wir erspähen noch wenige freie Bar-Tische und steuern einen in der Ecke an. Mit einem freundlichen Lächeln begrüßt uns die Servicekraft. Leider sei der Tisch reserviert, sagt sie, alle anderen übrigens auch. Wir haben Glück, eine Gruppe kommt später, deren Tisch dürfen wir nutzen. Im Hinterkopf halten wir fest: Für den Mittagstisch montags bis freitags von 12 bis 14.30 Uhr ist eine Reservierung Pflicht.

Kleine Karte - genügend Auswahl

Die Karte ist klein, aber fein und wechselt wochenweise. Es gibt Salat, getrüffelte Kartoffelgnocchi mit Spitzkohl und Parmesan (10 Euro), Maishähnchenbrust mit Pastinakenpüree und gebratenen Cardoncelli-Pilzen (12,50 Euro), Fjordforelle (13 Euro) und Gans mit Rotkohl (28 Euro). Zu jedem Gericht wird eine Suppe gereicht. Heute gibt’s Kartoffelsuppe mit Lauch-Öl. Ich entscheide mich für den knackigen Ackersalat mit allerlei Gemüse (8,50 Euro), mein Begleiter nimmt das Schweineschnitzel „Wiener Art“ mit zweierlei Pommes frites und kleinem Feldsalat (13,50 Euro). Während wir auf die Suppe warten, schauen wir uns um. Das Ambiente – dunkles Holz, hohe Fenster, toller Leuchter – ist sehr schön. Obwohl es voll ist, empfinden wir die Geräuschkulisse als angenehm.

Das Auge isst mit

Lange warten wir nicht, da kommt schon die Suppe mit frischem Brot und in schicken weißen Schalen. Lecker für den Anfang. Keine zehn Minuten später geht’s weiter mit dem Hauptgang. Mein Salat ist eine Wucht – und mal ganz anders als normal. Die Küche hat verschiedene Blattsalate kombiniert mit Karottenstreifen, Sellerie und Kohlrabi. Dazu Kresse, Croûtons und ein frisches und nicht zu schweres Dressing. Am Ende bleibt kein Blatt auf dem Teller. Wunderbar! Das Schweineschnitzel „Wiener Art“ mit zweierlei Pommes frites zaubert meiner Begleitung ein Lächeln ins Gesicht. Auch die Süßkartoffelpommes sowie die „Normalen“ sind echt lecker und fürs Auge in einer kleinen Schale neben dem Schnitzel angerichtet. Der kleine Feldsalat schmeckt und hat die richtige Größe – nicht zu viel, nicht zu wenig. Statt Ketchup und Co. gibt’s Preiselbeer-Dip. Mein Begleiter, kein Fan der dunklen Beere, ist positiv überrascht und kratzt das Schälchen bis auf den letzten Rest aus.

Sehr aufmerksamer Service

Einen Plus-Pluspunkt gibt es für die flotte weibliche Servicekraft, die aufmerksam und überaus freundlich von Tisch zu Tisch geht und sich natürlich auch erkundigt, ob’s geschmeckt hat. Hat’s!

Wir haben nichts zu meckern. Auch preislich nicht, immerhin gibt’s zu jedem Hauptgericht noch eine Suppe. Mit einem Wasser und einer kleinen Cola landen wir am Ende bei 26,40 Euro. Wir schauen beim Rausgehen ein bisschen neidisch auf die Radler-Gruppe, die sich noch einen Wein bestellt. Beim nächsten Mal kommen wir an einem freien Tag .

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