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Alle Beweismittel werden sichergestellt.

Erneuter Ermittlungserfolg

Messerstecherei in Hanau: Zwei weitere Verdächtige festgenommen - Polizei gibt Details bekannt

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  • Jan Max Gepperth
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Am Abend des 28. April hat es in der Hanauer Innenstadt eine Messerstecherei mit vier Verletzten gegeben. Die Ermittler konnten schnell insgesamt vier Verdächtige festnehmen, zwei davon wurden wieder freigelassen. Nun wurden weitere Verdächtige geschnappt.

Update 13. Mai, 09.49 Uhr:

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft vermelden einen weiteren Ermittlungserfolg: Am heutigen Mittwoch wurden laut Mitteilung zwei weitere Tatverdächtige festgenommen. Zwei 25-Jährige Albaner wurden in Wohnungen in der Hanauer Innenstadt und in Maintal-Bischofsheim festgenommen. 

In der Hanauer Wohnung wurde zudem ein 37-jähriger Albaner vorläufig festgenommen, der sich wohl illegal in Deutschland aufhält. Ihm droht die Abschiebung in sein Heimatland.

Vorwurf: Versuchter Totschlag

Die beiden 25-Jährigen aus Hanau und Maintal hingegen sind nach Auffassung der Ermittlungsbehörden dringend verdächtig, an der Messerstecherei am 28. April beteiligt gewesen zu sein. Bei dem Vorfall in der Hanauer Innenstadt wurden insgesamt vier Beteiligte im Alter von 17 bis 23 Jahren teils mit Messern schwer verletzt. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet daher auch auf mehrfachen versuchten Totschlag sowie versuchte gefährliche Körperverletzung.

Um den genauen Tathergang aufzuklären, habe die Leitung der Hanauer Kriminalpolizei schon am Tag nach dem Vorfall eine eigene Arbeitsgruppe mit der Bezeichnung "Flügel" eingerichtet. "Die eigens für diesen Fall bei der Kriminalpolizei Hanau eingerichtete Arbeitsgruppe Flügel arbeitet an der Sache mitunter rund um die Uhr, so dass dieser große Ermittlungserfolg erzielt werden konnte", teilte Oberstaatsanwalt Dominik Mies unserer Zeitung mit. 

"Es sind bis zu zehn Beamtinnen und Beamte mit der Sache betraut, da die komplette Aufklärung des Tatgeschehens für die Staatsanwaltschaft Hanau und die Kriminalpolizei höchste Priorität hat", so Mies weiter.

Banaler Anlass für Messerstecherei

Nach jetzigem Ermittlungsstand entwickelte sich der Streit, der wohl gegen 21.30 Uhr am Freiheitsplatz seinen Anfang nahm, aus einem scheinbar banalen Anlass heraus. Zunächst soll der bereits in Untersuchungshaft sitzende 26 Jahre alte Syrer mit einem wohl zufällig vorbeikommenden 25-jährigen Albaner aneinandergeraten sein. Bei dem Disput gab dann möglicherweise schnell ein Wort das andere. Innerhalb kurzer Zeit hatten sich weitere Personen am Ort des Geschehens eingemischt, die jeweils den beiden Kontrahenten zugerechnet werden.

Die nun Festgenommenen stammen aus dem Umfeld des bereits inhaftierten 25-Jährigen. Bei der Durchsuchung der Wohnung stellten die Beamten zudem Kleidungstücke der Verdächtigen und mehrere Messer sicher. Diese Gegenstände werden nun auf Spuren untersucht, ob ein Zusammenhang mit der Tat von Ende April besteht. Zudem wurden geringe Mengen an Drogen sichergestellt.

"Nach derzeitigem Stand werden wir die Festgenommenen der Ermittlungsrichterin des Amtsgerichts Hanau vorführen und jeweils einen Antrag auf Erlass eines Haftbefehls stellen", sagte Mies.

Wende bei den Ermittlungen: Neue Verdächtige im Visier

Update 2. Mai, 20.03 Uhr:

Erneute Wende bei den Ermittlungen gegen rivalisierende Gruppen, die sich am Dienstagabend eine blutige Auseinandersetzung zwischen in Hanau geliefert haben: Nun sind zwei neue Verdächtige ins Visier der Ermittler geraten – und unter recht ungewöhnlichen Umständen gefasst worden.

Denn nach dem 23-jährigen Albaner sowie dem 26-jährigen Syrer musste die Kripo diesmal aber nicht besonders aufwendig suchen. Beide sind seit dem blutigen Geschehen bereits von Ärzten ver- und vom Pflegepersonal im Klinikum Hanau umsorgt worden. Dort „sorgten“ sich dann plötzlich auch die Ermittler der fünfköpfigen Sonderermittlungsgruppe um die beiden Männer, die nun als Hauptverdächtige des Gewaltexzesses gelten. Die Beamten verkündeten die beiden die Festnahmen am Krankenbett.

"Vor allem durch die akribische Polizeiarbeit und die Videoüberwachung ist es gelungen, den Tatverdacht gegen die beide Beschuldigten zu erhärten“, erklärte Oberstaatsanwalt Dominik Mies am Samstagabend auf Anfrage des HA. Die Anklagebehörde, die wegen des Verdachts des mehrfachen, versuchten Totschlags sowie der gefährlichen Körperverletzung ermittelt, ließ beide Männer noch am Samstag der zuständigen Haftrichterin am Amtsgericht Hanau vorführen. In beiden Fällen wurde nach Vorlage von Beweisen die Untersuchungshaft angeordnet.

Tatgeschehen habe sich dynamisch entwickelt

Nach den neuen Erkenntnissen stehen die beiden Männer in Verdacht, sich auf einem Parkplatz an der Langstraße gegenseitig mit Messern schwere Verletzungen zugefügt zu haben. Zuvor soll es bereits auf dem Freiheitsplatz zum ersten Aufeinandertreffen der beiden Männer gekommen sein, die jeweils von weiteren Personen begleitet wurden. "Das Tatgeschehen gestaltete sich im weiteren Verlauf dynamisch, fand an mehreren Orten in der Hanauer Innenstadt statt und mündete letztlich auf dem Parkplatz an der Langstraße“, sagte der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft.

Rund 48 Stunden zuvor, am Donnerstagnachmittag, hatten die Behörden zwei zunächst als mutmaßliche Täter festgenommenen Männer im Alter von 23 und 29 Jahren aus dem Polizeigewahrsam entlassen. „Kein dringender Tatverdacht“, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Das bedeutet: Beide sollen zwar an dem Streit, nicht jedoch unmittelbar an den Messerattacken beteiligt gewesen sind. Bei der Auseinandersetzung, die mehrere Blutspuren quer durch die Innenstadt nach sich zog und kurzzeitig für Aufregung sorgte, waren vier Männer zwischen 17 und 23 Jahren, die aus Syrien sowie Albanien und Irak stammen, verletzt worden, zum Teil massiv. Bei zwei der Verletzten, so der Stand der Ermittlungen, soll es sich nun um die Hauptverdächtigen handeln.

Update 30. April, 16.05 Uhr:

Nach der blutigen Auseinandersetzung zwischen zwei offenbar rivalisierenden Gruppen, bei der am späten Dienstagabend vier Menschen durch Messerstiche sowie Schläge zum Teil schwer verletzt worden sind, gibt es eine Wende: Die beiden zunächst als mutmaßliche Täter festgenommenen Männer im Alter von 23 und 29 Jahren sind auf Anordnung der Staatsanwaltschaft gestern wieder aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden.

„Gegen die beiden Männer besteht kein dringender Tatverdacht, dass sie an den Messerattacken beteiligt gewesen sind“, erklärte Oberstaatsanwalt Dominik Mies zum Stand der Ermittlungen. Daher seien die beiden auch nicht dem Haftrichter vorgeführt worden. Allerdings gehen die Ermittler davon aus, dass die beiden Männer, die aus Syrien stammen, an der Auseinandersetzung beteiligt gewesen sind.

Messerstecherei in Hanau: Vier Männer teils schwer verletzt

Dabei erlitten vier Männer zwischen 17 und 23 Jahren, die ebenfalls aus Syrien sowie Albanien und Irak stammen, massive Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt deshalb wegen versuchten Totschlags. „Im Rahmen intensiver Ermittlungen einer nunmehr fünfköpfigen Arbeitsgruppe der Kriminalpolizei Hanau sind weitere Tatverdächtige ermittelt worden“, heißt es von Seiten der Polizei.

Das brutale Geschehen in der Innenstadt, das sich gegen 22 Uhr vom Freiheitsplatz bis hin zum Klinikum an der Leimenstraße hinzog, hatte kurzzeitig für Aufregung gesorgt, da nach dem Amoklauf vom 19. Februar erneut ein Großaufgebot der Polizei im Einsatz und die Lage zunächst unübersichtlich war. Die Kriminalpolizei bittet weiterhin Zeugen, die Beobachtungen zum Tatgeschehen gemacht haben, sich unter der Rufnummer 0 61 81/10 01 23 zu melden.


Update 30. April, 10.54 Uhr:

Bei den Opfern, die stationär behandelt werden, handele es sich um Männer, die aus Syrien, Albanien und Irak stammen. Die zwei Tatverdächtigen, die am frühen Mittwochmorgen verhaftet wurden, sind nach Behördenangaben 23 und 29 Jahre alte Männer aus Syrien. Sie sitzen im Gewahrsam und schweigen bislang zu den schweren Vorwürfen, denn die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Totschlags in vier Fällen. Vermutlich werden die beiden Männer heute dem Haftrichter vorgeführt.


Update 29.04 April, 17.31 Uhr:


Update 29. April, 14.55 Uhr:

“Wir gehen davon aus, dass es sich um eine Auseinandersetzung zweier Gruppen handelt“, berichtete Oberstaatsanwalt Dominik Mies dem HA soeben zum Stand der Ermittlungen, die weiter auf Hochtouren laufen. Aktuell werde nicht mehr nach etwaigen Mittätern gefahndet. „Wir haben keine Hinweise darauf, dass es sich um wahllose Angriffe handelt.“ 

Kein Zusammenhang mit dem Amoklauf in Hanau

Ein Motiv für die Eskalation sei bislang nicht bekannt. Dass der blutige Streit zwischen den Männern an einem Imbissstand auf dem Freiheitsplatz ausgelöst worden sei, ist bislang nicht geklärt. „Es deutet aber nichts auf einen Zusammenhang mit dem Amoklauf am 19. Februar hin. Ebenso gibt es keinerlei Hinweise auf einen terroristischen, politischen oder fremdenfeindlichen Hintergrund“, so Mies weiter. Er bittet zur Aufklärung der Verbrechen um weitere Hinweise. „Personen, die vor 22 Uhr im Bereich Freiheitsplatz, Rosenstraße und Klinikum Beobachtungen gemacht haben, werden um Mitteilungen gebeten."

Für den Nachmittag ist eine Pressekonferenz angekündigt.

Update 29. April, 9.58 Uhr:

Oberstaatsanwalt Dominik Mies hat soeben bestätigt, dass es sich bei den am Mittwochmorgen festgenommenen Verdächtigen um zwei syrische Staatsbürger handele. Bei den Opfern soll es sich um Männer verschiedener Herkunft handeln. Die Ermittlungen zum Hintergrund laufen weiter, so der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Hanau. Hinweise auf ein politisches Motiv gebe es nicht.

Update 29. April, 08.20 Uhr:

Die Polizei hat nach einem Zeugenhinweis zwei Verdächtige vorläufig festgenommen. Laut Mitteilung befinden sich die beiden Hanauer im Alter von 23 und 29 Jahren derzeit in Gewahrsam.

Die Staatsanwaltschaft Hanau und die Hanauer Kriminalpolizei haben die weiteren Ermittlungen übernommen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Rufnummer 0 61 81/10 01 23 zu melden.

Update 29. April, 06:57 Uhr:

Alle Beweismittel werden sichergestellt.

Die Polizei hat nun die Vorfälle bestätigt. In der einer offiziellen Mitteilung heißt es: "Nachdem gegen 22 Uhr in der Notaufnahme des Hanauer Klinikums kurz nach einander vier Personen mit Verletzungen, darunter auch Stichwunden, erschienen waren, fahndet die Polizei derzeit nach mehreren Männern. An der Fahndung war auch der Polizeihubschrauber eingesetzt."

Nach ersten Erkenntnissen der Beamten waren die Passanten unabhängig voneinander in den Bereichen Leimenstraße/Langstraße, Hirschstraße und am Freiheitsplatz unterwegs. Als sie jeweils auf eine Personengruppe von fünf bis sieben Unbekannten trafen und angegriffen wurden. Die Täter sollen fast alle Vollbärte tragen. 

Staatsanwaltschaft Hanau hat übernommen

Nach Beschreibungen soll einer etwa 20 Jahre alt, 1,90 Meter groß und muskulös gewesen sein. Er habe dunkelblonde Haare und trug eine kurze Hose. 

Die verletzten vier Männer sind im Alter von 17, 23 und 26 Jahren. Nach derzeitigen Erkenntnissen schwebt keiner von ihnen in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft Hanau hat die Ermittlungen übernommen.

Die Spurensicherung ist noch am Tatort im Einsatz.

Erstmeldung 29. April, 00.19 Uhr:

Unbestätigten Berichten zufolge soll es am späten Dienstag zu einer Messerstecherei in der Hanauer Innenstadt im Gebiet zwischen Langstraße und Leimenstraße gekommen sein. Die mutmaßlichen Täter seien zurzeit noch flüchtig und würden mit einem Hubschrauber gesucht. 

Insgesamt sollen drei Personen Stichverletzungen und eine weitere Person eine Kopfverletzung erlitten haben. Laut Quellen des Hanauer Anzeiger befinden sich zurzeit zwei Personen bei einer Not-Operation. 

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