Christoph Kuch stellt Uri Gellers Gabel-Verbiegungen mit Hilfe einer Freiwilligen aus dem Publikum ironisch in den Mittelpunkt. Foto: Andrea Pauly

Hanau

Mentalmagier Christoph Kuch verblüfft im Comoedienhaus

Hanau. Dass das Comoedienhaus Wilhelmsbad ein magischer Ort ist, wissen seine Besucher nicht erst seit letztem Jahr, als dem kleinen Barocktheater vom „Magischen Zirkel von Deutschland“ während des Zauberkongresses „Magie Exquisit“, der seit mehr als zehn Jahren hier stattfindet, die Plakette „Magischer Ort“ verliehen wurde.

Von Andrea PaulyAuch in diesem Jahr hatten sich rund 100 Berufs- und Amateurzauberkünstler aus ganz Deutschland in Wilhelmsbad getroffen, um sich über Trends und Entwicklungen während des Tagesprogramms mit Vorträgen und Händlermesse zu informieren. Krönender Abschluss der Veranstaltung war wieder die abendliche Show – dieses Mal mit Mentalmagier Christoph Kuch und seinem Programm „Macht verrückt“, der seine Gäste mit selbstironischem Humor und schauspielerischem Charme verblüffte und bezauberte.

Mit Sätzen wie „Machen Sie sich nicht verrückt, dafür haben Sie ja mich“ und „Weggucken macht nicht unsichtbar“ – beim Gang durch das Parkett auf der Suche nach Freiwilligen – hatte Kuch die Lacher gleich auf seiner Seite. Aller Anfang sei immer schwer, bekannte der Mentalmagier, als er in seinem doch etwas voluminösen schwarzen Anzug auf der Bühne stand und gleich das erste Experiment einläutete.

Mentalmagier tourt durch die Welt

Dieses hatte er schon vor der Show mit der Verteilung von kleinen Zetteln an 30 zufällig ausgewählte Zuschauer vorbereitet. Die Maßgabe war, auf das Papier einen Musiktitel und eine Farbe zu schreiben. Die gewählte Farbe sei „Orange“, und der Titel laute „Männer“, verkündete Kuch Sekunden später aus dem Off, bevor er fast im selben Moment wieder vor seine Gäste trat – in einem orangefarbenen Anzug, während Herbert Grönemeyers Titel parallel erklang.

Christoph Kuch, inzwischen deutscher Meister und Gewinner der Weltmeisterschaft der Zauberkunst in der Sparte Mentalmagie mit mehr als 20-jähriger Bühnen-Erfahrung, begeisterte sich schon als kleiner Junge für die Zauberei, ein Hobby, das ihn immer begleitete, so der gebürtige Nürnberger, der nach dem BWL-Studium erst mal einem sogenannten „ordentlichen Beruf“ nachging. Trotzdem habe ihn die Zauberei nie losgelassen. Inzwischen tourt der Mentalmagier nicht nur durch das gesamte Bundesgebiet, sondern auch durch ganz Europa, USA, Australien und ist ein gern gesehener Fernsehgast in verschiedenen Talkshow-Formaten.

An der Grenze zwischen Realität und Fiktion

Auch in Hanau führte Christoph Kuch die Zuschauer, die der Mentalmagier bei den meisten Nummern miteinbezog, an die Grenzen zwischen Realität und Fiktion und auch mal auf Tauchfahrt in die Tiefe ihrer Träume oder zum Wrack der „Titanic“. Manch einer staunte mit offenem Mund, wenn er scheinbar Gedanken lesen und Kindernamen sowie Geburtsstunden seiner Freiwilligen „wusste“, offensichtlich zufällig gewählte Zahlen von Zuschauern sich in längst notierten Zahlenkombinationen wiederfanden oder er ganze Kartenspiele in ihrer frisch gemischten Reihenfolge anhand von darauf notierten Nummern benannte.

Auch schauspielerisch hatte Kuch einiges zu bieten, wenn er sich zum Beispiel wie ein „Verrückter“ über die Zahl „Pi“ aufführte und monologisierend zum nächsten Trick überleitete oder sich über die per Video eingespielten „Ex-Hartz-Vierer“ im „Astro TV“ und diverse Wunderheiler echauffierte, die ein „Schweinegeld“ mit ihrer Scharlatanerie verdienen, das sie Gutgläubigen aus der Tasche ziehen.

Kuch sorgte für viel Applaus

„Ich bin kein Hellseher. Wenn ich die Lottozahlen kennen würde, bekämen Sie eine Postkarte aus Barbados und keine Show“ so Christoph Kuch. Gut also, dass der Mentalmagier nicht mit dieser Gabe gesegnet ist, denn sein Auftritt im Wilhelmsbader Comoedienhaus sorgte für viel Applaus und staunende Bewunderung zum einen und zum anderen für nachdenkliche Gesichter, denen sichtlich auf der Stirn geschrieben stand: „Wie hat er das nur gemacht?“

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