Der Mentalmagier Nicolai Friedrich liest die Gedanken seiner Zuschauer und verblüfft selbst Skeptiker der Magie. Foto: Swierzy

Hanau

Mental-Magier Nicolai Friedrich verblüfft Gäste im Culture-Club

Hanau. Der Mentalmagier Nicolai Friedrich ist ein Meister darin, dem Verstand ein Schnippchen zu schlagen. Er entführt seine Zuschauer in eine andere Wirklichkeit. Die Gäste im Hanauer Culture Club waren am Sonntagabend nicht zum ersten Mal verblüfft von den scheinbar übersinnlichen Fähigkeiten des smarten Zauberers.

Von Philipp Swierzy

Der aus etlichen TV-Shows bekannte Magier steht seit 2002 auf der Bühne des Culture Clubs. Denn schon lange vor seinen Auftritten bei der ProSieben-Show „The Next Uri Geller“, die ihn damals einem größeren Publikum bekannt machten, faszinierte er mit schier unfassbaren Tricks. „Ich hatte eigentlich immer auf geschlossenen Veranstaltungen gespielt, hauptsächlich für Firmen“, so Friedrich. „Der Culture Club kam dann damals auf mich zu und sagte, lass uns doch hier mal öffentliche Shows starten“, erzählt Friedrich von den Anfängen seiner Karriere, die bereits in jungen Jahren begann. „Nach den ersten Auftritten waren die Shows dann schnell ausverkauft, es sprach sich schnell herum.“

„Hier gibt’s natürlich keine Bühnenbild-Projektionen, wie wenn ich in der Jahrhunderthalle auftrete“, beschreibt Friedrich die Besonderheiten kleinerer Bühnen. „Hier bin ich klein und fein unterwegs, es ist intimer“, so Friedrich. Den Culture Club bezeichnet Friedrich als sein Wohnzimmer. „Hier bin ich immer wieder und hier probiere ich auch immer wieder neue Sachen aus“, erklärt er den Reiz der Hanauer Location. Auch an diesem Abend zeigt Friedrich eine „Nummer, die ist brandneu“.

Weltmeister der MentalmagieMittlerweile zählt er zu den besten Zauberern der Welt. Der Gedankenleser aus Friedrichsdorf im Taunus ist offizieller Weltmeister der Mentalmagie. Seine Tricks sind teilweise so verblüffend, dass Kollegen wie David Copperfield sie nicht wie üblich abkupfern, sondern abkaufen. Denn neben einigen Tricks von Altmeistern präsentiert Friedrich hauptsächlich eigens entwickelte Kunststücke, die selbst Profi-Zauberer nach zahlreichen Versuchen nicht begreifen.

Er weiß zum Beispiel, welches Foto seine willkürlich ausgewählten Gäste bei sich tragen. Er weiß dabei nicht nur, wie die Person auf dem Bild heißt, sondern wie sie aussieht, was sie tut und in welcher Beziehung Träger und Abbild zueinander stehen. Er weiß auch, welche Zahl sie sich im Kopf gerade ausgedacht haben und wann sie Geburtstag haben. Und keiner scheint eine Ahnung davon zu haben, wie er das anstellt.

Puzzle und BücherNoch dazu lässt er Tische schweben, Rotweinflaschen aus dem Nichts erscheinen und von einer willkürlich ausgewählten Zuschauerin aus 1500 Original-Puzzleteilchen das fehlende Lächeln der Mona Lisa raussuchen. Da ist es eigentlich kaum noch erwähnenswert, dass Friedrich ganz selbstverständlich auch die Seitenzahl eines Buches kennt, die eine Zuschauerin vorher zufällig aufgeschlagen hatte. Er weiß auch, welches Wort auf dieser Seite sie sich gemerkt hat. Und er lässt in der Folge exakt diese Buchseite aus dem Buch verschwinden und sie in einen Umschlag eines anderen Zuschauers befördern, ohne sich auch nur ansatzweise in die Nähe des Schriftstücks zu begeben. Das geschlossene Buch befand sich durchgehend in den Händen der Zuschauerin, die ihren Sinnen nicht mehr traute.

Der studierte Jurist lässt trotz dieser unbegreiflichen Kunststücke keinen Zweifel daran, dass seine Tricks nicht auf transzendenten Kräfte beruhen. Er gibt offen zu, dass er die echten Lottozahlen nicht vorhersagen kann. Würden die Lottozahlen jedoch nicht von Maschinen, sondern von Menschen gezogen werden, so würde der Gedankenleser sie vermutlich mit hoher Wahrscheinlichkeit erraten können. So geschehen im Culture Club. Wie er das macht, das bleibt allen ein Rätsel. Eben „eine Mischung aus visueller Zauberkunst und unerklärlicher Mentalmagie“, wie Friedrich seine Show selbst beschreibt.

„Phantasie ist wichtiger als Wissen“„Ich glaube, dass eine Zaubershow dazu inspiriert, aus den eigenen Grenzen des Verstandes auszubrechen“, so Friedrich. Seiner Erfahrung nach verlassen selbst Kritiker und Skeptiker seine Show meist mit staunenden Blicken. „Gerade in der heutigen Zeit, in der alles logisch erklärbar scheint“, biete die Magie doch eine Gelegenheit wieder „kreativer zu denken“. „Phantasie ist wichtiger als Wissen“, zitiert Friedrich gerne Albert Einstein, „denn Wissen ist begrenzt.“

Am Sonntag, 22. April, ist Friedrich mit seiner Show „Verzaubert“ erneut im Cul‧ture Club zu Gast. Karten gibt es unter anderem im Hanau Laden am Freiheitsplatz.

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