Der drei Meter hohe Chanukka-Leuchter auf dem Freiheitsplatz hat acht Arme, an jedem Tag des achttägigen Lichterfests wird ein Licht entzündet. Rabbi David Kraus (links) und Nico Deeg (rechts) begrüßten die Besucher auf dem Freiheitsplatz. Fotos: Paul

Hanau

200 Menschen feiern auf Freiheitsplatz Chanukka

Hanau. Laut und fröhlich wurde am Donnerstagabend auf dem Freiheitsplatz das Lichterfest gefeiert. Mit der Veranstaltung rückte ein jüdischer Brauch in die Öffentlichkeit, der sonst meist in der Synagoge gefeiert wird. Rund 200 Besucher nahmen an der Zeremonie teil.

Von Jutta Degen-Peters

Aufgerufen zu dem Fest hatte der neu gegründete Chassidisch-Jüdische Verein mit seinem Vorsitzenden Nico Deeg und der Verein MUT, Internationales jüdisches Zentrum für Menschlichkeit und Toleranz. Die Chassiden – das Wort steht für „die Frommen“ – verstehen sich als Teil des orthodoxen Judentums und beschreiben eine mystische Richtung. Die Gläubigen, die aus Frankfurt, Offenbach und sogar Bremerhaven nach Hanau kamen, stehen nach den Worten des aus Jerusalem angereisten Rabbi David Kraus für die jüdische Gemeinde Breslev in Jerusalem. Diese stehe für Mut und Toleranz.

Laute Musik begleitete die Zeremonie, bei der der Rabbi mit den langen Schläfenlocken bestens gelaunt in die Runde schaute. „Jeder von euch ist ein Lichtstrahl“, rief Kraus, „das Licht hat eine Message“. Überschwenglich lobte er die Multikulti-Stadt Hanau dafür, dass sie die Gläubigen mit offenen Armen empfangen habe.

Hanau hat "gute jüdische GeschichteNico Deeg, der sich als Ur-Hanauer vorstellte, begrüßte die öffentlich begangene Zeremonie als „etwas Tolles für das Hanauer Judentum“. Bürgermeister Axel Weiss-Thiel (SPD) erinnerte daran, dass Hanau eine gute jüdische Geschichte gehabt habe, bis 1933 die Dunkelheit ausgebrochen sei. Danach habe die ganze Stadt Hass und Gewalt zu spüren bekommen. Die Feier bezeichnete Weiss-Thiel unisono mit Deeg als gutes und deutliches Signal. „Ich bin froh, dass wir heute hier ungeachtet der Religion, Herkunft und Hautfarbe in Respekt miteinander feiern können“, schloss der Bürgermeister.

Dass der Rapper Moses Pelham an der Chanukka teilnahm, sorgte für Aufsehen. Der Frankfurter war nach Hanau gekommen, weil er mit Rabbi David Kraus befreundet ist.

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