Katja Uffelmann und Kai-Uwe Strauß sind die Schutzfrau und der Schutzmann vor Ort. Die beiden Landespolizisten werden künftig auch in der Stadtwache anzutreffen sein. Foto: Biehl

Hanau

Für mehr Sicherheitsgefühl: Stadtwache am Marktplatz eröffnet

Hanau. Wir alle streben nach einem maximalen Maß an Lebensqualität. Ein Baustein dafür ist das subjektive Sicherheitsempfinden. Das weiß man freilich auch im Hanauer Rathaus. Deshalb stößt die Stadt einiges an, um Hanau für die Bürger zu einem sicheren Ort zu machen. Ein Baustein dafür ist die gestern eröffnete Stadtwache.

Von Kerstin Biehl

„Es darf Menschen, egal welchen Alters, keine Sorge bereiten sich, egal zu welcher Uhrzeit, in der Stadt zu bewegen“, machte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) gestern im Rahmen der Eröffnung der Stadtwache deutlich.

Für die Sicherheit hat Hanau, nicht erst seit die Stadt durch die Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen im vergangenen Jahr im Schlosspark und auf dem Freiheitsplatz, in die Medien kam, bereits einiges angestoßen. So wurde 2008 der Präventionsrat unter Leitung von Anne-Dorothea Stübing ins Leben gerufen. Die Polizeipräsenz vor Ort wurde erhöht. Das Haus des Jugendrechts soll 2019 eröffnet werden. Die Videoüberwachung von Markt- und Freiheitsplatz startet ab spätestens April. Hanau ist Pilotkommune im Rahmen des Projekts „Kompass“, einer Initiative, die Sicherheit als gemeinsame Aufgabe von Polizei, Kommunen und Bürgern begreift. Und gestern kam mit der Stadtwache ein weiterer Puzzlestein in Sachen Sicherheit hinzu.

Acht Monate von Konzeption bis FertigstellungAls Kooperationsprojekt zwischen Stadt und Landespolizei wurde sie in Rekordtemporealisiert: Von der Konzeption bis zur Fertigstellung sind gerade einmal acht Monate vergangen. „Tempohärte“, nennt das der OB.

Doch was verspricht man sich konkret von dieser Wache? Sie soll die Aufenthaltsqualität verbessern, ein friedliches Miteinander gewährleisten und nicht zuletzt für Sicherheit und Ordnung sorgen, zählt Kaminsky auf. Das alles vor Ort, im Herzen der Stadt, direkt am Marktplatz. Der Hintereingang mündet zudem in die Langstraße, die wiederum direkt an den Kriminalitätsschwerpunkt Freiheitsplatz angrenzt.

Anlaufstelle für die BürgerDie Stadtwache versteht sich als zentraler Anlaufpunkt für alle Stadtpolizisten, hier ist die Einsatzleitung untergebracht, hier werden die Monitore für die Videoüberwachung installiert, hier werden deren Daten analysiert und ausgewertet. Für Bürger bietet die Wache eine feste Anlaufstelle in exponierter und leicht erreichbarer Innenstadtlage.

Die hier eingesetzten Stadtpolizisten wollen Ansprechpartner in allen Fragen der Sicherheit und Ordnung sein, sie geben Auskunft und nehmen Anregungen entgegen. „Ob es sich um Falschparker handelt oder eine illegale Müllablagerung in der Stadt, ob jemand Fragen zur Prävention stellen oder auf Temposünder aufmerksam machen will – die Bürger können sich grundsätzlich mit allen klassischen Themen, die das Ordnungsrecht betreffen, an die Mitarbeiter der Stadtwache wenden,“ beschreibt Ordnungsdezernent Thomas Morlock (FDP) einen Teil des Aufgabenspektrums. Er zeigt sich stolz über die Sicherheitspartnerschaft, die sich zwischen Stadt und Polizei entwickelt hat: „Die Arbeit zwischen Ordnungsamt, Stadt- und Landespolizei funktioniert reibungslos.“

„So bunt wie unsere Stadtgesellschaft ist auch unsere Stadtpolizei."Die Stadtpolizei wurde inzwischen aufgestockt, 32 Stadtpolizisten sind im Stadtgebiet unterwegs, dafür wurden im laufenden Haushalt neun neue Stellen geschaffen. 300 Bewerber gab es dafür. Voraussetzung war ein mittlerer Bildungsabschluss beziehungsweise ein Hauptschulabschluss mit erfolgreicher Ausbildung sowie das Bestehen eines Sporttests. „So bunt wie unsere Stadtgesellschaft ist auch unsere Stadtpolizei. Deshalb gibt es bei uns auch Türken oder einen Briten im Team“, so der Leiter des Ordnungsamts Thorsten Wünschmann.

Polizeipräsident Roland Ullmann blickte in die Zukunft: „Ich bin überzeugt, dass die zentrale Lage der Stadtwache und die deutlich sichtbare Präsenz von gemeinsamen Streifen der Stadtpolizei und dem Schutzmann/Schutzfrau vor Ort unseres Präsidiums einen erhöhten Sicherheitsgewinn mit sich bringen wird.“

Es wird auch Bürgersprechstunden gebenSchutzmann vor Ort in Hanau ist Kai-Uwe Strauß. Ihm zur Seite steht neu Polizeioberkommissarin Katja Uffelmann von der Polizeistation Hanau I. Die beiden sollen nicht nur Präsenz vor Ort zeigen, sie führen zudem unter anderem Bürgersprechstunden durch. Beide werden, neben den Stadtpolizisten, regelmäßig in der Stadtwache anzutreffen sein.

Neben einem Warte- und Aufenthaltsbereich umfasst die Stadtwache zwei Büro-Arbeitsplätze sowie den abgetrennten Raum der Einsatzleitung.

Alles gegen ein UnsicherheitsgefühlMorlock betont, dass die Stadtpolizei nicht die Aufgaben der Landespolizei übernehmen kann. „Gewalt- und Straftaten zu verhindern und zu verfolgen, liegt in der Verantwortung der Landespolizei. Trotzdem stellen wir uns natürlich der Herausforderung, alles in unserer Macht stehende zu tun, um möglichst gar kein Unsicherheitsgefühl aufkommen zu lassen.“

Bleibt zu hoffen, dass den vielfältigen Bemühungen der Stadt die Sicherheit zu verbessern Rechnung getragen wird und die Hanauer sich in Sachen Lebensqualität nicht eingeschränkt fühlen.

ÖffnungszeitenVon Montag bis Samstag ist die Stadtwache jeweils zwischen 8.30 und 20.30 Uhr geöffnet und mit dem Einsatzleiter sowie einem Mitarbeiter der Stadtpolizei besetzt. Bei besonderen Ereignissen und am Wochenende kann dies auch darüber hinaus auf die Spätstunden ausgedehnt werden. Die telefonische Erreichbarkeit unter der zentralen Telefonnummer0 61 81/ 2 95 19 00 ist nach den Worten des Ordnungsdezernenten Thomas Morlock unter der Woche in der Zeit zwischen 6.30 und 22 Uhr gewährleistet. 

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